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Wichtige Information: Getarnte Werbung von Vodafone in der Kritik

Eine amtlich wirkende Werbung von Vodafone setzt laut Verbraucherzentrale die Kunden unter Druck, den Netzbetreiber anzurufen. Das soll wettbewerbsrechtlich nicht erlaubt sein.
/ Achim Sawall
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Vodafone-Basisstation in Köln auf dem Dach des Studierendenwerks (Bild: Vodafone)
Vodafone-Basisstation in Köln auf dem Dach des Studierendenwerks Bild: Vodafone

Die Verbraucherzentrale kritisiert eine Vodafone-Postwurfsendung, die amtlich aufgemacht ist. Wie die Verbraucherzentrale Sachsen am 13. Januar 2017 bekanntgab(öffnet im neuen Fenster) , stellt Vodafone seinen Kunden persönlich adressierte Postkarten mit dem Titel "Wichtige Information" zu.

"Das Vodafone-Logo sucht man vergeblich, stattdessen ist der Titel mit den Farben schwarz-rot-gold unterlegt. Und auch sonst erinnert die Postwurfsendung nicht an klassische Werbung" , sagte Katja Henschler von der Verbraucherzentrale Sachsen. Dem Empfänger wird erklärt, dass es "an seiner Adresse wichtige Neuerungen der Telefon- und Internet-Technologie" gebe und bis spätestens 24. Februar 2017 unter einer kostenlosen 0800-Nummer angerufen werden solle.

Auf der Rückseite wird nochmals auf den Termin verwiesen. Schließlich sind die Karten mit einem Stempelaufdruck "Wiederholter Zustellversuch" versehen, der ein Datum und eine Art Unterschrift enthält. Dieser Stempel stammt nicht von der Deutschen Post, sondern ist auf die Karten serienmäßig aufgedruckt.

Vodafone prüft den Vorfall

"Allein deshalb sowie aufgrund der gesamten Aufmachung der Karte werden die Angeschriebenen unter Druck gesetzt, unbedingt innerhalb der Frist beim Anbieter anzurufen, weil sie ansonsten etwas Wichtiges verpassen könnten" , betonte Henschler. Dies sowie die Verschleierung des Werbecharakters der Karte ist nach Auffassung von Henschler nach dem Wettbewerbsrecht nicht erlaubt.

Vodafone-Sprecher Volker Petendorf sagte Golem.de: "Grundsätzlich ist es im Interesse der Verbraucher, dass sie sich darüber Gedanken machen, welche Vorteile ihnen ein Wechsel des Festnetzanbieters bringt. Wir setzen diverse Werbemittel ein. Dabei nutzen wir seit vielen Monaten auch diese Postkarten." Die Hinweise der Verbraucherzentrale Sachsen zu diesem Werbemittel nehme der Netzbetreiber ernst, "denn wir wollen Verbraucher nicht verunsichern, sondern informieren."


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