• IT-Karriere:
  • Services:

Wikileaks: Augstein nimmt Assange in Schutz

Der Freitag spielte eine wichtige Rolle bei dem Leak von US-Botschaftsdepeschen durch Wikileaks. Das war nun Thema im Prozess gegen Julian Assange.

Artikel veröffentlicht am ,
Julian Assange bei einem Gerichtstermin im Januar 2020
Julian Assange bei einem Gerichtstermin im Januar 2020 (Bild: Henry Nicholls/Reuters)

Welche Rolle spielte Julian Assange bei der Veröffentlichung ungeschwärzter Botschaftsdepeschen der USA? Im seit 2019 laufenden Auslieferungsverfahren in London hat der Journalist und Herausgeber der Wochenzeitung Der Freitag, Jakob Augstein, den Wikileaks-Gründer in Schutz genommen. Hintergrund ist ein Artikel in der Zeitung aus dem August 2011, in dem eine Sicherheitslücke bei der Enthüllungsplattform aufgedeckt worden war.

Stellenmarkt
  1. über 3C - Career Consulting Company GmbH, deutschlandweit (Home-Office)
  2. ING Deutschland, Nürnberg

Der Freitag hatte damals unter der Überschrift "Lecks bei Wikileaks" berichtet, dass Backups unredigierter Originaldokumente von Wikileaks im Netz kursierten. "Das für die Entschlüsselung der Datei notwendige Passwort lässt sich ebenfalls über das Internet recherchieren", hieß es damals. Das Passwort liege offen zutage und "und ist für Kenner der Materie zu identifizieren". Sehr schnell wurde klar, dass es in einem Buch des Journalisten David Leigh über Wikileaks zu finden war.

Schon damals hieß es, dass Assange in einem Telefongespräch mit Augstein versucht habe, ihn davon abzubringen, über das Sicherheitsleck bei Wikileaks zu berichten. Damals schrieb Der Freitag: "Assange fürchtete um die Sicherheit von Informanten. Augstein versicherte Assange, dass Der Freitag keine Informationen veröffentlichen werde, die Zuträgern der Amerikaner gefährlich werden könnten und bat Assange, sich öffentlich zu diesen Vorgängen zu äußern. Assange lehnte ab."

Streit zwischen Assange und Domscheit-Berg

Diese Version der Geschichte bestätigte Augstein nun in einer dreiseitigen Zeugenaussage, die Golem.de vorliegt und die in der vergangenen Woche im Gericht vorgelesen wurde. Die Anhörung per Videochat wurde mehrmals verschoben und dann in eine Verlesung umgewandelt. Dem Statement zufolge hatte der damals in Großbritannien unter Hausarrest stehende Assange offenbar erfahren, dass Der Freitag eine Veröffentlichung zu den unbearbeiteten Dateien und dem veröffentlichten Passwort plante. Weitere Details des Gesprächs nennt Augstein nicht. Kurze Zeit später veröffentlichte Wikileaks selbst die ungeschwärzten Dokumente. Assange behauptete damals, die Depeschen hätten ohnehin komplett veröffentlicht werden sollen.

Hintergrund des Artikels war der Streit zwischen Assange und dessen früherem Mitstreiter Daniel Domscheit-Berg. Dieser hatte nach dem Zerwürfnis mit Assange versucht, das Konkurrenzportal Openleaks aufzubauen. Dessen Medienpartner war unter anderem Der Freitag. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel schrieb damals über das Datenleck bei Wikileaks: " Die Panne blieb über viele Monate unentdeckt, wurde aber in den vergangenen Tagen von Openleaks-Anhängern verbreitet, um den seit Monaten von Domscheit-Berg erhobenen Vorwurf zu belegen, dass 'Daten bei Wikileaks nicht sicher' seien."

Freiheit für Julian Assange!: Don't kill the messenger!

Wann das Auslieferungsverfahren gegen Assange abgeschlossen sein wird, ist unklar. Es erscheint als sicher, dass sich das gesamte Verfahren lange hinziehen könnte und durch mehrere Instanzen gehen wird.

Hinweis: Der Autor hat in den Jahren 2009 und 2010 für den Freitag als Redakteur gearbeitet und mehrere Artikel veröffentlicht. Zum Zeitpunkt der Wikileaks-Enthüllungen war er jedoch nicht mehr dort beschäftigt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 3,50€
  2. 4,86€
  3. 12,49€
  4. 23,99€

franzropen 28. Okt 2020 / Themenstart

"Schon damals hieß es, dass Assange in einem Telefongespräch mit Augstein versucht habe...

franzropen 28. Okt 2020 / Themenstart

Sicher dass du den richtigen Account erwischt hast?

486dx4-160 29. Sep 2020 / Themenstart

Dustin Hoffmann besucht den Prozess und twittert live: https://twitter.com/dhbln...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Mario Kart Live - Test

In Mario Kart Live fährt ein Klempner durch unser Wohnzimmer.

Mario Kart Live - Test Video aufrufen
Mario Kart Live im Test: Ein Klempner, der um Konsolen kurvt
Mario Kart Live im Test
Ein Klempner, der um Konsolen kurvt

In Mario Kart Live (Nintendo Switch) fährt ein Klempner durchs Wohnzimmer. Golem.de hat das Spiel mit einem Konsolen-Rennkurs ausprobiert.
Von Peter Steinlechner

  1. Nintendo Entwickler arbeiten offenbar an 4K-Updates für Switch Pro
  2. Nintendo Switch Mario Kart Live schickt Spielzeugauto auf VR-Rennstecke
  3. 8bitdo Controller macht die Nintendo Switch zum Arcade-Kabinett

iPad Air 2020 im Test: Apples gute Alternative zum iPad Pro
iPad Air 2020 im Test
Apples gute Alternative zum iPad Pro

Das neue iPad Air sieht aus wie ein iPad Pro, unterstützt dasselbe Zubehör, kommt mit einem guten Display und reichlich Rechenleistung. Damit ist es eine ideale Alternative für Apples teuerstes Tablet, wie unser Test zeigt.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Tablet Apple stellt neues iPad und iPad Air vor

Big Blue Button: Das große blaue Sicherheitsrisiko
Big Blue Button
Das große blaue Sicherheitsrisiko

Kritische Sicherheitslücken, die Golem.de dem Entwickler der Videochat-Software Big Blue Button meldete, sind erst nach Monaten geschlossen worden.
Eine Recherche von Hanno Böck


      •  /