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Whatsapp, Signal und Threema: Angreifer können Gruppenchats unbemerkt manipulieren

Bei Whatsapp, Signal, iMessage und Threema kann ein Gruppenmitglied anderen Teilnehmern unterschiedliche Inhalte zeigen. Die Verschlüsselung muss dafür nicht gebrochen werden.
/ Mike Faust
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Bei vier Messenger-Apps können Angreifer Gruppenchats unbemerkt manipulieren. (Bild: Pexels/Pixabay)
Bei vier Messenger-Apps können Angreifer Gruppenchats unbemerkt manipulieren. Bild: Pexels/Pixabay

Nutzer eines Gruppenchats gehen normalerweise davon aus, dass alle Mitglieder dieselben Nachrichten in derselben Reihenfolge sehen. Bei vier verbreiteten Ende-zu-Ende-verschlüsselten Messengern ist das nicht garantiert.

Forscher der Interdisciplinary Transformation University Austria(öffnet im neuen Fenster), der Universität Wien und von SBA Research(öffnet im neuen Fenster) haben gezeigt, dass ein böswilliges Gruppenmitglied mit einem manipulierten Client unterschiedlichen Empfängern voneinander abweichende Ansichten eines Chats präsentieren kann. Je nach Messenger lassen sich Nachrichten gegenüber einzelnen Teilnehmern auslassen, anders anordnen oder mit verändertem Inhalt zustellen.

Die Verschlüsselung müssen die Angreifer dafür nicht brechen. Sie verwenden weiterhin die legitimen Schlüssel ihres eigenen Gruppenkontos. Den Diensten fehlt jedoch eine als Transcript Consistency bezeichnete Garantie, durch die alle Mitglieder überprüfen könnten, ob sie denselben gemeinsamen Verlauf erhalten haben.

Die Ergebnisse haben die Forscher auf dem Usenix Security Symposium(öffnet im neuen Fenster) in dem Paper Send and Pretend: Exploiting Transcript Consistency Issues in End-to-End Encrypted Group Chats vorgestellt. Die renommierte wissenschaftliche Konferenz fand vom 12. bis zum 14. August 2026 in Baltimore statt. Die Forschungsergebnisse(öffnet im neuen Fenster) bestätigen, dass ein böswilliges Gruppenmitglied bei allen vier Messengern unterschiedlichen Empfängern abweichende Inhalte zustellen kann, ohne dass die Verschlüsselung gebrochen werden muss oder die App eine Warnung anzeigt.

Manipulierte Links und Abstimmungen

Eine solche Abweichung ließe sich unter anderem für Social Engineering nutzen. Ein Angreifer könnte einem bestimmten Opfer einen schädlichen Link schicken, während Moderatoren oder andere Gruppenmitglieder an derselben Stelle einen harmlosen Inhalt sehen. Erst wenn die Beteiligten ihre Bildschirme oder Chatverläufe miteinander vergleichen, würde der Unterschied auffallen.

Die Forscher demonstrierten außerdem Möglichkeiten, Nachrichten vor Moderatoren zu verbergen und Gruppenabstimmungen zu manipulieren. Dabei kann der Verlauf für die einzelnen Mitglieder jeweils plausibel und widerspruchsfrei aussehen, obwohl sie nicht dieselben Inhalte oder Ergebnisse erhalten haben.

Die Angriffe lassen sich nicht über die normale Bedienoberfläche der Messenger ausführen. Der Angreifer muss bereits Mitglied der betroffenen Gruppe sein und einen veränderten Client oder selbst entwickelte Software für den Nachrichtenversand einsetzen.

Keine vollständige Lösung angekündigt

Nach Angaben des Forschungsteams meldete er seine Ergebnisse am 6. Februar 2026 an Apple, Meta, Signal und Threema. Meta habe eine Bug-Bounty-Prämie(öffnet im neuen Fenster) von 1.000 US-Dollar gezahlt und Verbesserungen für Abstimmungen in Whatsapp angekündigt. Auch Threema wolle ein Teilproblem bei mehrfacher Stimmabgabe angehen.

Signal habe keine kurzfristige Änderung angekündigt, wolle das Thema aber bei umfangreicheren Arbeiten an seiner Gruppenchat-Funktion berücksichtigen. Apple bestätigte den Forschern zufolge den Empfang der Meldung.

Damit könnten einzelne Angriffsmöglichkeiten eingeschränkt werden. Eine vollständige Lösung für das zugrundeliegende Problem der fehlenden Transcript Consistency hat nach Darstellung der Forscher jedoch keiner der vier Anbieter kurzfristig angekündigt.

Technisch unterscheiden sich die konkreten Angriffswege zwischen den Messengern. Gemeinsam ist ihnen, dass die Apps die empfangenen Nachrichten nicht kryptografisch an einen für alle Teilnehmer überprüfbaren Gruppenverlauf binden. Dadurch können Abweichungen entstehen, ohne dass die Benutzeroberfläche einen Warnhinweis anzeigt.

Der Sicherheitsforscher Gegenhuber war bereits an Untersuchungen zu unbemerkten Zustellbestätigungen bei Whatsapp und Signal(öffnet im neuen Fenster) sowie zum Umgang von Whatsapp mit Einmalschlüsseln beim Aufbau verschlüsselter Verbindungen(öffnet im neuen Fenster) beteiligt.


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