Wikileaks: Die Befragung Assanges hat begonnen
Es ist endlich soweit: Wikileaks-Gründer Julian Assange wird in der ecuadorianischen Botschaft zum Vorwurf der Vergewaltigung aus dem Jahr 2010 befragt. Es sei das erste Mal, dass die schwedischen Behörden Assange dazu anhörten, twitterte Wikileaks(öffnet im neuen Fenster).
Ingrid Isgren von der Stockholmer Staatsanwaltschaft und eine Mitarbeiterin kamen am Montag Vormittag in die Botschaft von Ecuador in London, wo Assange seit über vier Jahren lebt. Sie führten das Verhör nicht selbst. Das machte ein ecuadorianischer Staatsanwalt in Anwesenheit der Schweden. Die Fragen wurden vorab eingereicht.
Assange soll eine DNA-Probe geben
Informationen zum Verlauf des Gesprächs wurden keine bekanntgegeben. Nach der Befragung verließen die Schweden die Botschaft, ohne sich den Fragen der wartenden Journalisten zu stellen. Die Befragung soll am Dienstag und voraussichtlich auch noch am Mittwoch fortgesetzt werden. Unter anderem wollen die Schweden eine DNA-Probe von Assange.
Assange soll während eines Aufenthalts in Stockholm im August 2010 eine Frau vergewaltigt und eine weitere sexuell missbraucht haben. Der Vorwurf des Missbrauchs ist inzwischen verjährt. Als der Haftbefehl erlassen wurde, hatte Assange bereits in Großbritannien verlassen.
Die Briten wollten Assange ausliefern
Schweden beantragte daraufhin Assanges Auslieferung. Der Wikileaks-Gründer befürchtete, dass Schweden ihn an die USA ausliefern werde, wo er möglicherweise wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente angeklagt worden wäre. Nachdem die britischen Behörden seiner Auslieferung zustimmten, floh Assange in die ecuadorianische Botschaft in London, wo er seither lebt.
Lange hatte die schwedische Staatsanwaltschaft darauf bestanden, Assange in Schweden zu befragen. Im vergangenen Jahr erklärte sie sich dann zu einer Befragung Assanges in London bereit und bemühte sich um eine entsprechende Genehmigung, die sie im August erhielt.
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