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Wettrüsten: China entwickelt Radar zur Ortung von Hyperschallraketen

China entwickelt ein Radarsystem, das mehrere Hyperschall-Raketen gleichzeitig verfolgen kann. Dies ist ein erster Schritt zur Abwehr dieser Waffen.
/ Andreas Donath
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AGM-183A Air-Launched Rapid Response Weapon (ARRW) auf der Andersen Air Force Base (Bild: U.S. Airforce/ Staff Sgt. Pedro Tenorio)
AGM-183A Air-Launched Rapid Response Weapon (ARRW) auf der Andersen Air Force Base Bild: U.S. Airforce/ Staff Sgt. Pedro Tenorio

Das Radarsystem zur Verfolgung von Hyperschallwaffen ist eine Forschungsarbeit von Professor Zheng Xiaoping und seinem Team an der Tsinghua-Universität. Hyperschallraketen gelten bislang als nicht abfangbar, weil sie schlichtweg zu schnell sind, um sie zu präzise zu orten und Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Das neue Radar könnte diesen Vorteil wieder zunichtemachen, ist aber nur ein Baustein von vielen, die noch entwickelt werden müssen.

Die neue Radartechnologie kann einem Bericht der South China Morning Post(öffnet im neuen Fenster) nach gleich zehn Hyperschallraketen gleichzeitig verfolgen, die sich mit Mach 20 fortbewegen. Bei Simulationen wies das Radar dem Bericht nach eine Fehlertoleranz von nur 28 Zentimetern auf, als es die Entfernung einer Rakete schätzte, die sich mit fast 7 Kilometern pro Sekunde fortbewegte.

Die Innovation beim neuen Radarsystem liegt in der Kombination von Lasern mit drei verschiedenen Mikrowellenbändern. Durch die Nutzung von Mehrband-Mikrowellensignalen und einem von Zhengs Team entwickelten Algorithmus soll zudem die Genauigkeit des Systems erhöht und die Anzahl der Phantom-Bilder verringert werden.

Das neue Mikrowellen-Photonik-Radar hat den Forschungsangaben nach eine Erfassungsreichweite von über 600 Kilometern und soll so leicht sein, dass es sogar in Abfangraketen oder in Flugzeugen verbaut werden und so als Feuerleitradar dienen kann.

USA und China im Rüstungswettlauf um Hyperschallwaffen

Die US Air Force hatte im März 2024 eine Hyperschallrakete über dem Pazifik getestet. Es handelte sich um einen sogenannten End-to-End-Test, bei dem die Handhabung der Rakete unter möglichst realen Bedingungen durchgeführt wurde. Die Hyperschallwaffe des Typs AGM-183A(öffnet im neuen Fenster) wurde von einem B-52H-Bomber abgefeuert, der von der Andersen Air Force Base in Guam startete. Der Test sei erfolgreich durchgeführt worden, meldete die US Air Force knapp.

China entwickelt eigene Hyperschallraketen, wie die YJ-21(öffnet im neuen Fenster) , die im Endanflug Geschwindigkeiten von etwa Mach 10 erreichen soll. Anfang des Jahres wurde zudem ein Foto veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster) , das sie montiert an einem chinesischen Langstreckenbomber des Typs Xian H-6N(öffnet im neuen Fenster) zeigt.


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