Wettbewerbsbehörde: Vodafone soll Three nicht ohne Auflagen übernehmen dürfen

Die britische Wettbewerbsbehörde hat Änderungen bei der Fusion von Vodafone UK und Three zum größten Netzbetreiber des Landes verlangt. Das gab die Competition and Markets Authority (CMA) am 13. September 2024 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Laut CMA hat das Zusammengehen höhere Mobilfunkrechnungen für die Kunden zur Folge.
Die Fusion führe zu einer "erheblichen Verringerung des Wettbewerbs auf dem Einzelhandels- und Großhandelsmarkt für Mobilfunk" . Gefordert wurden Garantien von beiden Unternehmen im Sinne der Kunden, bevor eine Fusion genehmigt werden könne. Eine endgültige Entscheidung wird bis zum 7. Dezember 2024 erwartet.
Im Juni 2023 wurde der Plan bekanntgegeben , Vodafone UK und Three in Großbritannien zu fusionieren . Three gehört dem chinesischen Mischkonzern CK Hutchison. Vodafone wird mit 51 Prozent die Kontrolle an dem Joint Venture haben. Die Fusion hat ein Volumen von rund 18 Milliarden Pfund (21 Milliarden Euro).
Vodafone: Erstklassige Infrastruktur aufbauen
Durch den Zusammenschluss entstünde Großbritanniens größter Mobilfunkbetreiber mit zu der Zeit der Bekanntgabe rund 27 Millionen Kunden, vor BT, EE und Virgin Media O2, das sich im Besitz von Telefónica und Liberty Global aus den USA befindet.
In einer gemeinsamen Erklärung wiesen Vodafone und Three dies zurück und erklärten, eine Fusion würde den "dysfunktionalen Mobilfunkmarkt" des Landes erneuern und "mehr Wettbewerb und Investitionen freisetzen" .
Vodafones Konzernchefin Margherita Della Valle sagte: "Es ist an der Zeit, die Handbremse bei der Konnektivität des Landes zu lösen und die erstklassige Infrastruktur aufzubauen, die das Land verdient."
Della Valle wies zurück, dass die Übernahme zu höheren Preisen führe, und betonte, es gebe keine Pläne, die Preisstrategien zu ändern. "Wir sehen keine Möglichkeit, dass die Preise in Zukunft steigen" , sagte sie. Della Valle merkte an, dass die Entscheidung der CMA nicht endgültig sei, und sagte, Vodafone freue sich darauf, mit der Regulierungsbehörde zusammenzuarbeiten, um die endgültige Genehmigung zu erhalten.
Robert Finnegan, Chief Executive Officer von Three UK, sagte, dass die Fusion "erstklassiges 5G" nach Großbritannien bringen werde.
Der schlechte Zustand der Mobilfunknetze hat besondere Gründe: Die britische Regierung gab den Betreibern Zeit bis zum Jahr 2027, bestehende Huawei-Produkte aus den öffentlichen Netzen zu entfernen. Der Ausbau der Huawei-Ausrüstung aus dem Kernnetz musste jedoch bereits bis Ende Dezember 2023 abgeschlossen sein.
Der Nationale Sicherheitsrat Großbritanniens habe offenbar unter Druck der USA entschieden , dass Netzbetreiber nach dem 31. Dezember 2020 keine Ausrüstung von Huawei mehr einkaufen dürften, erklärte der damalige BT-Chef Philip Jansen im vergangenen Jahr.



