Abo
  • Services:
Anzeige
Start des Raumfahrzeugs New Shepard (Ende April 2015): technisch machbar, aber auch ökonomisch sinnvoll?
Start des Raumfahrzeugs New Shepard (Ende April 2015): technisch machbar, aber auch ökonomisch sinnvoll? (Bild: Blue Origin)

Zehn Mal fliegen lohnt sich schon

Holger Burkhardt, der beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Raumfahrtmanagement in der Trägerabteilung tätig ist, hält die Wiederverwendung von Raketen für "technisch machbar, aber ob ökonomisch sinnvoll, muss erst noch bewiesen werden. Hauptargument für die Wiederverwendbarkeit von Raumtransportsystemen sind die erwarteten Kosteneinsparungen", sagt er Golem.de.

Beim Betrieb einer Rakete entstünden Kosten für die Produktion, den Treibstoff und den Betrieb. Ihnen stehen die Einnahmen für den Transport von Nutzlasten in All gegenüber. Die Rechnung sieht dann so in etwa aus: Werden wie bei ULA Teile oder im Falle von SpaceX ein ganze Raketenstufe wiederverwendet, sinken die Produktionskosten. Dafür fallen andere Kosten an, für eine Bergung oder den Transport der Rakete zurück an den Startplatz sowie die Wartung der Komponenten.

Wiederverwenden geht auf Kosten der Nutzlast ...

Soll eine Rakete landen, braucht sie dafür eine Vorrichtung, wie etwa Füße, auf denen sie aufsetzt. Außerdem ist ein System nötig, das den Fall bremst - ein Fallschirm oder, im Fall von SpaceX und Blue Origin, zusätzlicher Treibstoff für den kontrollierten Abstieg. Das bedeutet zusätzliches Startgewicht, das wiederum "die erzielbare Nutzlast in den Orbit" reduziere, sagt Burkhardt. Und weniger Nutzlast bedeute geringere Einnahmen. "Es bleibt deshalb offen, ob sich die erhofften Kosteneinsparungen realisieren lassen."

Anzeige

Die Raumfahrtunternehmen sind von ihren Konzepten überzeugt. "Solange wir weiterhin Raketen und Raumschiffe wegwerfen, werden wir nie echten Zugang zum Weltraum haben. Es wird immer unglaublich teuer sein", sagte SpaceX-Chef Musk 2014 bei der Vorstellung der Raumfähre Dragon V2. Leider will sich SpaceX über Musks offizielle Aussagen hinaus nicht über die wirtschaftliche Seite des Raketen-Recyclings äußern.

... soll aber Kosten sparen

Im Haus ULA ist man sich der Sache sicher: Grund für die Wiederverwertung seien in erster Linie die Kosten, sagt der ULA-Manager Sowers. Allerdings sei der Aufwand auch geringer als der, den SpaceX betreibe - vom Auffangen des Triebwerks im Flug vielleicht mal abgesehen. "Wir glauben nicht, dass sich die Wiederverwendung einer ganzen Stufe wegen der Schwierigkeiten und des Leistungsverlusts durch die Rückgewinnung lohnt."

Die Antriebseinheit ist die teuerste Komponente der ersten Stufe: Sie macht knapp zwei Drittel der Kosten der Stufe aus. Da sie nicht landen muss, sind weniger Komponenten nötig als an der F9R oder an New Shepard: Die Vulcan-Triebwerke brauchen keine Füße oder ausklappbaren Flügel, die die F9R beim Abstieg stabilisieren. Auch Treibstoff für Bremsraketen fällt weg. Benötigt werden ein Hitzeschild und ein Fallschirm.

Flüssiggas erleichtert erneute Triebwerksnutzung

Die Kosten für die Wiederverwendung seien nicht so hoch, sagt Sowers. Die BE-4-Triebwerke würden mit flüssigem Erdgas (Liquid Natural Gas, LNG) und flüssigem Sauerstoff befeuert. Bei deren Verbrennung entstünden beispielsweise keine Kohlenstoffrückstände - das erleichtere die Wiederverwendung der Triebwerke.

DLR-Wissenschaftler Burkhardt ist skeptisch: Die Triebwerke seien die heikelste Komponente einer Rakete, da hier "eine extrem hohe thermo-mechanische Belastung auftritt", sagt er. Da "werden die Grenzen einer sicheren Wiederverwendbarkeit deutlich schneller erreicht" als bei Strukturbauteilen und der Avionik.

