Wifi4EU: EU startet Registrierung für Gratis-WLAN
Die Europäische Kommission hat das Bewerbungsverfahren für das europaweite WLAN-Programm Wifi4EU gestartet. Seit Dienstag könnten sich Städte und Gemeinden in ganz Europa zunächst auf dem Webportal Wifi4eu.eu(öffnet im neuen Fenster) registrieren, teilte die EU-Kommission mit(öffnet im neuen Fenster). Konkrete Projektvorschläge können dann vom 15. Mai 2018 an eingereicht werden. Das Programm unterstützt die Einrichtung kostenloser offener WLANs mit Gutscheinen im Wert von jeweils 15.000 Euro.
Insgesamt will die EU damit in ganz Europa bis zu 8.000 kostenlose öffentliche Internet-Zugänge einrichten. Dafür sind bis zum Jahr 2020 rund 120 Millionen Euro vorgesehen. Für den eigentlichen Netzzugang und die Instandhaltung für mindestens drei Jahre ist der Betreiber verantwortlich. Neben den Gemeinden können sich auch "WLAN-Installationsfirmen" registrieren.
Eingang der Bewerbung entscheidend
"Die heutige Eröffnung des WiFi4EU-Webportals ist ein wichtiger konkreter Schritt, um den Gemeinden zu helfen, kostenloses Wi-Fi bereitzustellen. Dies stellt einen bedeutenden Fortschritt dar", sagte der für den digitalen Binnenmarkt zuständige Vizepräsident, Andrus Ansip. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will mit der Initiative erreichen, dass "bis 2020 jedes Dorf und jede Stadt in Europa über einen kostenlosen WLAN-Internetzugang in der Nähe der Hauptzentren des öffentlichen Lebens verfügt".
Die Auswahl der geförderten Kommunen erfolgt in der Reihenfolge des Eingangs der Bewerbungen, jedoch nicht der Registrierung. Die EU-Kommission will in einem ersten Verfahren zunächst 1.000 Kommunen bestimmen. Dabei solle "die geografische Ausgewogenheit" gewahrt werden. "Jedes teilnehmende Land erhält mindestens 15 Gutscheine", hieß es weiter. In den kommenden zwei Jahren soll es vier weitere Bewerbungsverfahren geben.
Mindestens 30 MBit/s erforderlich
Der Kommission zufolge sollen die WLAN-Zugänge "kostenlos und werbefrei sein und keine personenbezogenen Daten abgreifen". Die Mittel würden jedoch nur bereitgestellt, "wenn in demselben öffentlichen Raum noch keine unentgeltlichen privaten oder öffentlichen Angebote ähnlicher Qualität bestehen". Die Datenübertragungsrate müsse mindestens bei 30 Megabit pro Sekunde liegen.
Kritik hatte es daran gegeben, dass die EU eine Registrierungspflicht für alle Nutzer plant. Ein europaweites Authentifizierungssystem sei notwendig, um aus Sicherheits- und Haftungsgründen ein "Minimum an Kontrolle" ausüben zu können, hatte eine Sprecherin der EU-Kommission im Oktober 2017 gesagt.
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