WHATWG: Browserhersteller übernehmen DOM- und HTML-Standards

Im Streit um die HTML- und DOM-Standards zwischen dem W3C und dem Konsortium der großen Browserhersteller (WHATWG), haben sich letztere durchgesetzt. Die WHATWG übernimmt die Pflege und Entwicklung und die Mitglieder des W3C beteiligen sich an der Arbeit.

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Die Entwicklung der Web-Standards geschieht künftig wieder einheitlich.
Die Entwicklung der Web-Standards geschieht künftig wieder einheitlich. (Bild: Ruiwen Chua, flickr.com/CC-BY-SA 2.0)

Seit rund 15 Jahren treiben die großen Browserhersteller Apple, Google, Microsoft und Mozilla in dem Konsortium WHATWG (Web Hypertext Application Technology Working Group) die Arbeit an Web-Standards parallel zum World Wide Web Consortium (W3C) voran. Das sollte die Arbeiten beschleunigen und bescherte etwa die Entwicklung von HTML 5. Vor rund einem Jahr kam es zu einem öffentlichen Bruch der beiden Organisationen, der nun aber überwunden ist, wie das W3C mitteilt. Der Hauptteil der Arbeit erfolgt demnach künftig bei der WHATWG.

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Im Frühjahr des Jahres 2018 legten alle großen Browserhersteller offiziell Widerspruch gegen die geplante Version 4.1 des DOM-Standards vom W3C ein. Damit sollte verhindert werden, dass sowohl die WHATWG als auch das W3C zwei voneinander verschiedene Spezifikationen als Standards pflegen, was zu einem zweigeteilten Web geführt hätte.

Zuvor haben die Organisationen eigentlich mehr oder weniger eng zusammengearbeitet und die HTML-Standards vorangetrieben. Die WHATWG bezeichnet HTML dabei als Living-Standard, der in etwa den aktuellen Stand der Browsertechnik dokumentieren soll. Die Diskussionen um den neuen DOM-Standard führten aber zu großen Differenzen, die lange nicht überwunden werden konnten.

WHATWG-Arbeiten werden einheitlicher Standard

Der Ankündigung zufolge haben sich sowohl das W3C als auch die WHATWG nun aber auf eine weitere Vorgehensweise geeinigt, die vor allem eine gemeinsame Arbeit an den Standards vorsieht. Das W3C verzichtet demnach künftig gänzlich darauf, eigene HTML- oder DOM-Standards zu veröffentlichen. Stattdessen sollen die Review Drafts der WHATWG als W3C Recommendations veröffentlicht werden, so dass die Standards der Organisationen tatsächlich einheitlich sind.

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Darüber hinaus wollen die Organisationen die Standards explizit gemeinsam weiterentwickeln, was über die Repositories der WHATWG geschehen soll. Das Konsortium der Browserhersteller ist dann zwar formal für die Living-Standards zuständig, die gesamte Community des W3C wird aber eben an deren Erstellung teilhaben können.

In einem persönlichen Blogeintrag von W3C-CEO Jeff Jaffe wird die geplante Zusammenarbeit noch weiter ausgeführt. Hervorzuheben ist hier vor allem, dass es einen klar dokumentierten Prozess zur Schlichtung zwischen den beiden Organisationen geben soll. Kommt es in solch einem Fall jedoch zu keiner Einigung, kann die Zusammenarbeit aber auch wieder aufgekündigt werden.

Dass es mittelfristig zu einem erneuten Bruch der beiden Organisationen kommt, erscheint aber zumindest derzeit als unwahrscheinlich. Immerhin streben sowohl W3C als auch WHATWG seit ungefähr eineinhalb Jahren die nun getroffene Einigung an. Es dürften wohl alle Beteiligten diesen neuen Status aufrechterhalten wollen.

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