Whatsapp: 57 Programmierer für eine Milliarde Nutzer
Der Kurzmitteilungsdienst Whatsapp hat die Marke von einer Milliarde aktiven Nutzern geknackt. Das teilte Mitgründer und Chef Jan Koum in der Nacht zum Dienstag per Facebook mit(öffnet im neuen Fenster) . Aktuell würden über Whatsapp täglich 42 Milliarden Nachrichten übermittelt, hieß es von Koum weiter. Außerdem verschickten die Nutzer täglich 1,6 Milliarden Fotos und 250 Millionen Videos. Derzeit würden bereits 53 Sprachen unterstützt. Hinter der App stehen demnach nur 57 Programmierer.
Das weltgrößte Onlinenetzwerk Facebook hatte Whatsapp im Jahr 2014 für gut 22 Milliarden Dollar übernommen . Damals hatte die SMS-Alternative rund 450 Millionen Nutzer. Facebook sicherte zu, dass Whatsapp auch unter dem neuen Konzerndach weitgehend eigenständig agieren könne und die Nutzerdaten getrennt blieben.
Internetbasierte Kurzmitteilungsdienste haben mit dem Vormarsch von Smartphones und schnellen mobilen Datennetzen für viele Nutzer die klassische SMS abgelöst. So ist die Zahl der verschickten SMS in Deutschland einer Studie für den Branchenverband VATM(öffnet im neuen Fenster) zufolge seit 2012 um 75 Prozent zurückgegangen. Während im Jahr 2012 der bisherige Spitzenwert von 59,5 Milliarden SMS erreicht wurde, waren es 2015 nur noch 14,5 Milliarden. Zuvor war die Zahl der verschickten SMS seit den 1990er Jahren kontinuierlich gestiegen .
Konkurrenten mit Hunderten Millionen Kunden
Whatsapp erreichte als erster Kurzmitteilungsdienst die Marke von einer Milliarde Kunden. Aber auch andere Nachrichtendienste verfügen über Hunderte Millionen von Nutzern. So hat Facebooks eigener Messenger Anfang des Jahres die Marke von 800 Millionen Nutzern weltweit erreicht. Wie viel Nutzer Apples Dienst iMessage hat, ist nicht bekannt.
Der chinesische Service Wechat des Onlinekonzerns Tencent kam zuletzt auf 650 Millionen Nutzer. Wechat unterliegt den Zensur- und Überwachungsanforderungen in China und wird deshalb in vielen anderen Ländern skeptisch beäugt. Ebenfalls in Asien populär ist auch der in Japan gegründete Dienst Line, der zuletzt im Herbst auf 212 Millionen Nutzer kam. Line entstand 2011 als Reaktion auf die massiven Kommunikationsprobleme nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami im März 2011.
Der Schweizer Whatsapp-Konkurrent Threema kann mit solchen Zahlen nicht mithalten. Mit mehr als 3,7 Millionen Nutzern ist er laut Firmenangaben(öffnet im neuen Fenster) weltweit deutlich weniger verbreitet. Mehr als 85 Prozent der Nutzer kommen dabei aus dem deutschsprachigen Raum.
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