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Widerstand gegen KI-Rechenzentren: "Riesige, hässliche, schmutzige Bauten"

In den USA wächst sich der Protest gegen KI-Rechenzentren zu einer regelrechten Bewegung aus, auch in Europa gibt es zunehmend Widerstand. Hier geht es um weit mehr als Nimbyism (Not in my backyard).
/ Markus Feilner
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Dieses Microsoft-Rechenzentrum steht in Colon in Mexiko. (Bild: Cesar Gomez / AFP via Getty Images)
Dieses Microsoft-Rechenzentrum steht in Colon in Mexiko. Bild: Cesar Gomez / AFP via Getty Images
Inhalt
  1. Widerstand gegen KI-Rechenzentren: "Riesige, hässliche, schmutzige Bauten"
  2. Allianz von Rechts und Links gegen KI-Rechenzentren
  3. Kronsdorf: Jeden Tag 6 Millionen Liter 30 °C warmes Abwasser
  4. Betreiber und Bauherren in spe mauern
  5. Bis zu 9 Grad wärmer lokal?
  6. Erin Brockovich und die politische Dimension

In Österreich und Bayern haben sich jüngst zwei neue Bürgerinitiativen gebildet, um gegen Rechenzentren für künstliche Intelligenz vorzugehen. Während im oberösterreichischen Kronsdorf nahe Linz der zu erwartende Strom- und Wasserverbrauch eines im Bau befindlichen Google-Rechenzentrums im Vordergrund stehen, ist das oberpfälzische Wenzenbach bei Regensburg eher ein Beispiel für seltsame Informationsstrategien der Konzerne schon in der Planung.

In den USA scheint aus vielen Protesten bereits eine regelrechte Bewegung gegen KI-Rechenzentren zu werden. Je nach Umfrage sind etwa drei Viertel der US-Bürger ausdrücklich gegen KI-Rechenzentren(öffnet im neuen Fenster), egal wo sie gebaut werden sollen. Die Zahlen sind noch höher, wenn es um ein Rechenzentrum vor Ort geht, die Sorgen richten sich auch generell gegen KI(öffnet im neuen Fenster).

In Deutschland stehen laut einer repräsentativen Yougov-Umfrage 72 Prozent dem weiteren Ausbau kritisch gegenüber(öffnet im neuen Fenster), sie fürchten negative Folgen(öffnet im neuen Fenster). Unternehmen sind hingegen stark für Rechenzentren in Deutschland(öffnet im neuen Fenster).

"Es geht hier nicht ums Sankt-Florian-Prinzip, die Menschen, die einmal so ein KI-Rechenzentrum erlebt haben, wollen das nicht, egal wo", sagt Technologie-Expertin Jasmine Sun in einem Interview der New York Times(öffnet im neuen Fenster). Sun war vor Ort, hat sich Standorte überall in den USA angesehen und mit Menschen gesprochen, die sich organisieren. Mit Widerstand gegen die "sehr riesigen, hässlichen, lauten, schmutzigen Bauten" hätten die KI-Konzerne nicht gerechnet.

Weil der Bau von Rechenzentren in den USA Grundstücks-, Strom-, Wasser- und Hardware-Preise explodieren ließ (g+), die KI-Revolution nur einer kalifornischen Tech-Elite zugutekomme (g+), gleichzeitig aber die Betreiber ländliche Regionen ausbeuteten und amerikanische Landschaften zerstörten, wolle eine Mehrheit der Amerikaner keine KI-Rechenzentren.

Der Widerstand zeige sich auch bei Verhandlungen: Früher mussten Gemeinden den Konzernen weit entgegenkommen, wenn sie Rechenzentren anlocken wollten. Kaum zwei Jahre später ist es umgekehrt: Neue, geeignete Rechenzentrenstandorte sind nicht mehr die, wo die Steuer niedrig ist, sondern dort, wo kaum Widerstand erwartet wird. Amazon beispielsweise muss Jahrzehnte alte Gesetzeslücken bemühen, um ein KI-Rechenzentrum durchzuboxen(öffnet im neuen Fenster).

Für viele Menschen ist KI optional, anders als Wasser oder Strom

KI sei ein Gadget, ein nützliches Tool, aber nichts, auf das man angewiesen sei wie auf das Auto, Strom, Essen oder Internet, hörte Sun auf ihren Reisen immer wieder. Viele Menschen seien zudem genervt davon, am Arbeitsplatz zu Arbeitsweisen gezwungen zu werden, von denen sie glauben, sie selbst besser und schneller erledigen zu können.

Bei Großprojekten manifestiert sich das besonders, etwa bei Elon Musks Colossus-II-Mega-Projekt, bei dem der Betreiber mehrfach vor Gericht stand(öffnet im neuen Fenster), weil er Abgas- und Umweltregeln missachtet(öffnet im neuen Fenster) und mobile Gaskraftwerke ohne Genehmigung installiert hatte(öffnet im neuen Fenster).

KI-Vordenker wie Musk hätten sich verschätzt, sagt Jasmine Sun, nicht nur beim Umfang der Nutzung von Grok, auch dabei, wie groß die Sorgen der Menschen vor großen Industrieruinen mit Unmengen an Schadstoffen sei. Hinzu komme, dass nahezu alle KI-Firmen derzeit unpopulär seien und KI überwiegend als Projekt der (Tech-)Eliten angesehen werde.

Sun bereiste offensichtlich weite Teile des Mittleren Westens, wo die Animositäten gegen die kalifornische Tech-Elite traditionell stark verbreitet sind. In Salem, Oregon, führt das zu bedrohlichen Ereignissen: Bürger brachten Guillotinen mit zu Bürgerversammlungen, bei denen über KI-Rechenzentren diskutiert werden sollte. Ergebnis hier: ein Moratorium(öffnet im neuen Fenster).


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