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Wi-Fi 6, nur 95 Euro, aber...: Für wen ist die Fritzbox 7510 gedacht?

Die Fritzbox 7510 kostet wenig und kann Wi-Fi 6. Warum also eine 7590 AX für 250 Euro kaufen? Weil die 7510 für einige Nutzer einen großen Nachteil hat.
/ Harald Karcher
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Die AVM Fritzbox 7510 ist das schwächste DSL-Modell von AVM, kann aber trotzdem einiges. (Bild: AVM)
Die AVM Fritzbox 7510 ist das schwächste DSL-Modell von AVM, kann aber trotzdem einiges. Bild: AVM

Wer eine echte Fritzbox hinter seinem DSL-Anschluss haben will, findet im Juli 2023 fünf aktuelle Modelle mit fest verbautem DSL-Modem bis 300 MBit/s Supervectoring, Profil 35b. Das stärkste DSL-Modell von AVM ist die bekannte Fritzbox 7590 AX, mit Wi-Fi 6 bis 1.200 MBit/s im (zumeist) überfüllten 2,4-GHz-Band plus 2.400 MBit/s im schnelleren 5-GHz-Band (3.600 MBit/s Gesamtdurchsatz brutto). Das schwächste DSL-Modell, die Fritzbox 7510, hat ebenfalls ein fest verbautes DSL/VDSL-Modem bis 300 MBit/s, funkt per WLAN aber maximal 600 MBit/s im überfüllten 2,4-GHz-Band (brutto).

Damit war die 7510 nie ein Kandidat für Testsiege in Fachmedien. AVM pushte sie offenbar auch nie aktiv in die Redaktionen. Ich selbst kaufte Ende 2021 eine der ersten AVM Fritzboxen 7510 für damals 128,77 Euro. Im Juli 2023 ist sie fast 35 Euro billiger. Trotzdem hat sich die 7510 am Markt durchgesetzt, weil nicht jeder Haushalt die volle Luxus-Ausstattung einer 7590 AX braucht. Mit 4,5 Sternen bei 920 Bewertungen schlägt sich die 7510 auch bei Amazon recht wacker. Grund genug, sich die Fritzbox 7510 im Detail anzuschauen.

Die technischen Daten

Die Fritzbox 7510 hat ein fest verbautes Modem für DSL bis 300 Megabit, aber nicht für LTE-4G oder gar 5G, nicht für Kabelinternet und auch nicht für Glasfaserinternet. Der UVP lag zum Marktstart bei 129 Euro, im Juli 2023 steht er bei 119 Euro, der Straßenpreis hat sich bei knapp unter 100 Euro eingependelt – was nicht viel ist für eine moderne Fritzbox.

Als Standby-Stromwert gibt AVM 6 Watt an, im Test haben wir sogar noch weniger gemessen. Bei der digitalen Funk-Telefonie bietet die kleine 7510 den vollen DECT-Schnurlos-Komfort der größeren Fritzboxen: Es werden maximal sechs Handapparate plus etliche Smart-Home-Geräte bedient.

Für analoge Telefone samt Fax und Anrufbeantworter sind zudem zwei Buchsen in den Formaten RJ11 und TAE an der 7510 verbaut, aber nur eine von beiden darf im Betrieb belegt sein.

Am LAN-Port gehen maximal 1.000 Megabit durch, also Gigabit-LAN. Es gibt aber nur eine einzige LAN-Buchse. Die größeren Fritzboxen, mit oder ohne Wi-Fi 6, haben meist vier oder fünf LAN-Buchsen. Wer mehr als eine LAN-Buchse braucht, kann einen LAN-Switch hinter die 7510 klemmen. Brauchbare Switche mit acht Gigabit-Ports findet man schon ab 19 Euro. Die USB-Buchse ist auf Level 2.0 begrenzt.

Wi-Fi 6 auf 2,4 GHz beschränkt

Spannend wird es beim WLAN: Die 7510 funkt zwar schon die modernste WLAN-Gattung 802.11ax alias Wi-Fi 6, aber nur im oftmals überfüllten 2,4-GHz-Band und nicht im 5-GHz-Band.

