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Wiederverwendbarkeit: Wachstumsmarkt des 3D-Drucks in chinesischen Raketen

Bereits heute ist der 3D-Druck für den kommerziellen Raketenmarkt in China ein bedeutender Faktor. Prognosen zeigen ein starkes Wachstum.
/ Patrick Klapetz
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Symbolbild einer chinesischen Rakete aus dem 3D-Drucker. (Bild: Pixabay/Montage: Golem)
Symbolbild einer chinesischen Rakete aus dem 3D-Drucker. Bild: Pixabay/Montage: Golem

Der 3D-Druck spielt bei der Wiederverwendbarkeit in der chinesischen Raketenindustrie eine entscheidende Rolle. Das am 25. Juni 2026 veröffentlichte Blaubuch zur Entwicklung der 3D-Drucktechnologie in Chinas kommerzieller Raumfahrt 2026(öffnet im neuen Fenster) sieht zudem ein starkes Wachstum für die kommenden Jahre vor, bei dem immer mehr Raketenkomponenten im 3D-Druck hergestellt werden.

Jedoch kann die tatsächliche Wiederverwendbarkeit einer Rakete erst durch eine wiederkehrende Start- und Landeserie verifiziert werden. Da eine Rakete kein Einwegprodukt ist, sind die Anforderungen an Triebwerke und Strukturkomponenten hoch.

Je mehr Teile vorhanden sind, desto komplexer ist die Montage. Und je mehr Schweißnähte es gibt, umso mehr potenzielle Fehlerstellen bestehen. Deswegen benötigen wiederverwendbare Raketen leichte, einfache und zuverlässige Komponenten, die schnell montiert und angepasst werden können.

3D-Druck ist Bestandteil der kommerziellen, chinesischen Raketenindustrie

Hier kann der Metall-3D-Druck komplexe Bauteile wie Schubkammern, Injektoren, Düsen und Turbopumpen direkt herstellen. Dadurch wird das Formen mehrerer Teile zu einem Stück ermöglicht, was wiederum die Kosten von Raketenstarts senken, die Wiederverwendungslebenszyklen verlängern sowie die Startfrequenzen erhöhen kann.

Chinesische Privatfirmen wie Landspace und Galactic Energy nutzen diese Technologien für Kernkomponenten wie Triebwerksschubkammern und Düsen bereits. Laut einem Brancheninsider macht die Gesamtmenge der im 3D-Druck hergestellten Komponenten fast 95 Prozent der Raketentriebwerke aus.

Auch das kommerzielle chinesische Unternehmen Space Pioneer nutzt das 3D-Druckverfahren für das TH-11V-Triebwerk seiner dreistufigen Trägerrakete Tianlong-2. Dadurch konnte es die Gesamtzahl der Bauteile für seinen Verbrennungsmotor um 80 Prozent reduzieren. Zeitgleich wird der Herstellungszyklus um 70 bis 80 Prozent verkürzt, was zu einer Kosten- und Gewichtsreduktion von 40 bis 50 Prozent führt.

Landspace produzierte im vergangenen Jahr den 100. Flüssigsauerstoff-Methan-Motor für die eigene Zhuque-2-Rakete. Alle Verbindungen, Zünderhalterungen, Rumpfkomponenten und Schubkammern wurden im 3D-Druck hergestellt.

Wachstum für 3D-Druck-Komponenten

Aus dem veröffentlichten Blaubuch geht hervor, dass bis zum Jahr 2027 die Marktgröße für den inländischen kommerziellen Sektor die Marke von 15 Milliarden Yuan (etwa 1,94 Milliarden Euro) überschreiten wird. Die Grenze von 30 Milliarden Yuan (etwa 3,88 Milliarden Euro) soll 2030 erreicht werden. Damit wird eine jährliche Wachstumsrate von 35 Prozent für die nächsten fünf Jahre vorhergesagt.

Auch die Auslastung des 3D-Drucks in Satellitenstrukturteilen und großen Raketenkörperstrukturen soll von derzeit 35 bis 50 Prozent auf über 60 Prozent ansteigen.

Dennoch: Anlagenstabilität, Materialkonsistenz, Fehlererkennung und Zertifizierung bleiben weiterhin Faktoren, die eine Herausforderung in den großflächigen Industrialisierungen für den 3D-Druck im Luft- und Raumfahrtbereich darstellen. Ob die im 3D-Druck gefertigten Komponenten mehrere Flüge standhalten, muss sich zeigen.


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