Wettbewerbsverstoß: Google soll Tizen behindert haben

In Südkorea laufen Ermittlungen gegen Google. Die südkoreanische Wettbewerbsbehörde vermutet, dass Google Samsungs Betriebssystem Tizen benachteiligt hat. Im Zuge dessen wird auch eine alte Untersuchung neu aufgerollt.

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Google soll Samsung behindert haben.
Google soll Samsung behindert haben. (Bild: Josh Edelson/AFP/Getty Images)

Google soll die Etablierung von Tizen gestört und damit Samsung geschadet haben. Die entsprechenden Vorwürfe werden derzeit von der Wettbewerbsbehörde in Südkorea untersucht, berichtet die Korea Times. "Wir untersuchen gerade, ob Google den Wettbewerb im Betriebssystemmarkt behindert hat", sagte ein Behördensprecher.

Ermittlungen laufen schon lange

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Im Zentrum der Untersuchung steht das Anti-Fragmentation Agreement (AFA) von Google, das Samsung unterzeichnet hat, um Smartphones und Tablets mit Android verkaufen zu dürfen. Die Ermittlungen der Wettbewerbsbehörde haben bereits im Mai 2016 begonnen und ergaben Hinweise auf einen Wettbewerbsverstoß.

Das Anti-Fragmentation Agreement verlangt von Samsung, dass der Hersteller kein weiteres Betriebssystem entwickeln darf, das Google-Technik enthält. Hätte es diese Verpflichtung nicht gegeben, hätte Samsung sein Betriebssystem Tizen auf Basis der Open-Source-Ausführung von Android auf den Markt bringen können, meinen die Wettbewerbshüter. Google hat die Untersuchung damit kommentiert, dass Android eine Open-Source-Plattform sei. "Unsere Partnervereinbarungen seien komplett freiwillig - jeder könne Android ohne Google verwenden."

Amazon und Xiaomi nutzen kein Google

Diese Möglichkeit nutzten Amazon und Xiaomi, die aber dafür keine Geräte anbieten, auf denen die Google-Dienste installiert sind. Die Fire-Tablets und Streamingboxen von Amazon laufen mit Fire OS, das kompatibel zu Android ist. Dadurch funktionieren damit alle Android-Apps, auch wenn der Amazon-eigene App-Shop nur einen Bruchteil der Apps gelistet hat, die es in Googles Play Store gibt. Hätte Amazon auch Geräte mit Google-Diensten verkaufen wollen, hätte es Fire OS nicht gegeben.

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Google redet nicht gern darüber, aber schon vor drei Jahren wurde bekannt, dass Hersteller dazu verpflichtet werden, das Anti-Fragmentation Agreement zu unterzeichnen, wenn sie Android-Geräte mit vorinstallierten Google-Diensten verkaufen möchten. Diese Vereinbarung ist Teil des Mobile Application Distribution Agreement (Mada), das den Einsatz der Google-Dienste auf Smartphones und Tablets regelt.

Alte Untersuchung wird reaktiviert

Auch das Mada ist Teil der Untersuchungen der koreanischen Wettbewerbshüter. Bereits vor vier Jahren wurde es untersucht. Google wurde damals von dem Vorwurf freigesprochen, den Wettbewerb behindert zu haben. Seitdem habe sich das Marktumfeld aber verändert, so dass eine erneute Untersuchung nach Auffassung der Behörde notwendig ist. In Südkorea liegt der Marktanteil von Android im Smartphone-Segment derzeit bei mehr als 80 Prozent.

Samsungs eigenes Betriebssystem Tizen hat nie eine nennenswerte Marktbedeutung im Smartphone-Segment erlangt. Samsung hat Tizen-Smartphones nur in wenigen Regionen verkauft und konzentriert sich seit Jahren vor allem auf Smartphones und Tablets mit Android - und vorinstallierten Google-Diensten. Anders ist es im Smartwatch-Markt, hier setzt Samsung seit langem auf Tizen als zentrales Betriebssystem.

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johnripper 20. Feb 2017

Quatsch! Du bist Fake-News! NACHWEISLICH wurde die Browservoreinstellung in meiner...

FreiGeistler 18. Feb 2017

/Googles Iron Grip on Android

Otto d.O. 18. Feb 2017

Am plausibelsten erscheint mir die Option, eine Android-Kompatibilitätsschicht...

M.P. 17. Feb 2017

Funkchips: Apple klagt gegen Qualcomm Mit denen ist wohl nicht gut Kirschen essen...



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