Wie in Australien: Britisches Oberhaus stimmt für Social-Media-Verbot unter 16

Das House of Lords hat am Mittwoch mit 261 zu 150 Stimmen für ein Verbot von Social-Media-Plattformen(öffnet im neuen Fenster) für Nutzer unter 16 Jahren gestimmt. Die Entscheidung stellt eine Niederlage für die ursprüngliche Position der Regierung dar und erhöht den Druck auf Premierminister Keir Starmer, schneller bei der Regulierung des Onlinezugangs für Kinder zu handeln.
Die Abstimmung fand parteiübergreifende Unterstützung. Der Änderungsantrag zu einem Gesetzentwurf über Schulen und das Wohlergehen von Kindern orientiert sich an der kürzlich in Australien verabschiedeten Regelung.
Regierung setzt auf Konsultation statt sofortige Umsetzung
Der britische Premierminister deutete bereits am Montag an, dass die Möglichkeit eines rechtlichen Verbots nach australischem Vorbild geprüft werde. Allerdings startete die Regierung zunächst einen dreimonatigen Konsultationsprozess, um verschiedene Optionen zum Schutz von Kindern im Internet zu untersuchen.
In den Debatten wurden verschiedene Gefahren angesprochen, darunter Sextortion, Cybermobbing und Spielsucht bei jungen Menschen. Die Konsultation wird auch eine Anhebung des Einwilligungsalters prüfen, was Unternehmen dazu verpflichten würde, vor der Nutzung von Kinderdaten eine elterliche Erlaubnis einzuholen. Zudem werden Designmerkmale untersucht, die süchtig machendes Verhalten fördern könnten, etwa Streak-Systeme in Social-Media-Apps.
So geht es weiter
Der Gesetzentwurf kehrt nun ins Unterhaus zurück, wo die Regierung versuchen könnte, das vom Oberhaus unterstützte Verbot zu kippen. Geplant ist außerdem, in Australien zu beobachten, wie die dortigen Beschränkungen für unter 16-Jährige in der Praxis funktionieren.
Das australische System verlangt Altersverifikationsprüfungen , bevor Nutzer auf als potenziell schädlich eingestufte Plattformen wie X und Tiktok zugreifen können.



