Bei den Chips gibt es noch Nachholbedarf

Um den Vorteil der 8x8-MU-MIMO zu nutzen, müssen entsprechende Geräte vorhanden sein, von denen mittels ax-Standard bis zu acht Stück ihre Daten gleichzeitig mit dem Access Point austauschen können. Auf der Seite der Router stehen schon einige Anbieter mit entsprechender Hardware bereit, die auch für den Endkunden erhältlich ist.

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Auf der Client-Seite, also in Smartphone, Notebook, PC und Co. sieht es allerdings noch nicht so gut aus. Qualcomm hat mit dem Snapdragon 855 zwar ein System-on-a-Chip (SoC) im Angebot, das einige Features des 802.11ax-Standards unterstützt. Da dieses aber vor der endgültigen Verifizierung des Standards erschien, ist es nicht mit allen Punkten von Wi-Fi 6 kompatibel. Dafür können beispielsweise Nutzer von Samsungs Galaxy S10 und S10+ bereits auf den ax-Standard setzen und auch HP bietet das Omen 15 mit optionalem 802.11ax-WLAN an.

Beide Hersteller ermöglichen 2x2-MU-MIMO-Verbindungen, vermerken aber ebenfalls, dass die Spezifikation zu Wi-Fi 6 zum Zeitpunkt der Geräteentwicklung noch nicht endgültig festgestanden habe und es bei Änderungen der Entwurfsspezifikationen zu Einschränkungen bei der Konnektivität kommen könne.

Wi-Fi 6 kann gut mit mehreren WLANs umgehen

Eine weitere Verbesserung, die mit Wi-Fi 6 Einzug hält, betrifft das Problem der sich überlappenden Kanäle zweier benachbarter WLANs. Hierbei werden ein Access Point und die verbundenen Clients zu einem Basic Service Set (BSS) zusammengefasst und mit einem zusätzlichen Frame (Farbe) versehen.

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Durch das daraus resultierende BSS Coloring muss der Client nun nicht mehr warten, ob er angesprochen wird, wenn er eine Kommunikation in seinem Kanal feststellt, sondern kann unterscheiden, ob diese zu seinem oder einem fremden Access Point gehört. Gehört der Kanal zum eigenen Netzwerk, kann direkt ein Sendeversuch gestartet werden. Von dieser Technik profitieren sowohl 2,4- als auch 5-GHz-Netze, die sich in Umgebungen mit einer starken Häufung von getrennten WLANs befinden.

Erste Router mit 802.11ax-Unterstützung konnten bereits unter anderem auf der Consumer Electronics Show (CES) 2018 bestaunt werden. Diese erreichen laut Herstellerangaben Geschwindigkeiten von circa 6.000 MBit/s, wobei fraglich bleibt, ob ein einzelner Client für den Massenmarkt diese Bandbreite wirklich nutzen können wird.

In Modellversuchen konnten Client-Server-Verbindungen Geschwindigkeiten von bis zu 11 GBit/s erreichen, wobei hier natürlich optimale Rahmenbedingungen vorherrschten. Für Endkunden in Deutschland ist aber bereits jetzt eher selten das WLAN der begrenzende Faktor der Geschwindigkeit, sondern der Internet-Anschluss des Providers. Daher werden Wi-Fi-6-Geräte ihre Vorzüge wohl noch ein ganze Weile nur in Umgebungen mit vielen Nutzern ausspielen können, da dort von der verbesserten Signalverteilung und den niedrigeren Latenzen am deutlichsten profitiert werden kann.

Obwohl der ax-Standard keine verbesserten Sicherheitsfeatures einbezieht, setzen viele Hersteller in ihren neuen Routern auf WPA 3, wodurch sich letztendlich auch der Nutzer sicherer im drahtlosem Netzwerk bewegen kann.

Smartphone zeigt den Standard an

Dass die WLAN-Standards nicht mehr in erster Linie 802.11n, 802.11ac und 802.11ax heißen, sondern Wi-Fi 4, Wi-Fi 5 und Wi-Fi 6, ist erst seit dem vergangenen Jahr so. Damals verabschiedete sich die Wi-Fi-Alliance von den sperrigen Namen und führte eingängigere ein.

Das Thema Kennzeichnung ist damit aber noch nicht abgeschlossen. Zukünftig sollen Nutzer beispielsweise auf ihrem Smartphone erkennen können, ob sie sich in einem Wi-Fi-4-, Wi-Fi-5- oder Wi-Fi-6-Netzwerk befinden. Ähnlich wie bei den Balken für den Mobilfunkempfang, wird dann auch beim WLAN-Symbol eine kleine Ziffer den Standard anzeigen.

  • Neuer WLAN-Standard, neues Symbol (Bild: Wi-Fi Alliance/Golem.de)
Neuer WLAN-Standard, neues Symbol (Bild: Wi-Fi Alliance/Golem.de)

Vor nicht allzu langer Zeit war noch ein weiterer WLAN-Standard in aller Munde, der allerdings nicht über sein Nischendasein hinaus kam. Der auch als WiGig bezeichnete Standard 802.11ad trat in direkte Konkurrenz zu drahtlosen Streaming-Angeboten wie Googles Chromecast, Miracast und Apples AirPlay.

Der große Vorteil lag in der enorm großen Bandbreite, die nicht nur drahtlose Videoübertragungen in sehr hohen Auflösungen ermöglicht, sondern generell für die drahtlose Übertragung sehr hoher Datenmengen geeignet ist. Durch den Einsatz des 60-GHz-Bandes unterliegt eine solche Verbindung allerdings sehr großen Dämpfungseffekten und bringt es ohne zusätzlichen Aufwand auf eine Distanz von maximal zehn Metern, wobei selbst durch das Signal hindurch laufende Personen eine starke Einschränkung verursachen.

Mit der Verabschiedung des 802.11-ay-Standards erfährt nun auch das ad-WLAN eine deutliche Verbesserung. Das Einsatzgebiet ist zwar immer noch auf Spezialanwendungen beschränkt. Gerichtete WLAN-Signale, die mit hohen Übertragungsraten Entfernungen von mehreren Hundert Metern überbrücken können, sind nun aber möglich. Die starke Dämpfung durch Objekte wie Bäume oder Hauswände bleibt dabei allerdings vorhanden, womit das Einsatzgebiet nicht beim Heimanwender zu suchen sein dürfte.

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 Wi-Fi 6 und 802.11ax: Was bringt der neue WLAN-Standard?
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