Wette auf Maduros Gefangennahme: Polymarket verweigert Gewinnauszahlung

Die Vorhersageplattform Polymarket möchte den Gewinn, den ein Trader mit einer Wette auf die Gefangennahme von Nicolás Maduro erzielt hat, nicht auszahlen. Wie die Financial Times (FT) berichtet(öffnet im neuen Fenster) , wurden laut Polymarket die Wettbedingungen nicht erfüllt.
Die Plattform erklärte demnach, dass die Wettbedingung "Werden die USA bis [...] in Venezuela einmarschieren?" nur dann erfüllt sei, wenn die USA "eine Militäroffensive beginnen, die darauf abzielt, die Kontrolle über einen Teil Venezuelas zu erlangen" .
Prognoseplattformen beurteilen den Ausgang von Ereignissen
Entsprechend groß ist laut der FT der Unmut unter den Wettenden, die Polymarket willkürliches Verhalten vorwerfen. Ein Nutzer beschwerte sich, dass Wörter nach Belieben umgedeutet würden und es absurd sei, dass ein Militäreinsatz zur Entführung eines Staatsoberhauptes nicht als Invasion gelte, heißt es in dem Bericht.
Die FT schreibt weiter, dass Prognoseplattformen üblicherweise keine Richtungswetten in ihren eigenen Märkten platzieren, sondern vielmehr als Vermittler fungieren und den Ausgang von Ereignissen beurteilen.
Teilnahme von Insidern soll verboten werden
Der Markt für Prognoseplattformen ist weitestgehend unreguliert. Der Fall um Maduros Gefangennahme, bei dem kurz vor der Bekanntgabe durch US-Präsident Trump auffällige Wetteinsätze platziert wurden , zog Forderungen nach einem Gesetz nach sich, das Insidern die Teilnahme an Transaktionen mit Prognosemarktverträgen verbietet.
Polymarket hatte erst im Juli 2025 den Zugang zum US-Markt erhalten, nachdem Aufsichtsbehörden eine Untersuchung der Online-Plattform eingestellten. Laut Angaben von Polymarket gaben Nutzer weltweit im ersten Halbjahr 2025 Vorhersagen zu politischen Entwicklungen sowie Popkultur- und Sportereignissen im Wert von sechs Milliarden US-Dollar ab.