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10.000 Patienten per Whatsapp krankgeschrieben

Ansay umgeht das Problem, indem er mit Privatärzten in Schleswig-Holstein zusammenarbeitet. Zu Beginn gehörte auch noch eine Hamburger Ärztin zum Team, die Ansay auch bei der Ärztekammer in Schleswig-Holstein anmeldete, und sie, wenn sie AU-Scheine via Whatsapp ausstellen sollte, jedes Mal über die Landesgrenze nach Norderstedt fuhr. Das ging allerdings nur ein paar Tage gut, wie Ansay berichtet: Sowohl Kollegen als auch die Ärztekammer hätten Druck gemacht und auch Journalisten seien aufmerksam geworden - also habe man die Zusammenarbeit beendet.

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Ein Ersatz war schnell gefunden: mit dem in Lübeck niedergelassenen Arzt Oskar Scherner. Er ist medizinischer Leiter des Startups, prüft die eingehenden Antworten der Kunden, die vorher schon gefiltert wurden, und stellt in kürzester Zeit eine Diagnose. Bei Erkältung unterschreibt er das Attest, das fotografiert und sofort per Whatsapp sowie noch am gleichen Tag per Post an den Patienten geschickt wird.

"Wir sind sehr effizient. In der Regel schafft unser Hauptarzt die täglichen Anfragen in kürzester Zeit", sagt Ansay. 10.000 Patienten hätten das Angebot schon genutzt - mittlerweile habe man auch Kunden in der Schweiz und in Österreich. Ansay: "Die Nachfrage steigt und ist stabil - selbst jetzt im Sommer."

Dass sein Angebot mit Risiken behaftet ist und zu Missbrauch einlädt - das nimmt Ansay in Kauf. Der Ärztekammer-Präsident Emami appelliert dagegen an die Sorgfaltspflicht, die für alle Ärzte gilt. "Auch hinter einer zunächst harmlos wirkenden Erkältung kann sich eine viel gravierendere Erkrankung verbergen." Krankschreibungen dürften nicht am Fließband ausgestellt werden, sondern nur nach bestem Wissen und Gewissen. "Wie stellt ein Arzt über Whatsapp sicher, dass ein Mensch tatsächlich krank ist? Und auch wirklich der Patient ist, der auf der Versichertenkarte genannt ist?"

Ansay argumentiert die Vorbehalte weg: "Patienten haben nichts davon, wenn sie sich für jemand anderen ausgeben - schließlich wollen sie den Krankenschein ja beim Arbeitgeber einreichen."

Um Fehldiagnosen zu vermeiden und das Risiko für Patienten zu senken, könnten außerdem nur Patienten den Dienst nutzen, die auch tatsächlich Erkältungssymptome aufweisen: Wer untypische Beschwerden habe oder zu hohes Fieber, bekomme keinen AU-Schein. Auch wer einer Risikogruppe angehört, also beispielsweise schwanger ist, geht leer aus.

Das Startup sichert sich zudem ab, indem es den Service beschränkt: Patienten können sich nur zweimal im Jahr für maximal drei Tage via Whatsapp krankschreiben lassen. Auf diese Weise will Ansay auch dem Missbrauch durch Blaumacher vorbeugen. Wie schwer ein Patient erkrankt ist, und ob überhaupt, kann aber - mangels ärztlicher Untersuchung - niemand kontrollieren.

Das Startup vertraut auf die Selbstdiagnose der Kunden - und darauf, dass sie den Fragebogen ehrlich ausfüllen. Bisher habe es noch keine Fehldiagnosen gegeben, behauptet Ansay - und beruft sich auf das Feedback der Nutzer. Um einer Fehldiagnose auf die Spur zu kommen, hätten sich Kunden schließlich noch einmal melden müssen - und angeben, dass die vermeintliche Erkältung doch etwas Ernsteres war.

Aber das ist nicht der einzige Haken an der Sache.

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crazypsycho 12. Aug 2019

Du hast davon gesprochen, dass man eben diese nicht vorlegt und der AG beweisen müsste...

plutoniumsulfat 11. Aug 2019

Es geht ums krank sein. Fühlen ist in dem Fall unerheblich, denn das ist nicht ansteckend.

JackIsBack 10. Aug 2019

Ganz ehrlich, das ist mir egal. Dann sollen sie halt prüfen ob er für die Stelle...

crazypsycho 09. Aug 2019

Hier zum Beispiel: https://www.praktischarzt.de/blog/bieterverfahren-wartezimmer-arzt...

Psy2063 09. Aug 2019

Ich dachte es sei offensichtlich, dass ich zusammenhängende Fehltage auf der Arbeit meine.


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