Wigig alias IEEE 802.11ad: Wo bleibt das nächste WLAN?

WLAN per 802.11ac hat sich ziemlich schnell entwickelt - bis hin zu völlig übertriebenen Router-Konfigurationen mit zahlreichen übergroßen Antennen. Bei dem Standard 802.11ad ist das anders, obwohl er traumhafte Bandbreiten bringen soll. Wir erklären, warum das so ist.

Eine Analyse von veröffentlicht am
NBase-T ist fertig und das nächste WLAN wird darauf aufsetzen müssen.
NBase-T ist fertig und das nächste WLAN wird darauf aufsetzen müssen. (Bild: Andreas Sebayang/Martin Wolf/Golem.de)

In zwei weiteren ausführlichen Artikeln zum Anhören und Nachlesen haben wir Li-Fi und NBase-T erklärt, zwei weitere Techniken für das Netzwerk der Zukunft.

Wireless Local Area Network (WLAN) könnte noch schneller sein, als es ist - und zwar auf Basis der Wigig-Technik alias IEEE 802.11ad. Die soll zahlreiche Probleme von WLAN lösen: Die Bänder werden immer voller, die Nutzer werden immer mehr und stören sich stark gegenseitig. Das liegt auch daran, dass sich die bisherigen Frequenzen zu gut verbreiten und jedem zur Verfügung stehen. Schon durch die Lösung dieser Probleme würde die effektive Bandbreite erhöht werden. Doch Wigig schafft durch den Wechsel auf eine andere Frequenz zusätzliche Bandbreiten, die auf dem Kabel nur mit sehr teurer Technik möglich sind.

Das neue WLAN ist seit Jahren ein Thema und doch kaum fassbar, obwohl zwei Allianzen seit 2013 zusammen an seiner Umsetzung arbeiten. Die Aufgabe der Wigig Alliance ist die Weiterentwicklung des Wigig-Standards, der auch als 802.11ad bekannt ist. Dabei geht es um die Sicherstellung der Datenübertragung von einem Gerät zum anderen auf dem 60-GHz-Band.

Die Wi-Fi Alliance kümmert sich um die Datenübertragung von WLAN auf niedrigeren Bändern. Beide Organisationen sind Industriezusammenschlüsse, die vor allem die Interoperabilität in ihrem jeweiligen Segment sichern. Es sollen zwei unterschiedliche Ansätze und für den Endkunden drei Frequenzbänder zusammengeführt werden. WLAN soll von den Wigig-Entwicklungen der letzten Jahre profitieren. Doch so weit ist es noch nicht.

Die Probleme der zweiten Welle von IEEE 802.11ac

Stellenmarkt
  1. IT Operations Project Specialist (w/m/d)
    FIEGE Logistik Stiftung & Co. KG, Greven
  2. Firewall- und Netzwerkengineer (m/w/d)
    Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB), München, Bayreuth
Detailsuche

Breit genutzt wird derzeit noch die zweite Welle (Wave 2) von IEEE 802.11ac, dem aktuellen und sich schnell verbreitenden WLAN-Standard. Es ist der erste, der einzig auf dem 5-GHz-Band arbeitet. Auch dieses Band füllt sich langsam, dank neuer Tri-Band-Router (Broadcom) oder Tri-Radio-Router (Qualcomm).

Diese Router-Generation ist in der Nachbarschaft einer Innenstadt ziemlich lästig. Denn sie belegt nicht nur das 2,4-GHz-Band, sondern teilt das 5-GHz-Band, das über ausreichenden Platz verfügt, in ein Upper- und ein Lower-Band-WLAN auf. Dazu belegt sie bei beiden jeweils 80 statt 20 MHz Kanalbandbreite. Prinzipiell wären in einigen Fällen sogar 160 + 80 MHz möglich. Wie weit sich solche Router verbreiten, sei dahingestellt. Fakt ist: Dank der neuen Entwicklungen wird das 5-GHz-Band sehr voll.

Dabei spielt auch eine Rolle, dass sich der Nachteil einer Frequenz zunehmend zu einem Vorteil entwickelt hat: die geringe Reichweite. In der Stadt, wo Nachbarn sich gegenseitig stören, ist eine niedrige Frequenz problematisch, die eine große Reichweite hat und gut Strukturen durchdringen kann. Das große Manko von 5-GHz-WLAN, seine schlechte Ausbreitungscharakteristik, ist daher mittlerweile eher nützlich: In urbanen Gegenden gibt es auf dem Band deutlich weniger WLAN-Nachbarn.

Allerdings ist inzwischen die Access-Point-Dichte so hoch, dass die geringe Reichweite allein die Probleme nicht lösen kann. In einem typischen Innenhof konkurrieren Dutzende 5-GHz-Sender und diverse 2,4-GHz-Sender aus dem eigenen Haus und den Nachbarhäusern miteinander.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Mit Wigig soll Ruhe unter Nachbarn einkehren 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6.  


AaronNathalemBr... 21. Okt 2016

Es gab da bis vor relativ kurzer Zeit soweit ich weiß ein Patent das einer Firma gehört...

pigzagzonie 13. Okt 2016

Ok... https://www.golem.de/news/li-fi-statt-wi-fi-dem-internet-geht-ein-licht-auf-1610...

maxule 13. Okt 2016

Ist das bei einer atmosphärischen Streckendämpfung von 6dB/km relevant? Werden dann aus...

dantist 13. Okt 2016

Auch abgesehen von den Abkürzungen finde ich den Vorlesestil ziemlich künstlich und...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Elektromobilität
Im Winter hat der ID.3 fast 30 Prozent weniger Reichweite

Der Verbrauch bei einem Elektroauto von VW schwankt über das Jahr ordentlich. Anders beim Verbrenner. Doch dessen Verbrauch ist ungleich höher.

Elektromobilität: Im Winter hat der ID.3 fast 30 Prozent weniger Reichweite
Artikel
  1. Digitale Dienste und Märkte: Wie DSA und DMA umgesetzt werden
    Digitale Dienste und Märkte
    Wie DSA und DMA umgesetzt werden

    Die Verordnungen über digitale Dienste und Märkte sind inzwischen in Kraft getreten. An ihrer Umsetzung können Interessenvertreter sich noch beteiligen.
    Ein Bericht von Friedhelm Greis

  2. Fit werden für die Cloud - zum halben Preis!
     
    Fit werden für die Cloud - zum halben Preis!

    Ohne Clouddienste geht heute in vielen Unternehmen nicht mehr viel. Die Golem Karrierewelt liefert unverzichtbares Cloud-Know-how mit 50 Prozent Black-Week-Rabatt.
    Sponsored Post von Golem Karrierewelt

  3. Cosmoteer im Test: Factorio im Weltraum
    Cosmoteer im Test
    Factorio im Weltraum

    Eine einzige Person hat über viele Jahre die Sandbox Cosmoteer entwickelt. Dort bauen wir Raumschiffe und kämpfen im All. Achtung, Suchtpotenzial!
    Ein Test von Oliver Nickel

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Black Friday bei Mindfactory, MediaMarkt & Saturn • Prime-Filme leihen für je 0,99€ • WD_BLACK SN850 1TB 129€ • GIGABYTE Z690 AORUS ELITE 179€ • SanDisk SSD Plus 1TB 59€ • Crucial P3 Plus 1TB 81,99 • Mindfactory: XFX Speedster ZERO RX 6900 XT RGB EKWB Waterblock LE 809€ [Werbung]
    •  /