Da fragt man sich: Für wen ist diese Fritzbox gedacht?

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AVM FRITZ!Box 7510 (Wi-Fi 6 Router (WLAN AX), bis zu 600 MBit/s (2,4 GHz), VDSL-Supervectoring 35b bis zu 300 MBit/s, WLAN Mesh, DECT-Basis, Media Server, geeignet für Deutschland)

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Ist sie eine ausreichende oder sogar eine gute Lösung für Menschen, die nur einen 50-Megabit-DSL-Anschluss haben und dafür ohnehin nicht mehr als nominal 600 Megabit WLAN brutto bei 2,4 GHz benötigen?

Oder ist die 7510 für Leute gedacht, die ein Haus in Alleinlage bewohnen, also fast keine Störungen im 2,4-GHz-Band haben und deshalb aus dem 2,4-GHz-Band noch die volle Leistung ziehen können?

Oder ist die WLAN-Beschränkung sogar ein bewusster Schritt in Richtung Sparsamkeit und Nachhaltigkeit bei Material und Stromverbrauch?

Verpackung: Wi-Fi 6 und Mesh

Die Verpackung der 7510 ist schon im neuen AVM-Style gehalten, mit einem rundum weißen Band am Fuß. Zoomen wir die Frontseite heran: Dort steht Wi-Fi 6 ganz groß in Rot.

Drehen wir die Packung im Uhrzeigersinn, kommt der obligatorische Hinweis zur Mesh-Fähigkeit der Fritzbox 7510. Das heißt, sie lässt sich komfortabel mit weiteren Fritzboxen und Fritz-Repeatern zu einem größeren Heimnetz verkoppeln. Dazu muss man nur den Connect-Knopf an der Fritzbox und an einem weiteren Fritz-Funker drücken. Dann werden wichtige Netzwerk-und-WLAN-Einstellungen über die Luft oder über das Kabel an das andere Gerät übergeben.

DSL, ADSL, VDSL

Auf der Rückseite wird klar gesagt, dass die 7510 an allen gängigen DSL-Anschlüssen von Telekom, 1&1, Vodafone, O2 und vielen weiteren funktioniert und dass sie DSL-Anschlüsse von ADSL bis zu VDSL-300 unterstützt. Die 7510 kann das Internet aber auch aus einem passenden Mobilfunk-Stick im USB-Format beziehen.

Letzte Drehung nach rechts: Ganz oben steht die eindeutige Artikelnummer "2000 2983", danach die Seriennummer, unsere beginnt mit N. An diesem fortlaufenden Buchstaben kann man das ungefähre Alter der Fritzboxen und Fritz-Repeater erkennen.

Darunter finden sich weitere Auskünfte zu den kompatiblen DSL-Anschlüssen: Im Prinzip sind es die Anschlüsse der Deutschen Telekom, die in der Regel auch von den anderen Providern hierzulande angemietet und dann unter eigenem Namen weiter vermarktet werden. Ganz unten folgt ein Hinweis, dass das WLAN dieser Box, grob gesagt, in der EU sowie in weiteren europäischen Ländern funken darf. Auf der Bodenseite steht der Hinweis auf fünf Jahre Hardware-Garantie. An der Oberseite der Schachtel ist eine Lasche; zieht man sie vorsichtig hoch, wird der Karton beim Öffnen nicht beschädigt.

Garantie und Handbücher

In unserer Kiste lag ganz oben ein Büchlein zur Herstellergarantie, darunter ein Heftchen zu weiteren AVM-Geräten für die Heimvernetzung, etwa Fritz-Telefone, Repeater, Powerline-Adapter. Darunter befand sich die gut gemachte Kurzanleitung. Das ausführliche Handbuch mit 262 Seiten gibt es nur im Internet. Gut so, denn viele Nutzer lesen es ja eh nicht – obwohl es lesenswert wäre.

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Servicekarte

Sehr nützlich ist die Servicekarte aus festem Karton. Sie enthält die wichtigsten Zugangsdaten zur Box ab Werk. Wer den WLAN-Schlüssel nicht eintippen will, hält das Handy auf den QR-Code und kommt so bequemer ins WLAN. Natürlich kann man SSID, Security-Key und Fritzbox-Kennwort auch nach eigenen Wünschen abändern.

