Whatsapp-Alternative: Warum es okay ist, dass Signal Google-Server nutzt

Auch mit deutschem Datenschutz und eigenen Servern wäre der Messenger Signal nicht sicherer als jetzt schon. Wir erklären, warum.

Eine Analyse von und veröffentlicht am
Signal ist eine sichere Alternative zu Whatsapp.
Signal ist eine sichere Alternative zu Whatsapp. (Bild: REUTERS/Dado Ruvic)

Signal gilt in Sachen Datenschutz und Sicherheit als Vorzeigemessenger und wird nicht nur von Datenschützern als Whatsapp-Alternative empfohlen. Dabei greift Signal für seine Server-Infrastruktur auch auf Firmen mit zweifelhaftem Datenschutzniveau (Google, Amazon und Microsoft) zurück, die zudem ihren Sitz in den USA haben. Das klingt nach einem Widerspruch und mangelndem Datenschutz - ist es aber nicht.

Das liegt an der zugrunde liegenden Technik von Signal. Im Unterschied zu vielen anderen Messengern arbeitet Signal nämlich nach dem Zero-Knowledge-Prinzip, was bedeutet, dass der Anbieter selbst möglichst wenig über die Nutzer und darüber weiß, was sie auf der Plattform machen.

Das beginnt mit einer konsequenten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die nur den Konversationsteilnehmern den Zugriff auf die Inhalte ermöglicht: dem Signal-Protokoll. Dieses wurde bereits von mehreren Messengern übernommen, unter anderem von Whatsapp und in leicht abgeänderter Form auch von Wire und Matrix/Element.

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung weitergedacht

Eine Besonderheit des Signal-Protokolls ist, dass es die Nachrichten gleich mehrfach verschlüsselt. Eine erste Verschlüsselung wird mit Geräte-Keys durchgeführt, die bei der Registrierung auf dem jeweiligen Smartphone erstellt werden und immer gleich bleiben.

Stellenmarkt
  1. Oracle Datenbankadministrator/-in (m/w/d)
    GKD Recklinghausen, Recklinghausen
  2. Datenkoordinator*in (m/w/d)
    Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz
Detailsuche

Zudem werden bei jedem Nachrichtenaustausch Session-Keys ausgetauscht, mit denen die folgenden Nachrichten zusätzlich verschlüsselt werden. Durch den kontinuierlichen Schlüsselaustausch bietet das Signal-Protokoll Perfect Forward Secrecy.

Das bedeutet, dass Angreifer mitgeschnittene, verschlüsselte Nachrichten auch im Nachgang nicht entschlüsseln können - selbst wenn sie in den Besitz des Geräte-Keys der jeweiligen Signal-Installation gelangen sollten.

Hacking & Security: Das umfassende Handbuch. 2. aktualisierte Auflage des IT-Standardwerks (Deutsch) Gebundene Ausgabe

So perfekt eine gute Ende-zu-Ende-Verschlüsselung die Inhalte schützen kann, so wenig hilft sie leider, die Umstände einer Kommunikation zu verbergen. Doch auch hier versucht Signal vorzubeugen, soweit es eben geht.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Wer hat uns verraten? Metadaten! 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6.  


Intermotto12 17. Feb 2021

War bei mir am Anfang auch so. Man muss ja selbst aktiv werden - die App selbst hat...

mtr (golem.de) 01. Feb 2021

Hallo ahkluge, Danke für das Lob :-) Das steht letztlich in der Telekommunikations...

Keep The Focus 01. Feb 2021

selbst Signal, Matrix und Wire hat das

chefin 01. Feb 2021

Ein Hashwert kann aber auch mehrer Telefonummmern repräsentieren. Der Nummernschlüssel...

chefin 01. Feb 2021

Was bedeutet Schwachstelle? Nehmen wir mal an, die machen es clever. Dann werden alle...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Giga Factory Berlin
Warum Tesla auf über eine Milliarde Euro verzichten musste

Tesla kann die Milliarde Euro Förderung für die Akkufabrik Grünheide nicht beantragen - weil es sonst zu Verzögerungen beim Einsatz neuer Technik käme.

Giga Factory Berlin: Warum Tesla auf über eine Milliarde Euro verzichten musste
Artikel
  1. Nachhaltigkeit: Kawasaki plant E-Motorräder und Wasserstoff-Verbrenner
    Nachhaltigkeit
    Kawasaki plant E-Motorräder und Wasserstoff-Verbrenner

    Kawasaki will elektrische Antriebe für seine Fahrzeuge entwickeln, 2022 sollen drei Elektromotorräder erscheinen.

  2. Doppelbildschirm: Kickstarterprojekt Slide brauchte 6 Jahre bis zum Erfolg
    Doppelbildschirm
    Kickstarterprojekt Slide brauchte 6 Jahre bis zum Erfolg

    Das Kickstarter-Projekt Slidenjoy kann nach 6 Jahren seinen Doppelbildschirm Slide für Notebooks ausliefern.

  3. Elektroauto: Tesla stellt Model Y in China auf AMD-Ryzen um
    Elektroauto
    Tesla stellt Model Y in China auf AMD-Ryzen um

    Tesla hat in China damit begonnen, den Ryzen von AMD in das Model Y zu verbauen. Käufer berichten von einem viel flüssigerem Scrolling.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Black Friday Wochenende • WD Blue SN550 2 TB ab 149€ • LG UltraGear 34GP950G-B 999€ • SanDisk Ultra 3D 500 GB M.2 44€ • Boxsets (u. a. Game of Thrones Blu-ray 79,97€) • Samsung Galaxy S21 128GB 777€ • Premium-Laptops • Cooler Master V850 Platinum 189,90€ • Astro Gaming Headsets [Werbung]
    •  /