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Betreiber und Bauherren in spe mauern

Es ist also kein Wunder, dass gerade der Wasserverbrauch moderner KI-Datacenter ein großes Politikum ist, sowohl bei Skeptikern als auch Befürwortern. Gleichzeitig erzählen die Betreiber und Bauherren lokalen Bürgermeistern wie im Falle von Wenzenbach, man brauche gar kein Wasser, alles sei ein "geschlossener Kreislauf" aus "Grauwasser".

Andererseits schrieb die Washington Post noch 2024, jede mit KI erzeugte E-Mail verbrauche eine kleine Flasche Wasser(öffnet im neuen Fenster). Belastbare Belege für beide Seiten gibt es keine, auch weil die meisten US-amerikanischen Konzerne seit Jahren keine Informationen zum Wasserverbrauch herausgeben.

800 Millionen Liter Wasser pro Tag für Malaysias Rechenzentrums-Boom

Die Zahlen aus der Realität sprechen eine andere Sprache: In Malaysia wird der dortige Rechenzentrumsboom täglich 800 Millionen Liter Wasser verbrauchen, so eine Berechnung der nationalen Wasserbehörde. Das berichtet die Tagesschau(öffnet im neuen Fenster). Der Verbrauch sei so hoch, obwohl dort nur Rechenzentren mit jeweils 19 Megawatt geplant sind – aber eben sehr viele davon.

In The Dalles, einer 16.000-Einwohner-Gemeinde in Oregon, ist der Wasserverbrauch rund um ein Google-Rechenzentrum (inklusive Kühltürme auf dem Dach) stark gestiegen. Es verbrauchte 2025 fast 40 Prozent des ganzen Wassers der Gemeinde(öffnet im neuen Fenster); der Wasserverbrauch der Stadt stieg um 25 Prozent. Die Gouverneurin von Oregon nennt derlei "nicht mehr nachhaltig" für den Bundesstaat.

2 oder 1.200 Liter pro kWh?

Ebenfalls von 2025 ist die Studie von Lei, Lu, Shehabi und Masanet, The Water Use of Data Center Workloads: A Review and Assessment of Key Determinants(öffnet im neuen Fenster), die zum direkten Verbrauch des Rechenzentrums noch zusätzlich bis zu 1.200 Liter pro Kilowattstunde der Stromerzeugung errechnet.

Bei Wasserkraft als Energiequelle sinkt das zwar auf bis zu zwei Liter, doch die Spanne der vermuteten Verbräuche ist enorm. "Systematische Berichte und Forschungsarbeiten zum Wasserverbrauch in Rechenzentren und zu den dafür ausschlaggebenden Faktoren sind in der Fachliteratur nach wie vor rar", schreiben die Autoren.

Solange die Rechenzentrums-Betreiber solche Angaben nicht selbst machen, wird der Verbrauch an den meist negativen Beispielen gemessen werden. Das letzte Woche erschienene Dossier von Netzpolitik.org bietet für all diese Fragen eine Anlaufstelle(öffnet im neuen Fenster), vor allem auch, weil die Bundesregierung offensichtlich nicht weiß, wie viel Trinkwasser ihre eigenen Ausbaupläne verbrauchen werden.


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