Nun liegt die Fritzbox frei. Sie ist mit einer blauen Folie gegen Kratzer geschützt, die sich leicht und rückstandsfrei abziehen und jederzeit wieder auflegen lässt, falls man die Fritzbox zum Beispiel verschicken will.

Sehen wir uns nun die ganzen Anschlüsse der Box an, bevor wir die Frage beantworten, ob die Fritzbox 7510 etwas taugt und wenn ja, für wen eigentlich?

Lieferumfang, Taster und Ports

Abgesehen von der Box selbst hält sich der Lieferumfang in Grenzen. Es gibt ein beigefarbenes DSL-Kabel und ein weißes Ethernet-LAN-Kabel, das nicht rund ist, sondern flach. Es lässt sich relativ unauffällig verlegen: hinter Fußbodenleisten, auf weißer Wand, auf weißem Fensterrahmen.

Das Netzteil ist schwarz, wobei wir nicht sicher sind, ob hier ein schwarzes Netzteil aus einer Produktions-Charge für 1&1 in die Schachtel gerutscht ist. Denn die Netzteile der frei verkäuflichen Fritzboxen gibt es schon seit geraumer Zeit in einem recht hübschen Weiß. Das Netzteil spendiert 12 Volt und 1 Ampere, also 12 Watt.

LEDs und Taster

Nun zur Fritzbox 7510 selbst: Sie hat fünf Status-LEDs und drei bewegliche Taster – wie alle jüngeren Fritzboxen. Die drei mittleren LEDs haben bewegliche Taster. Damit kann man

  • das WLAN der Box an- und ausschalten,
  • alle verbundenen DECT-Telefone läuten lassen, etwa um sie wiederzufinden, wenn man sie verlegt hat,
  • DECT-Telefone und WLAN-Endgeräte an der Fritzbox 7510 anmelden.

Es lassen sich maximal sechs DECT-Funk-Telefone mit der kleinen 7510 verbinden, also wie bei den größeren Fritzboxen. Zusätzlich lassen sich etliche Smart-Home-Geräte über die 7510 anbinden und steuern.

DECT und WLAN-Funkstärke

Der DECT-Funk strahlt in Europa knapp unterhalb von 1.900 MHz mit maximal 250 Milliwatt. Der WLAN-Funk der 7510 strahlt im 2,4-GHz-Band mit maximal 100 Milliwatt. Das ist in der EU die gesetzliche Obergrenze. Bei 5 GHz funkt die 7510 überhaupt nicht.

Analog-FON-Ports RJ11 und TAE

Rechts außen sitzt die FON-Buchse im TAE-Format. Hier kann man analoge Telefone, Faxgeräte oder analoge Anrufbeantworter anschließen.

An der Hinterseite der 7510 sitzt, ganz links, die DSL-Buchse. Von hier führt das mitgelieferte DSL-Kabel zur NFN-Dose der Deutschen Telekom, vormals Deutsche Bundespost (DBP), aus der heutzutage das All-IP-Internet samt Voice-over-IP von Telekom, 1&1, Vodafone, O2 oder anderen Providern in die 7510 eingespeist wird. Gleich rechts neben der DSL-Buchse sitzt die zweite FON-Buchse, jetzt aber im Format RJ11. Vorsicht: Im Betrieb darf nur eine der beiden FON-Buchsen belegt sein – TAE oder RJ11.

USB-2.0-Port

Links außen sitzt die USB-Buchse. Es ist nur USB 2.0, was vielleicht sogar sinnvoll ist, weil USB 3.0 auf 2.500 MHz stört, das ganz dicht am oberen Ende des 2,4-GHz-WLAN-Bereiches liegt.

Unterseite der 7510

An der Unterseite der 7510 finden wir diverse Zugangsdaten, zwei Aufhängungsösen und vier Torx-Schrauben zum Öffnen der Box. Der WLAN-Zugang in die Box klappt ab Werk mit den Daten an den zwei linken Pfeilen. Alternativ kann man ein Smartphone auf den QR-Code halten und die WLAN-Zugangsdaten werden mühelos ins Handy eingelesen.

