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Erin Brockovich und die politische Dimension

Vor 25 Jahren gewann Julia Roberts den Oscar für ihre Verkörperung der Umweltschützerin Erin Brockovich, die in den 90ern für Aufsehen sorgte, als sie eine große Verbraucherschutzklage gegen den kalifornischen Energieversorger PG&E gewinnen konnte. Nun ist Brockovich wieder in den Medien, weil sie die Plattform Brockovich Data Center ins Leben gerufen hat(öffnet im neuen Fenster).

Neben einer Anlaufstelle für die "Bewegung" samt editierbarer Karte aller Rechenzentren finden sich dort auch jede Menge Informationen über den Ressourcenverbrauch der KI-Fabriken.

Geht es nach US-Präsident Trump, ist jede Regulierung von KI verboten(öffnet im neuen Fenster), es sei sinnlos, die wunderbaren Rechenzentren zu bekämpfen(öffnet im neuen Fenster): "You can't fight it", sagt er.

Ungelöst: Abwärme und Notstrom

Es gibt noch andere Problemfelder: Ab 2027 schreibt das Energieeffizienzgesetz vor, dass "Rechenzentren ihren Strom vollständig aus erneuerbaren Energien beziehen und die entstehende Abwärme nach Möglichkeit nutzen müssen, zum Beispiel über Einspeisung in Fernwärmenetze", berichtet der Deutschlandfunk(öffnet im neuen Fenster).

Aber sowohl das Verwenden von ausschließlich regenerativer Energie als auch die vollständige Wärmeableitung mit Nutzung in Haushalten auf dem Land sind – wie im Falle Wenzenbach – an vielen Standorten unmöglich. "In ländlichen Regionen, in denen viele neue Großrechenzentren entstehen, fehlt oft die notwendige Infrastruktur, um die theoretisch für Zehntausende Haushalte ausreichende Wärme tatsächlich zu nutzen", heißt es beim DLF. Andere Baustellen sind die Notfallversorgung mit Strom, Gas oder Diesel, alles tiefergehend im verlinkten Artikel zum Regensburger Projekt beschrieben.

Fazit: mehr als Nimbyism

Die Probleme beim Bau von KI-Giga-Rechenzentren sind offensichtlich so massiv, dass sie eine weltweit ähnliche Widerstandsbewegung ins Leben gerufen haben. Und diese fußt nicht auf Nimbyism, der amerikanischen Version des Sankt-Florian-Prinzips.

Denn sie will nicht nur lokale Projekte verhindern, sondern Gesellschaft, Umwelt und Klima vor den Auswüchsen der kalifornischen Tech-Elite schützen. Und für diese KI-Gegner spricht vor allem in Zeiten des Klimawandels schlicht zu viel gegen die Giga-Fabriken.

Markus Feilner(öffnet im neuen Fenster) ist Berater für Open-Source-Strategien aus Regensburg. Seit dem Jahr 1994 arbeitet er mit Linux, seit 2000 mit eigener Firma, die sich auf die OSI Layer 8 bis 12 spezialisiert hat. Er war stellvertretender Chefredakteur des Linux-Magazins und der Heise iX sowie Team Lead Documentation bei Suse. Seit 2024 ist er Open Source Ambassador und Evangelist beim Wiener Exchange-Ersatz grommunio.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)


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