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Nichts als schlaue Köpfe hinter Desktop-Displays

Das Berliner Café St. Oberholz war auch mein erster Berührungspunkt mit dem Gedanken des Coworkings - auch wenn es 2006 noch niemand so nannte. Ich las über das Café in dem Buch von Sascha Lobo und Holm Friebe: Wir nennen es Arbeit. Es wird dort als einer der Orte portraitiert, an denen man bereits die "neue Arbeit" in Aktion sehen könne. Nichts als schlaue Köpfe hinter Desktop-Displays "Neue Arbeit" war damals das Stichwort für einen Traum von freibestimmtem Tätigsein, im Gegensatz zur "abhängigen Beschäftigung". WLAN, ein paar Tische und frisch servierter Latte Macchiato - was brauchte es mehr, um produktiv zu sein? Das ist zwölf Jahre her und war zu einer Zeit, als mit dem Internet noch ein utopisches Potenzial verbunden wurden. So auch die Idee, dass der Einzelne dank Digitalisierung auf Augenhöhe mit Unternehmen um Projekte konkurrieren könnten. Es war die Erkenntnis, dass Kreativität keine Unternehmensstrukturen, sondern nur schlaue Köpfe hinter Laptop-Displays benötigte.

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2007 organisierte Friebe dann das 9to5-Festival, eine Konferenz zur neuen Arbeit, die um 21 Uhr losging und um 5 Uhr morgens endete. Hier entstand schließlich auch die Idee des Hallenprojektes. Selbstständige schließen sich in Fabrikhallen zusammen, um gemeinsam und freibestimmt zu arbeiten. So hatte es Frithjof Bergmann in seinem Buch Neue Arbeit, Neue Kultur formuliert. Freiheit beginne damit, sich frei zu entscheiden, wofür man seine Zeit einsetzt, betonte er. Bergmann war der Guru der frühen New-Work-Szene in Berlin.

Seine Idee der "Hallen" umzusetzen, stellte sich jedoch als schwieriger heraus, als gedacht. Es gab zwar einzelne Orte, an die man als Freelancer hingehen konnte, aber der erste richtige Coworking-Space öffnete in Berlin erst 2010: Das Betahaus hatte sich ambitioniert eine ganze Etage in einem alten Fabrikgebäude am Moritzplatz gesichert und mit viel eigener (Holz)-Arbeit einen schönen Ort geschaffen, an dem die neuen Kreativarbeiter ihre Laptops aufklappen konnten.

Schreibtische allein bringen keine Milliarden

Etwa gleichzeitig mieteten Adam Neumann und Miguel McKelvey rund 300 Quadratmeter auf einer Fabriketage im Manhattener Szenestadtteil Soho - und gründeten damit Wework. Hier enden aber beinahe schon die Gemeinsamkeiten. Während die Mieten in Berlin 2010 noch spottbillig waren, kämpften Freiberufler in New York bereits um jeden bezahlbaren Quadratmeter Büro. Weworks Erfolg ergab sich nicht aus dem idealistischen Streben nach neuen Formen der Arbeit, sondern aus der schlichten Notwendigkeit von effizientem Büromanagement.

Genau dieses Know-how ist die Kernkompetenz des Unternehmens und das wahre Produkt, das Wework bis heute zu Markte trägt. Mit den Schreibtischmieten der Freelancer wird man schließlich nicht 20 Milliarden schwer. Wework brüstet sich damit, über die meiste Erfahrung - und die meisten Daten - zu verfügen, wie man effiziente und trotzdem angenehme Arbeitsumgebungen schafft.

Während die Berliner noch von der neuen Arbeit träumten, gründete Wework eine Filiale nach der anderen. Schon sehr früh kamen kleine Startups, um sich einzumieten. Für sie ist es praktisch, dass sie sich nicht mehr um Büroinfrastruktur sorgen müssen und in Wachstumsphasen problemlos Schreibtische dazustellen können. Für Startups ist Wework wie die Amazon-Cloud für das Büro: flexibel, professionell gemanagt und vor allem skalierbar.

  • Aussicht aus den Wework-Büros am Potsdamer Platz. (Bild: Michael Seemann)
  • Die Kaffeemaschine symbolisiert das Prinzip von Wework. (Bild: Michael Seemann)
  • Arbeiten im Coworking-Space (Bild: Michael Seemann)
Arbeiten im Coworking-Space (Bild: Michael Seemann)

Doch es sind schon lange nicht mehr nur die Startups. Immer mehr Großunternehmen und Konzerne lagern ganze Abteilungen zu Wework aus. Meist sind es Innovations- und Kreativabteilungen.

 Wework: Die Kaffeeautomatisierung des LebensVom Weltraumkommunismus à la Star Trek zum Monopol 
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ElTentakel 04. Aug 2018

Ich hätte gerne irgendwie beides ... flexible Arbeitszeiten mit flexibler Entlohnung und...

Ymi_Yugy 25. Jul 2018

Ich glaube man macht einen Fehler, wenn man die physische Arbeitsumgebung völlig außer...

KlugKacka 24. Jul 2018

Siehe ein Post vor Deinem.

KlugKacka 24. Jul 2018

doppelplusgut

KlugKacka 24. Jul 2018

Du bist halt nicht Hipp und arbeitest ernsthaft am Rechner und twitterst nicht nur.


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