Ist man erst mal im WLAN der 7510, tippt man fritz.box in den Browser des Rechners, dann wird das Fritzbox-Kennwort abgefragt. Danach landet man im Graphical User Interface (GUI) der 7510, also in der Bedienoberfläche der Router-Software namens Fritz OS.

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Wandaufhängung

Im Handbuch findet man auch Tipps zum optimalen Standort der 7510: Die Box bitte nicht in der Schublade eines Stahlschrankes verstecken. Erstens kommt der Funk da schlecht heraus. Zweitens könnte sich die 7510 in einer geschlossenen Schublade mangels Belüftung überhitzen. Besser ist ein Standort auf einer Kommode, einem Sideboard, Tisch oder Schrank. Funktechnisch am besten ist in vielen Fällen die Aufhängung an einer freien Wand.

Tatsächlich hat die Fritzbox zwei passende Ösen für die Wandaufhängung. Schrauben und Dübel werden allerdings nicht mitgeliefert. Dafür gibt es im großen PDF-Handbuch auf Seite 254 eine Bohrschablone, die man selbst ausdrucken kann.

Aber nun zur Frage vom Anfang: Sind 95 Euro Straßenpreis für eine leicht WLAN-beschränkte Fritzbox mit vollem DSL-300-Modem, vollem DECT-Funk-Luxus, bekannt schöner AVM-Software und sogar schon Wifi-6 (aber halt ohne 5-GHz-Band) ein guter Preis?

Test: Wie gut funkt das WLAN am konkreten Standort?

Das kommt drauf an, ob man mehr braucht, als diese 7510 bieten kann. Und darauf, wie gut und wie weit das verbaute 600-Megabit-WLAN auf 2,4 GHz am konkreten Standort tatsächlich funkt.

WiFi-6-11ax/n/g

Daher wollen wir speziell die WLAN-Leistung der 7510 testen. Neben WLAN 11ax alias Wi-Fi 6 kann sie auch die älteren WLAN-Varianten 11n und 11g bedienen. Das weit verbreitete 11ac und das uralte 11b fehlen ihr aber.

Testaufbau

Kommen wir also zu den Messungen. Zu diesem Zweck hängen wir die 7510 (links oben im folgenden Bild) per LAN-Kabel an einen beliebigen LAN-Port einer Fritzbox 6660 Cable (mittig im Bild).

An der 6660 wiederum hängen zwei schnelle Daten-Zuspieler:

  • ein 1.000 Megabit schneller Kabel-Internet-Anschluss von Vodafone,
  • eine 10.000 Megabit schnelle NAS-Speicherstation von Synology (rechts oben).

Da die 7510 nur einen einzigen LAN-Port hat, können wir die NAS-Station in diesem Szenario nicht direkt mit der 7510 verbinden. Stattdessen hängen wir die NAS zunächst an den Switch der 6660. Die 6660 leitet das Signal der NAS-Station dann über LAN-Kabel an die 7510 weiter. Das sind die gelben Pfeile.

Die Frage lautet nun: Wie schnell kann die kleine Fritzbox 7510 das Internet aus dem Vodafone-Kabel und die Dateien aus dem NAS-Speicher-Server letztendlich an diverse Rechner, Laptops und Handys im Rest der Wohnung weiterfunken?

Messtest: Internet und Wi-Fi-6-PC

Zum ersten, stationären Durchsatztest verbinden wir unser schnellstes WLAN-Endgerät mit der Fritzbox 7510 per Funk. Es ist eine kleine Dell-Workstation, die aus ihren zwei schwarzen WLAN-Antennen maximal 2.400 Megabit brutto funken kann, allerdings wie gesagt nur bei 5 GHz. Bei 2,4 GHz werden wir viel weniger Speed bekommen.

So sieht der Testaufbau in der Heimnetz-Grafik der Fritzbox 6660 Cable aus: Rechts außen sieht man die Dell-Workstation 11ax, die per WLAN-Funk an der kleinen Fritzbox 7510 hängt.

