WIK-Studie: Telekom sieht genug Wettbewerb im Mobilfunk

Auf dem Endkunden- und Vorleistungsmarkt für Mobilfunk herrscht wirksamer Wettbewerb. Zu diesem Ergebnis kommt eine am 23. Januar 2024 vorgestellte Studie(öffnet im neuen Fenster) des WIK (Wissenschaftliches Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste), die im Auftrag der Bundesnetzagentur erstellt wurde.
"Mit dem Markteintritt von 1&1 als Mobilfunknetzbetreiber besteht zudem die strukturelle Option, dass der Infrastrukturwettbewerb weiter verstärkt wird und sich in der Folge ein noch besseres Preis-Leistungs-Verhältnis über alle Kundensegmente hinweg einstellt" , erklären die Verfasser.
Bei Low- und Medium-Nutzern gibt es demnach einen intensiven Wettbewerb. Die Endkundenpreise für Vielnutzer seien im europäischen Durchschnitt über dem Wettbewerbsverhältnisse im Mobilfunkmarkt, konstatierte das WIK. Mobilfunkanbieter ohne Netz (MVNO) wie Freenet und 1&1 haben danach in Deutschland im europäischen Vergleich die höchsten Teilnehmermarktanteile.
Telekom sieht keine Not für Diensteanbieterverpflichtung
Deutsche-Telekom-Sprecherin Nicole Schmidt erklärte: "Es gibt in Deutschland eine hohe Wettbewerbsintensivität im Mobilfunkmarkt. Es gibt keine Art von Wettbewerbsdefiziten oder Marktversagen." Das alles spreche gegen eine Diensteanbieterverpflichtung, durch die Mobilfunkbetreiber sich für Discounter verpflichtend öffnen müssten.
"Aus unserer Sicht steht einer Verlängerung der auslaufenden Zuteilungen in den Frequenzbereichen 800, 1.800 und 2.600 MHz um acht Jahre nun nichts mehr entgegen. Wir erwarten, dass die Bundesnetzagentur nun zügig die Verlängerungsbedingungen konsultiert, damit die Beantragung der Verlängerung der Nutzungsrechte noch in diesem Halbjahr erfolgen kann" , sagte Schmidt.
Zuvor erklärte die Sprecherin im Telekom-Blog:(öffnet im neuen Fenster) "Ein Anbieter ohne Netz muss keinen einzigen Cent in Lizenzen oder Masten stecken. Ein Anbieter ohne Netz hat keine Auflagen zur Mobilfunkabdeckung zu erfüllen. Ein Anbieter ohne Netz schließt kein einziges Funkloch." Ein Anbieter ohne Netz habe auch kein kostenintensives oder kapitalbindendes Geschäft, denn er miete einfach Netzkapazitäten oder vermarkte lediglich Mobilfunkkapazitäten weiter.
Telefónica-Chef Marcus Haas erklärte: "In kaum einen anderen Land in Europa geben die Verbraucher pro Kopf so wenig für Mobilfunkservices aus wie in Deutschland. Gleichzeitig ist der Anteil netzunabhängiger Anbieter im europäischen Vergleich der höchste." Die Studienergebnisse seien eine gute Nachricht für Verbraucher, Investoren und den dynamischen Netzausbau. Mit einem starken Partnergeschäft trage O2 Telefónica entscheidend zum Wettbewerb im deutschen Mobilfunkmarkt bei.
Die Bundesnetzagentur will die bestehenden Nutzungsrechte in den Bereichen 800 MHz, 1.800 MHz und 2.600 MHz, die Ende 2025 auslaufen, um fünf Jahre verlängern, ohne ein neues Vergabeverfahren durchzuführen. Damit sparen die Konzerne viel Geld. 1&1 ist dagegen.