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Umweltzerstörung wird ausgeblendet

Das klingt angesichts der Klopapierhamstereien vom Frühjahr gerade lustig, doch diese vor mehr als 60 Jahren beschriebenen Denkmuster prägen noch heute die Debatte, beispielsweise über Elektroautos. Der Konsument erwartet von seinem neuen Produkt, dass es im Vergleich zum Vorgängermodell keinen Rückschritt darstellt. Völlig unbeachtet der Frage, ob die größere Reichweite von Verbrennern im Gegensatz zu Elektroautos nicht gerade dazu beiträgt, den Planeten für künftige Generationen unbewohnbar zu machen. Als gäbe es ein Menschenrecht darauf, nonstop mit dem eigenen Fahrzeug in wenigen Stunden durch halb Europa zu fahren und in fünf Minuten den Tank auffüllen zu können.

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Ausblenden muss man dabei nicht nur die direkten CO2-Emissionen, sondern auch Berichte, dass wieder einmal ein Öltanker irgendwo an einer Küste zerbrochen ist oder dass Millionen Bohrlöcher für Fracking in den USA nicht sicher verschlossen sind, so dass klimaschädliches Methan entweicht. Vom permanenten Abfackeln (Flaring) ganz abgesehen.

Aufbruchstimmung nach dem Mauerfall

Kuby schrieb schon 1954: "Die Frage an den Konsumenten, wie es weitergehen soll, spitzt sich infolgedessen nicht von ungefähr auf die Erwartung einer Katastrophe zu. Ein schrankenloser, dummer Optimismus auf der einen Seite - eine panische, ebenso dumme Katastrophenerwartung auf der anderen. Zwischen diesen beiden Extremen pendelt die Lebensstimmung des Konsumenten hin und her." Die Katastrophenerwartung war damals ein Atomkrieg zwischen den Supermächten - die Lebensstimmung vieler Menschen noch in den 1970er und 1980er Jahren.

Im Jahr 1992 nahm ich eher zufällig am sogenannten Umweltgipfel in Rio de Janeiro teil. Nach dem Ende des Kalten Krieges herrschte eine Aufbruchstimmung. Nun könnten endlich die wirklichen Probleme bekämpft werden, beispielsweise die Zerstörung des Regenwaldes im Gastgeberland Brasilien. Doch die UN-Klimakonferenzen von 1995 an gerieten zu einem unwürdigen Gefeilsche über Prozentwerte und Ausnahmeregelungen, wie beispielsweise CO2-Senken. Seit Rio sind die jährlichen CO2-Emissionen um die Hälfte gestiegen, obwohl die "nachhaltige Entwicklung" plötzlich zum Modewort avancierte. Selbst die deutsche Forstwirtschaft, auf die der Begriff Nachhaltigkeit zurückgeht, steht Dürren und Borkenkäfern inzwischen hilflos gegenüber.

Erneuerbare Energien und Klimaschutz: Hintergründe - Techniken und Planung - Ökonomie und Ökologie - Energiewende (Deutsch)

Wann kommt die Revolution?

Eine preisneutrale Senkung des CO2-Ausstoßes und ein vollständiger Ersatz fossiler Brennstoffe sind noch nicht möglich. Eine radikale Klimapolitik hätte daher unabsehbare politische und soziale Folgen. Schon Kuby warnte 1954 vor schweren sozialen Erschütterungen, "wenn eine Kilowattstunde so viel kostet, wie ein Maurer in einer Stunde verdient". Seine Prophezeiung: "Eines Tages werden die Völker - hundert Jahre gewöhnt an bequemen Konsum, an Schmerzlosigkeit und Passivität gegen die letzten Konsumenten, die dann die herrschende Oberschicht bilden - Revolution machen."

Bislang hat die Entwicklung der (Förder)-Technik eine solche revolutionäre Verteuerung der Energiepreise verhindert. Kein Wunder, schließlich haben alle, trotz gelegentlicher Ölpreiskrisen und Umweltdesaster (Amoco Cadiz, Deepwater Horizon) gut daran verdient. Dass die Atomenergie den zusätzlichen Energiebedarf nicht würde decken können, hat Kuby damals schon vorhergesehen. Auch ohne Reaktorkatastrophen wie in Tschernobyl oder Fukushima einzubeziehen.

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 Jede Hiobsbotschaft wird zur GlaubensprobeNur die junge Generation hat die Klimakrise verstanden 
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DirkA 30. Sep 2020

Wir sehen das gleiche, aber bewerten die Dinge anders. Das ist legitim und...

PanicMan 21. Sep 2020

Genau das ist auch meine Aussage die ich an alle die ich kenne richte und die mich fragen...

markusl30@gmx.net 06. Sep 2020

Und O2, ganz großer Humbug.

twil 03. Sep 2020

Hauptsache immer mit der Prämisse, ein Problem mit der Quantität gäbe es nicht. https...

ephikles 03. Sep 2020

Das verschiebt das Problem lediglich zeitlich nach hinten. Nehmen wir den Extremfall und...


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