Im nächsten Bild sind beide Bedienoberflächen eingeblendet: im linken Fenster jene der 6660 Cable, im rechten Fenster die der kleinen 7510 DSL. Beide Fenster geben den gleichen Testaufbau zum gleichen Zeitpunkt wieder. Rechts außen sieht man, dass der Dell-11ax-PC nur mit 286 Megabit brutto an die kleine 7510 verbunden ist, also nicht mit den nominalen 600 MBit/s aus dem Datenblatt.

Im nächsten Bild ist nun der erste Durchsatztest mit dem 11ax-Dell-PC zu sehen. Auf Anhieb kam ein Download mit 194 MBit/s. Das ist nicht schlecht, aber viel weniger als die 1.000 MBit/s, die der Vodafone-Kabel-1000-Anschluss eigentlich herbeischaffen könnte. Die Speed-Bremse kommt hier also vom 2,4-GHz-Funk der kleinen 7510. Trotzdem sind 194 MBit/s netto viel mehr, als man zum Mailen, Surfen, Chatten oder zum Youtube-Schauen braucht.

Vorsicht: In unserer überfüllten 2,4-GHz-Großstadt-Luft konnte die 7510 nur 20-MHz-Kanäle aufspannen. In ungestörter Alleinlage wären auch 40-MHz-Kanäle möglich. Dann würde sich der Netto-Durchsatz fast verdoppeln. Dann wären auch 350 MBit/s netto mit der 7510 machbar.

Links unten sieht man im nächsten Screenshot am gelben Pfeil: Der Dell-11ax-Rechner war im Test mit zwei Streams aus zwei WLAN-Antennen mit der Fritzbox 7510 verbunden.

Messtest: NAS und Wi-Fi-6-Laptop

In allen weiteren Messungen geht es dann aber nicht mehr um den maximalen Speed auf kurze Distanz, sondern um die Funkreichweite über fünf Zimmer. Genauer gesagt um das Rate-over-Range-Verhalten der 7510.

Wir starten den Messrundgang mit einem Wi-Fi-6-Laptop; er schafft maximal 2.400 Megabit brutto, sofern er sich im 5-GHz-Band mit einem 160 MHz breiten WLAN-Kanal verbinden kann. Links im Laptop-Display sieht man das selbst eingebaute Intel Wifi-6 AX200 Laptop Funkmodul. Der Einbau ist für Geschickte nicht schwierig.

Wir gehen mit dem Wi-Fi-6-Laptop fünf Zimmer ab und bekommen diese Durchsatzwerte: Die Messbalken bei 5 GHz sind alle bei null Megabit, also nicht vorhanden, die Messwerte im 2,4-GHz-Band sind auf kurze Distanz in Zimmer 1 recht brauchbar mit netto 184 MBit/s im Download und 161 MBit/s im Upload.

Die Messwerte halten sich bei zunehmender Entfernung relativ gut und sogar im hintersten Zimmer am Messpunkt 5 kommen netto noch 14 MBit/s im Download und 25 MBit/s im Upload. Rechts unten sieht man in Rot den Gesamtschnitt über alle Messungen mit mageren 37,45 Megabit.

Im Vergleich zu anderen Fritzboxen, die neben 2,4 auch 5 GHz beherrschen, ist diese Zahl sehr niedrig; die Reichweite der 7510 ist erstaunlich brauchbar.

Bis Zimmer 3 könnte man in unserer Testumgebung ein VDSL-50.000-Internet fast verlustfrei mit bis zu 47 MBit/s netto übertragen. Selbst am Messpunkt 5 könnte man zumindest ein DSL-16.000 noch fast ohne Verlust verteilen.

Messtest: NAS und Wi-Fi-6-Handy

Die letzte Messtour über fünf Räume hinweg machen wir mit einem guten Wi-Fi-6-Handy – mit einem Samsung Galaxy Note 10 Plus.

Im Gegensatz zum Wi-Fi-6-PC und zum Wi-Fi-6-Laptop kann das Samsung keine 160-MHz-Kanäle bedienen, sondern nur 80 MHz breite Kanäle im 5-GHz-Band. Entsprechend funkt das Handy keine 2.400, sondern nur 1.200 Megabit brutto. Netto kommt bei WLAN, grob gesagt, die Hälfte vom Brutto raus: Das wären mit diesem Handy circa 600 Megabit netto.

