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Doppelte Straßennamen

Angefangen hat alles 2013. Chris Sheldrick arbeitet als Booker in der Musikbranche. Doch Bands finden häufig die Seiteneingänge der Londoner Clubs nicht. Instrumente und Ausrüstung kommen oft nicht da an, wo sie am Abend benötigt werden. Gemeinsam mit dem Mathematiker Mohan Ganesalingam und dem Sprachexperten Jack Waley-Cohen gründet er What3Words. Ein Algorithmus übersetzt GPS-Daten in Drei-Wort-Adressen und umgekehrt. 2015 stößt Clare Jones nach ihrem Geografie-Studium als Chief Customer Officer zum Unternehmen. Es finanziert sich durch Lizenzabgaben der kommerziellen Nutzer, also der mongolischen Post oder den Autoherstellern.

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Die Vorteile des Systems liegen in dünn besiedelten Gebieten wie der Mongolei, in Katastrophengebieten oder Slums auf der Hand. Doch auch in Metropolen hilft What3Words. "Es gibt Dutzende Church Streets in London", sagt Jones. Um Zweifler zu überzeugen, schickten die Gründer zwei Boten des Lieferdienstes Quiqup mit 20 Sendungen auf Motorrollern durch London. Das Ergebnis fiel eindeutig aus: Der Fahrer mit den Drei-Wort-Adressen war zwei Stunden früher mit seinen Auslieferungen fertig.

Auch in deutschen Städten kennt man das Problem. Insbesondere in Orten, die durch Eingemeindungen gewachsen sind. Hier gibt es etliche Haupt- und Schützenstraßen. Im nordrheinwestfälischen Schmallenberg finden sich beispielsweise drei Kirchstraßen mit identischer Postleitzahl.

Gewappnet für das Maschinenzeitalter

"Wenn mich der Taxifahrer am falschen Hotel absetzen will, kann ich das mit ihm klären. Mit einer Maschine ist das nicht mehr so einfach", sagt Jones mit Blick auf das Zeitalter autonomen Fahrens. Robotaxis oder Lieferdrohne benötigen eindeutige Adressangaben. Die Zahlenkombination aus Längen- und Breitengrad erfüllt diesen Zweck zwar, nur können wir Menschen uns GPS-Daten schlechter merken als Wortkombinationen. Außerdem sind neun Quadratmeter große Rechtecke in Häuserschluchten von Metropolen häufig präziser als GPS-Koordinaten. Zumal gerade dort der GPS-Empfang oft nicht gut ist. Hat ein Gebäude mehrere Eingänge, finden beispielsweise gehbehinderte Menschen auf Anhieb den barrierefreien Eingang.

In jeder Sprache benötigt What3Words rund 40.000 Begriffe, um ausreichende Kombinationen zu bilden. Fremd- und Schimpfwörter sowie sehr ähnlich klingende Begriffe fallen heraus. Deshalb nutzt What3Words neben Substantiven auch Verben in unterschiedlichen Zeitformen. Den Einwand, dass drei Substantive die Merkbarkeit erhöhen, lässt Jones gelten. Doch für die ausschließliche Nutzung von Hauptwörtern fehlen Begriffe in den meisten Sprachen.

"Wir haben darauf geachtet, die gebräuchlichsten Worte dort einzusetzen, wo die meisten Menschen diese Sprache sprechen", sagt Jones. Somit klingen manche Adressen im Ausland für deutsche Ohren ungewohnt. Außerdem hat das Unternehmen darauf geachtet, ähnliche Wortkombination in größtmöglicher Entfernung auf dem Planeten zu platzieren. Schließlich wäre nichts peinlicher, als wenn man mit What3Words doch zur falschen Adresse geleitet wird.

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 What3Words: Die Jurte in der Steppe finden
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Heldbock 13. Mär 2020

What3words find ich auch nicht so sehr durchdacht. Ein einziger Buchstabe fehlt, und...

/mecki78 12. Mär 2020

"scrunches.diaphragm.whisker" steht im Beispielbild. diaphragm heißt unter anderem auch...

trinkhorn 06. Mär 2020

Die Ozeane sind nicht übersetzt. Ebensowenig das Mittelmeer.

WalterSobchak 04. Mär 2020

Es gibt eine offene Implementierung whatfreewords.net Google könnte einfach die benutzen...

SDJ 04. Mär 2020

Nein. Stichwort: Rainbow tables


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