Whatsapp-Alternative: Line will den deutschen Markt erobern
Der führende japanische Anbieter von Kurzmitteilungsdiensten, Line, will verstärkt auf dem deutschen Markt expandieren. "Wir wollen innerhalb kurzer Zeit zu einer starken Konkurrenz für Whatsapp werden", kündigte die Europa-Chefin von Line, Sunny Kim, an.
Dabei gehe es nicht nur ums Chatten und Video-Gespräche. Mit einer sogenannten Life Platform integriert Line auch verschiedene andere Elemente wie Kamerafunktionen, Sticker und Spiele. Insbesondere Spiele seien in Deutschland ein "starker Markt", sagte Kim. Darüber hinaus halte das Unternehmen Ausschau nach potenziellen Partnern im Bereich des elektronischen Handels.
Der japanische Konzern kündigte unter anderem ein Zahlungssystem an, mit dem Nutzer mittels einer Verbindung zu Kreditkarten nicht nur Line-Angebote, sondern auch Dienstleistungen von anderen angeschlossenen Anbietern, Geschäften, Webdiensten und Apps direkt kaufen könnten. Damit lasse sich unter anderem Geld an andere Konten schicken, ohne Bankinformationen eingeben zu müssen.
Die Line Corp. gehört zum koreanischen Konzern Naver und expandiert derzeit besonders stark in Asien. In Europa habe man vor eineinhalb Jahren auf dem spanischen Markt begonnen, sagte Kim. "Wir brauchen für jedes Land eine andere Strategie", erklärte sie. In Deutschland gelte es, besonders die Stärken von Line beim Datenschutz und bei der Sicherung der Privatsphäre zu betonen, zum Beispiel beim privaten Chatten.
Im Februar 2014 hatte die Stiftung Warentest den Datenschutz von Line getestet. Die Verbraucherorganisation bewertete den Messenger(öffnet im neuen Fenster) mit "sehr kritisch". Die Android-App von Line sende "die Seriennummer (IMEI) des Geräts unverschlüsselt an Dritte" weiter, kritisierten die Tester.
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