Allerdings gilt das nur, wenn der WLAN-Router auch 5 GHz beherrscht. Genau das kann die Fritzbox 7510 ja nicht. Also können wir nur den Durchsatz im 2,4-GHz-Band messen.

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Links im folgenden Bild sieht man die Kurven im 2,4-GHz-Band. Die Kurve ganz links außen zeigt den Messgang von Zimmer 1 bis Zimmer 5. Rechts daneben sieht man die Rückwanderung, von Zimmer 5 bis Zimmer 1, daher ansteigend.

Die Kurven wurden mit einer AVM Fritz-App WLAN auf dem Wi-Fi-6-Handy aufgezeichnet. Diese App gibt es kostenlos für Smartphones mit Google und mit Apple Handy Betriebssystemen.

Sind die WLAN-Werte auf andere Gebäude übertragbar?

Lassen sich unsere Messwerte auf andere Gebäude übertragen? Das geht leider nur bedingt und mit großer Vorsicht. Der Funk wird nämlich von zahlreichen Baumaterialien ausgebremst, sei es von dicken Stahlbetonwänden oder von Decken. Weitere Funkdämpfer sieht man im linken Kasten.

Im rechten Kasten sind einige Funkstörer aufgezählt: Am bekanntesten sind WLANs, die aus der Nachbarschaft in die eigenen vier Wände strahlen. All diese lokalen Faktoren haben einen gewissen Einfluss auf die Reichweite von WLAN-Funkern, mithin also auch auf die Reichweite der Fritzbox 7510.

Stromkurve

Zu guter Letzt noch kurz die Stromwerte: Im Standby, also WLAN angeschaltet und Laptop über 2,4 GHz verbunden, hat die Fritzbox 7510 knapp 3,8 Watt aus der 230-Volt-Dose gezogen. Bei Downloads großer Dateien von der NAS-Station auf den Wi-Fi-6-Laptop konnten wir die Fritzbox 7510 auf knapp 6,8 Watt hochtreiben.

Bei diesen Messungen war die DECT-Basisstation und das DSL-Modem nicht in Aktion. Laut AVM-Handbuch Seite 244 hat die Fritzbox 7510 eine durchschnittliche Wirkleistung von circa 6 Watt. Das passt.

Fazit

Die AVM Fritzbox 7510 mit DSL-Modem bis 300 MBit/s hat kein 5-GHz-WLAN-Modul und sendet nur auf 2,4 GHz. Mit Wi-Fi 6 alias 11ax und bis 600 MBit/s brutto ist sie trotzdem recht modern.

In dicht besiedelten Gebieten ist das 2,4-GHz-Band so überfüllt, dass man es kaum nutzen mag. Dort, wo 2,4 GHz schon kaputt sind, reißt auch Wi-Fi 6 nicht mehr viel raus.

Wer aber eine Wohnung oder ein Haus in Alleinlage hat und keinen Wert auf hohen Datendurchsatz legt, kann mit dieser Einsteiger-Fritzbox für 119 Euro UVP oder 95 Euro Straßenpreis durchaus klarkommen.

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Neben WLAN hat die Fritzbox 7510 auch eine starke DECT-Basisstation für maximal sechs Schnurlostelefone plus etliche Smart-Home-Geräte.

Die weiteren Anschlüsse sind nicht üppiger als nötig: 1x 1.000-MBit/s-LAN, 1x USB 2.0 und je 1x FON-RJ11 und 1x FON-TAE für analoges Telefon, Fax oder Anrufbeantworter.

Wer mehr von einer DSL-Fritzbox erwartet, zahlt in aller Regel mehr, etwa für die 7530, 7530 AX, 7590 oder das DSL-Flaggschiff 7590 AX, das es ab 250 Euro gibt.

Zu den wichtigsten Alternativen einer DSL-Fritzbox gehört der DSL-Wi-Fi-6-Router Speedport Smart 4 der Deutschen Telekom ab circa 135 Euro Straßenpreis.


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