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WHATWG: Browserhersteller widersprechen DOM-Standard des W3C

Alle großen Browserhersteller haben offiziell Einspruch gegen einen kommenden DOM-Standard des W3C eingelegt. Apple, Google, Microsoft und Mozilla bilden mit der WHATWG ein alternatives Webkonsortium zum W3C, das eigene Standards und Spezifikationen festlegt.

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Aus diesem Durcheinander baut ein Browser das DOM - die Baumstruktur einer Webseite.
Aus diesem Durcheinander baut ein Browser das DOM - die Baumstruktur einer Webseite. (Bild: Flickr.com/CC0 1.0)

Eigentlich wollte das World Wide Web Consortium (W3C) seine aktuelle Version 4.1 des DOM-Standards in den Status eines Candidate Recommendation (CR) führen - der Standard würde damit dann als fast fertig gelten. Doch daraus wird vorerst nichts, da die großen Browserhersteller formal Einspruch gegen diesen Schritt eingelegt haben. Apple, Google, Microsoft und Mozilla wollen damit zunächst das Voranschreiten dieser Standardisierungsrunde des W3C blockieren.

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Mit diesem Schritt wollen die Browserhersteller verhindern, dass zwei voneinander unterschiedliche DOM-Standards existieren. Denn die Unternehmen betreiben mit der Web Hypertext Application Technology Working Group (WHATWG) ein eigenes Konsortium, das eine Vielzahl der Standards von Webtechniken selbst pflegt. Zwar existiert die WHATWG bereits seit 15 Jahren, größere Aufmerksamkeit haben das Gremium und die Trennung vom W3C wohl aber seit der Standardisierung von HTML5 bekommen. Denn auf HTML5 folgte der sogenannte Living-Standard für HTML der WHATWG, der den aktuellen Stand der Browsertechnik dokumentieren soll. Die W3C veröffentlichte parallel dazu etwa im vergangenen Dezember die Version HTML 5.2.

Gespaltene Community

Eigentlich arbeiten die beiden Gremien bei ihren Standards mehr oder weniger eng zusammen, so dass die großen Browserhersteller auch oft die Hauptautoren der W3C-Standards sind. Im Falle des aktuellen DOM-Standards ist diese Zusammenarbeit offenbar überhaupt nicht geglückt, was zu Differenzen in den Standards geführt hat. Microsoft schreibt in seinem Einspruch, dass dabei mehrere Regeln der W3C im Umgang mit der Community missachtet worden seien. Auch Apple verweist in seinem Einspruch auf mehrere prozedurale Unzulänglichkeiten während der Standardisierung.

Laut dem Einspruch von Google hat ein Teil der W3C-Mitglieder den DOM-Standard der WHATWG geforked und dabei nicht nur einige größere Änderungen vorgenommen, sondern auch grobe Fehler begangen. So sei etwa die ebenfalls geforkte Testsuite nicht an die Änderungen des W3C angepasst worden. Mozilla geht ebenfalls näher auf die Umstände des Forks ein und schreibt, dass es für den Vorgang der Abspaltung keinerlei Begründung oder Dokumentation gebe. Ebenso äußert Mozilla den Vorwurf, dass die W3C-Abspaltung von einigen wenigen Beteiligten, quasi am Rest der Community vorbei, durchgeführt worden sei und der ganze Vorgang außerdem den Anschein erwecke, das W3C handele unter der Annahme, es sei das einzig legitime Forum. Letzteres ist mit der Konkurrenz zur WHATWG ja aber offensichtlich nicht gegeben.

Die großen Browserhersteller haben bereits angekündigt, den W3C-Standard in seiner jetzigen Form nicht implementieren zu wollen. Wegen der enormen Marktmacht der Hersteller dürfte das W3C damit massiv ins Hintertreffen geraten.



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