Abo
  • Services:
Anzeige
Der Staatsrat in Paris
Der Staatsrat in Paris (Bild: Marie-Lan Nguyen)

Französischer Staatsrat: Google kämpft gegen weltweite Auslistung von Links

Der Staatsrat in Paris
Der Staatsrat in Paris (Bild: Marie-Lan Nguyen)

Dürfen französische Datenschützer weltweit vorschreiben, welche Links von Suchmaschinen angezeigt werden? Nach Ansicht von Google könnte dadurch der Zugang zu legalen Informationen überall erschwert werden.

Google wehrt sich juristisch gegen die weltweite Ausdehnung des europäischen Rechts auf Vergessenwerden. Wie Googles Chefjurist Kent Walker am Donnerstag in einem Blogbeitrag mitteilte, legte das Unternehmen vor dem höchsten Verwaltungsgericht Frankreichs, dem Staatsrat, Widerspruch gegen eine entsprechende Entscheidung der französischen Datenschutzbehörde CNIL ein. Google will damit verhindern, dass Suchergebnisse, die von EU-Bürgern beanstandet wurden, auch außerhalb Europas nicht mehr gefunden werden können.

Anzeige

Google sieht den Widerspruch als "eine Frage von Recht und Prinzip". Das Unternehmen halte jeweils die Gesetze in den Ländern ein, in denen es tätig sei. "Aber wenn französisches Recht weltweit gelten soll: Wie lange wird es dauern bis andere Länder - die vielleicht weniger offen und demokratisch sind -, ebenfalls den Anspruch erheben, dass ihre Gesetze zur Informationsregulierung weltweit gültig sind?", fragte Walker. Dies könne zu einer weltweiten Abwärtsspirale führen, die den Zugang zu Informationen, die im eigenen Land völlig legal seien, einschränke. So habe Google sich bereits Forderungen von anderen Staaten widersetzt, bestimmte Inhalte weltweit aus der Suche zu entfernen.

Geoblocking eingeführt

Die CNIL hatte im Streit um das Recht auf Vergessenwerden im März eine Geldstrafe von 100.000 Euro gegen Google verhängt. Die Datenschützer verlangen schon seit November 2014, dass Google nach europäischem Recht beanstandete Suchergebnisse weltweit herausfiltert. Bislang sind solche Einträge aus Ländern außerhalb der EU weiterhin zugänglich.

Der Konzern war den Kritikern im Frühjahr entgegengekommen und hatte angekündigt, die fraglichen Links im Land des Antragstellers per Geoblocking nicht mehr anzuzeigen. Die Beschränkung betrifft alle Google-Domains, auch Google.com, wenn von dem Land aus, in dem eine Person die Auslistung beantragt hat, nach den Links gesucht wird. Ein Test über folgende Suchanfrage zeigt, dass das Geoblocking innerhalb Deutschlands auf Google.com aktiv ist. Mit einer US-amerikanischen IP-Adresse lässt sich der Artikel hingegen finden.

CNIL verweist auf Umgehungsmöglichkeiten

Dieses Vorgehen reichte Paris aber nicht aus. Die CNIL verweist unter anderem darauf, dass Internetnutzer die Blockade mit technischen Mitteln wie Proxydiensten oder Anonymisierungstools umgehen könnten. Nach Ansicht Googles betrifft dies jedoch weniger als ein Prozent der Nutzer.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte im Mai 2014 entschieden, dass Suchmaschinen Links zu bestimmten Inhalten aus ihren Ergebnisseiten löschen müssen, wenn sich ein Nutzer in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt sieht. Mit dem Urteil blieben aber viele Detailfragen offen. Journalisten-Organisationen kritisieren die Sperrungen als Zensurmaßnahme. Nach Ansicht der CNIL trifft dies jedoch nicht zu, da die eigentlichen Inhalte weiterhin im Netz zur Verfügung stünden. Sie könnten gefunden werden, wenn zur Suche nicht die Namen der betroffenen Personen eingegeben würden.


eye home zur Startseite
smkpaladin 24. Mai 2016

Ich denke du siehst das im falschen Zusammenhang. Dein Beispiel mit der Festplatte passt...

unbuntu 20. Mai 2016

Otto Normal hätte hier schon nach "AWS" und "Windows Remote Desktop" aufgegeben...

DetlevCM 19. Mai 2016

Nein, das Alter ist nicht aussagekraeftig - zumindest ist es alleine kein...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. MediFox GmbH, Hildesheim
  2. aruba informatik GmbH, Fellbach
  3. adaptronic Prüftechnik GmbH, Wertheim-Reinhardshof
  4. Bundeskriminalamt, Wiesbaden


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 6,99€
  2. 7,99€
  3. 0,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Liberty Global

    Giga-Standard Docsis 3.1 kommt im ersten Quartal 2018

  2. Apache-Sicherheitslücke

    Optionsbleed bereits 2014 entdeckt und übersehen

  3. Tianhe-2A

    Zweitschnellster Supercomputer wird doppelt so flott

  4. Autonomes Fahren

    Japan testet fahrerlosen Bus auf dem Land

  5. Liberty Global

    Unitymedia-Mutterkonzern hat Probleme mit Amazon

  6. 18 Milliarden Dollar

    Finanzinvestor Bain übernimmt Toshibas Speichergeschäft

  7. Bundestagswahl

    Innenminister sieht bislang keine Einmischung Russlands

  8. Itchy Nose

    Die Nasensteuerung fürs Smartphone

  9. Apple

    Swift 4 erleichtert Umgang mit Strings und Collections

  10. Redundanz

    AEG stellt Online-USV für den 19-Zoll-Serverschrank vor



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Inspiron 5675 im Test: Dells Ryzen-Gaming-PC reicht mindestens bis 2020
Inspiron 5675 im Test
Dells Ryzen-Gaming-PC reicht mindestens bis 2020
  1. Android 8.0 im Test Fertig oder nicht fertig, das ist hier die Frage
  2. Logitech Powerplay im Test Die niemals leere Funk-Maus
  3. Polar vs. Fitbit Duell der Schlafexperten

Energieversorgung: Windparks sind schlechter gesichert als E-Mail-Konten
Energieversorgung
Windparks sind schlechter gesichert als E-Mail-Konten
  1. Apache Struts Monate alte Sicherheitslücke führte zu Equifax-Hack
  2. Kreditrating Equifax' Krisenreaktion ist ein Desaster
  3. Best Buy US-Handelskette verbannt Kaspersky-Software aus Regalen

Anki Cozmo im Test: Katze gegen Roboter
Anki Cozmo im Test
Katze gegen Roboter
  1. Die Woche im Video Apple, Autos und ein grinsender Affe
  2. Anki Cozmo ausprobiert Niedlicher Programmieren lernen und spielen

  1. Tja da lobt man sich Android

    Bozzy | 22:15

  2. Ein Beitrag voller Grenzfälle

    tkaufmann | 22:06

  3. Re: Kostenlos

    tingelchen | 22:03

  4. Re: Funktioniert Netflix denn mittlerweile bei UM?

    Dragon0001 | 21:58

  5. 84.000 gebuchte Anschlüsse

    plutoniumsulfat | 21:58


  1. 18:10

  2. 17:45

  3. 17:17

  4. 16:47

  5. 16:32

  6. 16:22

  7. 16:16

  8. 14:28


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel