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Whatsapp, iMessage, Facebook: Umsatz mit SMS bricht ein

Erstmals geben die Mobilfunkunternehmen zu, dass sie durch Instant-Messaging-Anwendungen massiv Umsatz bei SMS verlieren. Der Einbruch liegt 2013 bei 13 Prozent.
/ Achim Sawall
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Kanzlerin Angela Merkel verschickt SMS. (Bild: Tobias Schwarz/Reuters)
Kanzlerin Angela Merkel verschickt SMS. Bild: Tobias Schwarz/Reuters

Der IT-Branchenverband Bitkom erwartet trotz eines neuen SMS-Rekords erstmals einen Umsatzrückgang bei Kurznachrichten. Danach wird der Markt für Short Messaging Service (SMS) und Mobile Multimedia Service (MMS) im Jahr 2013 voraussichtlich um 13 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro schrumpfen. Das ergaben Berechnungen von Bitkom Research(öffnet im neuen Fenster) .

"Der Umsatz mit Kurznachrichten leidet unter dem zunehmenden Trend zu Flatrates, dem günstigen SMS-Versand über das Internet und der Substitution der SMS durch internetbasierte Dienste wie Whatsapp, iMessage oder Facebook" , sagte Bitkom-Chef Dieter Kempf. Mit Instant-Messaging-Anwendungen wie Whatsapp würden mehr Nachrichten befördert als mit der kostenpflichtigen SMS, hatte die britische Financial Times unter Berufung auf eine Studie des Marktforschungsbereiches von Informa berichtet .

Gleichzeitig wird die Zahl der vom Handy und über das Internet pro Jahr verschickten SMS und MMS laut den Prognosen um 6 Prozent auf 63 Milliarden steigen, was einen neuen Rekord bedeutet.

Eine einzeln abgerechnete SMS kostet in Deutschland den Angaben zufolge zwischen 6 und 19 Cent. In Pauschaltarifen sind oft Kurznachrichten enthalten, was die einzelne SMS deutlich günstiger macht. Laut Bundesnetzagentur wurden 2012 bereits fast 60 Prozent aller Kurznachrichten nicht mehr einzeln, sondern über eine Flatrate abgerechnet. Dadurch geht der Anteil von SMS und MMS am Gesamtumsatz mit mobilen Datendiensten zurück: 2010 betrug er 45 Prozent, 2012 noch 35 Prozent und für 2013 werden 30 Prozent erwartet.

Damit räumt die Branche erstmals offiziell den Rückgang ein: Die britische Regulierungsbehörde Ofcom hatte bereits im Januar 2011 von sinkenden Umsätzen der europäischen Netzbetreiber mit SMS berichtet . Die Mobilfunkunternehmen machten zu der Zeit gegenüber dem Bitkom keine Angaben über die tatsächlich mit SMS erzielten Umsätze. Aus dem Umfeld des Verbandes hatte Golem.de erfahren, dass die SMS-Umsätze mit Sicherheit gesunken seien.


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