Die BE-4-Triebwerke werden aber offensichtlich auf eine mehrfache Verwendung hin entwickelt - schließlich will Blue Origin die New Shepard mehr als nur einmal einsetzen. Sie seien so beschaffen, dass sie "Dutzende Male" eingesetzt werden könnten, sagt Sowers. "Wir brauchen fünf bis zehn Einsätze, damit sich das lohnt."

Nachtrag vom 19. Mai 2015, 15:10 Uhr

In einer früheren Version des Textes hieß es irrtümlich, ULAs Trägerrakete Delta habe russische Triebwerke und die Falcon 9 starte auf ihren Füßen stehend. Beide Fehler sind korrigiert.

 Blue Origin fliegt wieder

eye home zur Startseite
baz 21. Mai 2015

Treibstoffreste dürften nicht sonderlich bedenklich sein, zum einen dürfte es davon nicht...

flurreh 21. Mai 2015

Auf den meisten Planeten, den Mond eingschlossen, bringt das nicht viel. Deswegen machen...

AndyMt 20. Mai 2015

Absolut! Das geniale an KSP ist ja, dass es die Sache soweit vereinfacht, dass die...

Muhaha 19. Mai 2015

In Deutschland hat man kein Problem mit staatlicher Hilfe, staatlicher Regulierung...

oliver.n.h 19. Mai 2015

Nun das spaceshuttle unterschied sich nicht gross von einem flugzeug, das wird auch alle...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Daimler AG, Stuttgart
  2. ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH, München
  3. MEKRA Lang GmbH & Co. KG, Ergersheim
  4. Bsys Mitteldeutsche Beratungs- und Systemhaus GmbH, Erfurt


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 5,99€ FSK 18
  2. (u.a. The Big Bang Theory, True Detective, The 100)
  3. 23,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)

Folgen Sie uns
       


  1. Konkurrenz zu Amazon Echo

    Hologramm-Barbie soll digitale Assistentin werden

  2. Royal Navy

    Hubschrauber mit USB-Stick sucht Netzwerkanschluss

  3. Class-Action-Lawsuit

    Hunderte Ex-Mitarbeiter verklagen Blackberry

  4. Rivatuner Statistics Server

    Afterburner unterstützt Vulkan und bald die UWP

  5. Onlinewerbung

    Youtube will nervige 30-Sekunden-Spots stoppen

  6. SpaceX

    Start von Trägerrakete Falcon 9 verschoben

  7. Hawkeye

    ZTE bricht Crowdfunding-Kampagne ab

  8. FTTH per NG-PON2

    10 GBit/s für Endnutzer in Neuseeland erfolgreich getestet

  9. Smartphones

    FCC-Chef fordert Aktivierung ungenutzter UKW-Radios

  10. Die Woche im Video

    Die Selbstzerstörungssequenz ist aktiviert



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Mobile-Games-Auslese: Schiffbruch auf der Milchstraße für mobile Spieler
Mobile-Games-Auslese
Schiffbruch auf der Milchstraße für mobile Spieler

München: Wie Limux unter Ausschluss der Öffentlichkeit zerstört wird
München
Wie Limux unter Ausschluss der Öffentlichkeit zerstört wird
  1. US-Präsident Zuck it, Trump!
  2. Begnadigung Danke, Chelsea Manning!
  3. Glasfaser Nun hängt die Kabel doch endlich auf!

Pure Audio: Blu-ray-Audioformate kommen nicht aus der Nische
Pure Audio
Blu-ray-Audioformate kommen nicht aus der Nische

  1. Die Musik im Herstellervideo..

    Neuro-Chef | 15:15

  2. Re: Fake News -Ergänzung

    Berner Rösti | 15:13

  3. Re: Und wo liegt nun der Unterschied zu Alexa?

    Berner Rösti | 15:05

  4. Hat die auch mit der Puppe gespielt?

    logged_in | 15:02

  5. Re: Stockholm Syndrome at its finest.

    marc_kap | 14:59


  1. 14:00

  2. 12:11

  3. 11:29

  4. 11:09

  5. 10:47

  6. 18:28

  7. 14:58

  8. 14:16


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel