SpaceX steigt ab
2012 begann das Raumfahrtunternehmen von Paypal-Gründer und Tesla-Motors-Chef Musk, den kontrollierten Abstieg von Raketen zu testen. Vertical-Takeoff-Vertical-Landing-Rakete (VTVL) heißt das Konzept. Dazu benötigt die Trägerrakete Falcon 9 einige Komponenten, auf die eine Einweg-Rakete verzichten kann.
Die erste Stufe der Falcon 9 hat vier Füße aus Aluminium und Stahl, die mit hydraulischen Dämpfern ausgestattet sind, auf denen sie senkrecht stehend landet. Beim Abstieg zur Erde wird die Raketenstufe von Triebwerken gebremst. 2014 bekam die Falcon noch vier Flügel, die die Rakete stabilisieren sollen. Es sind vier Gitter, die beim Abstieg rechtwinklig ausgeklappt werden. Jeder Flügel kann individuell angesteuert werden. So kann die Rakete beim Abstieg ausbalanciert werden.
Grasshopper landet
Getestet hat SpaceX das VTVL-Konzept mit der experimentellen Rakete Grasshopper: eine abgespeckte erste Stufe der Falcon 9, bestehend aus dem Tank und einem Merlin-Raketentriebwerk. Die reguläre erste Stufe der Falcon 9 hat neun Triebwerke. Die beiden ersten Starts waren nur Hopser: Im September 2012 flog die Rakete drei Sekunden lang und stieg dabei 1,8 Meter hoch, und im November schaffte sie acht Sekunden und 5,4 Meter.
Ab 2013 ging es dann höher hinauf: im März 80 Meter, einen Monat später sogar 250 Meter. Bei diesem Flug widerstand die Grasshopper relativ starkem Seitenwind. Im August ließ SpaceX die Rakete seitwärts fliegen: Während des Aufstiegs auf 250 Meter bewegte sie sich rund 100 Meter seitwärts. Im Sinkflug kehrte sie wieder zum Ausgangspunkt zurück.
Falcon bekommt neue Triebwerke
Im Oktober 2013 beendete SpaceX das Grasshopper-Programm - mit einem Aufstieg bis in eine Höhe von 744 Metern. Im Monat zuvor hatte SpaceX erstmals den Abstieg mit der Falcon 9v1.1, der weiterentwickelten Version der Falcon 9 getestet. Sie hat neue Merlin-Triebwerke, die mehr Schub erzeugen und die anders angeordnet sind: Acht der Merlin-1D-Triebwerke bilden einen Kreis um ein neuntes.
Anfangs ließ SpaceX die Rakete über dem Meer absteigen und anschließend ins Wasser plumpsen. Beim ersten Versuch trat die Rakete sicher in die Atmosphäre ein und stieg kontrolliert ab. Kurz vor dem Wassern wurden die Triebwerke noch einmal gezündet, um die Rakete abzubremsen. Dabei kam es zu einem Problem mit der Treibstoffzufuhr. Das Triebwerk ging aus, die Rakete schlug auf dem Wasser auf und zerschellte.
Falcon soll auf Schwimmplattform landen
Besser wurde es im folgenden Jahr: Es gelang 2014 mehrfach, die erste Stufe der Falcon kontrolliert bis zur Meeresoberfläche absteigen zu lassen. Anfang Januar 2015 kündigte SpaceX dann an, die Raketenstufe erstmals landen zu lassen. Allerdings nicht auf festem Boden, sondern auf einer schwimmenden Landeplattform. Das Autonomous Spaceport Drone Ship schwimmt frei im Atlantik und wird von mehreren starken Triebwerken in Position gehalten - SpaceX begründete das mit der Sicherheit.
Die Plattform anzufliegen, war jedoch nicht das Problem: Der Abstieg gelang. Doch die Rakete kippte und explodierte. Grund sei ein Druckabfall in der Hydraulik gewesen, erklärte Musk später.
Musk löscht Erklärungs-Tweet
Nicht viel besser lief es beim zweiten Versuch im April: Wieder stieg die F9R zum Autonomous Spaceport Drone Ship ab. Das misslang jedoch erneut. Die Rakete setzte auf der Plattform auf, kippte um und explodierte. Ein Treibstoffventil habe nicht richtig funktioniert, twitterte Musk, löschte den Tweet dann aber wieder.
Am 19. Juni wird eine Falcon wieder den Raumtransporter Dragon auf den Weg zur Internationalen Raumstation (International Space Station, ISS) bringen. Auf dem Rückweg will SpaceX den nächsten Versuch unternehmen, die Rakete landen zu lassen. Dann aber am liebsten an Land, sagte SpaceX-Managerin Gwynne Shotwell im April der US-Wochenzeitung Defense News.
Außer Musk arbeitet noch ein weiterer Dotcom-Unternehmer am Projekt Raumfahrt, und auch er setzt auf mehrfach nutzbare Raumfahrzeuge.
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