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Antennenarray aus Massenmarkt-Modulen

Den ersten Preis gewann ein Team namens Espargos. Dessen Ansatz besteht aus einem digitalen Antennenarray, das ebenfalls Sender von Drohnensteuerungen, Jammern oder ähnlichen Quellen präzise anpeilen kann.

Grundlage sind extrem günstige Funkchips aus dem Massenmarkt, die normalerweise in Alltagsgeräten stecken.

Mehrere dieser Module werden zu einem Phased-Array kombiniert und auf Sub-Nanosekunden-Ebene synchronisiert, so dass minimale Phasenverschiebungen der eingehenden Signale messbar werden.

Aus diesen Daten lässt sich wieder die Einfallsrichtung bestimmen – und damit der Standort der Quelle.

Espargos zeigte das Verfahren nicht als Drohne, sondern als Handheld-System mit Augmented-Reality-Overlay ebenso wie als kompaktes SDR-Array, das Signale bis 6 GHz erfassen und peilen kann.

Störsicher fliegen

Der zweite Platz des Wettbewerbs ging an das Start-up Raydiant RF. Dessen Ansatz zielt darauf, Drohnen trotz massiver elektronischer Störangriffe funktionsfähig zu halten. Kernstück ist ein kompaktes, nachrüstbares Antennensystem, das auf handelsübliche Drohnen montiert werden kann.

Statt mit rundstrahlenden Standardantennen arbeitet die Lösung mit einem gerichteten Funklink zur eigenen Basisstation. Dadurch werden gegnerische Jamming-Signale auf physikalischer Ebene ausgeblendet, noch bevor sie überhaupt in die Funkmodule der Drohne gelangen. Gleichzeitig kann dieselbe Antenne genutzt werden, um eingehende Störenergie auszuwerten und die Quelle zu lokalisieren.

Raydiant sagt, dass dafür weder neue Protokolle noch spezielle Funkgeräte nötig seien: Das System wird an bestehende Funkmodule angesteckt und reduziert die effektive Störreichweite drastisch. In Tests sei es gelungen, mit identischer Drohne und identischem Jammer rund sechsmal näher an eine Störquelle heranzufliegen, ohne den Link zu verlieren.

Die gezeigten Projekte dienen nun als Grundlage für eine weitere fachliche Bewertung. Die drei beteiligten Einheiten wollen auf Basis der Ergebnisse prüfen, welche Ansätze technisch weiterverfolgt werden sollten, wo zusätzliche Forschung nötig ist und ob sich einzelne Lösungen für Folgevorhaben eignen.

Das Ziel besteht darin, konkrete Erkenntnisse aus den Tests in Erding in die weitere Planung einfließen zu lassen und dabei im Blick zu behalten, was sich perspektivisch für Praxis, Beschaffung und Truppe nutzen lässt.


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