Wettbewerb: Milliardenstrafe gegen Apple in Frankreich

Nicht nur die EU, auch einzelne Mitgliedstaaten können Milliardenstrafen gegen US-IT-Konzerne verhängen. Getroffen hat es in diesem Fall Apple.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Apple wollte die Preise für iPads offenbar kontrollieren.
Apple wollte die Preise für iPads offenbar kontrollieren. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Die französische Wettbewerbsbehörde hat gegen Apple eine Strafe von gut 1,1 Milliarden Euro verhängt. Apple habe sich mit den Großhändlern Tech Data und Ingram Micro abgesprochen und dadurch den Markt gleichgeschaltet, teilte Behördenchefin Isabelle de Silva am 16. März 2020 mit. Zudem habe der Konzern unter anderem über restriktive Vertragsklauseln dafür gesorgt, dass Geräte von spezialisierten Apple-Händlern nicht günstiger als in seinen eigenen Läden verkauft worden seien. Es gehe um diverse Apple-Produkte wie iPads, jedoch nicht um iPhones. Apple will Widerspruch einlegen.

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Für die französische Wettbewerbsbehörde Autorité de la Concurrence ist das die bisher höchste Strafe gegen ein einzelnes Unternehmen. Die Großhändler Tech Data und Ingram Micro kamen mit deutlich niedrigeren Strafen von knapp 63 und gut 76 Millionen Euro davon. Ausgelöst hatte die Untersuchung eine Beschwerde des Apple-Händlers eBizcuss aus dem Jahr 2012. Die Firma hatte sich in dem Jahr aus Frankreich zurückgezogen und ist noch in Belgien aktiv.

Apple widerspricht

Apple widersprach am Montag den Vorwürfen. Die Entscheidung betreffe über ein Jahrzehnt alte Geschäftspraktiken und widerspreche mehr als 30 Jahren rechtlicher Standards, auf die sich alle Unternehmen verließen, die in Frankreich ihr Geschäft betrieben.

Die Wettbewerbsbehörde prangerte unter anderem an, dass die Rolle der beiden Großhändler lediglich darauf reduziert gewesen sei, von Apple festgeschriebene Artikelmengen weiterzuleiten. Zwischen ihnen selbst habe es keine Konkurrenz gegeben. Bei Vertragshändlern habe Apple enge Grenzen für Werbeaktionen gesetzt. So wird eBizcuss von der Behörde mit der Aussage zitiert, man sei von Apple aufgefordert worden, die Preise zu erhöhen, wenn Geräte günstiger als vom Konzern selbst verkauft worden seien. Zugleich habe Apple seine spezialisierten Händler vertraglich daran gehindert, europaweit Geschäfte aufzumachen, die exklusiv konkurrierende Marken verkauften.

Milliardenschwere Wettbewerbsstrafen sind in Europa zuletzt vor allem gegen Google verhängt worden. Die EU-Kommission warf dem Internetkonzern unter anderem unfairen Wettbewerb beim Betriebssystem Android und der Produktsuche auf seiner Plattform vor und verhängte in drei Verfahren Strafen von mehr als acht Milliarden Euro.

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