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Wetell: Mobilfunk mit Öko und Datenschutz

Ökostrom, Datenschutz und Transparenz: Das Startup Wetell möchte nachhaltige Mobilfunktarife anbieten. Das erste Crowdfunding-Ziel ist bereits erreicht. Aber das reicht noch nicht.

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Die SIM-Karte zum nachhaltigen Mobilfunktarif
Die SIM-Karte zum nachhaltigen Mobilfunktarif (Bild: Wetell/Pixabay)

Nachhaltige Banken, Stromanbieter, (Kranken-)Versicherungen und faire Smartphones gibt es bereits, jetzt soll ein nachhaltiger Telekommunikationsanbieter mit dem Namen Wetell dazukommen, dem obendrein noch Datenschutz und Service am Herzen liegen. Bis 31. März läuft das Crowdfunding, bei dem Mobilfunkgutscheine vorgemerkt werden können. Mit mehr als 650 Unterstützern und 100.000 Euro ist die erste Crowdfunding-Etappe geschafft. Wichtiger als das Geld sei dem Startup, 1.000 Kunden zu erreichen, heißt es auf der Crowdfundingseite. Erst dann könne es mit Wetell losgehen.

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Die Idee, einen eigenen Mobilfunkanbieter zu gründen, kam den drei Freiburgern Andreas Schmucker, Alma Spribille und Nico Tucher, als Schmucker nach einem ökologischen Mobilfunktarif suchte - aber keinen finden konnte. Sie reduzierten ihre Stellen beim Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) und begannen mit der Planung. "Wir wollen einen Mobilfunkanbieter, von dem man seinen Freunden erzählt, den man guten Gewissens weiterempfehlen kann", erklärt Spribille. Dazu gehöre neben dem Umwelt- auch Datenschutz und ein guter Service und Transparenz.

Die Energie, die Wetell mit seinen Kunden über das Mobilfunknetz verbraucht, wollen sie gemeinsam mit dem Ökostromanbieter Elektrizitätswerke Schönau (EWS) ersetzen. Dafür soll Ökostrom ohne Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in das Stromnetz eingespeist werden und so Kohlestrom verdrängen, erklärt Wetell auf seiner Webseite. Auch für die Büroarbeiten soll Ökostrom und Recyclingpapier zum Einsatz kommen. Die Dienstleistungspartner versuchen sie ebenfalls dazu zu bewegen, auf Ökostrom zu setzen, bei Newsim ist ihnen dies bereits gelungen. Die Firma sorgt für die Netzanbindung in das Mobilfunknetz der Telekom D1.

Die Sache mit dem Datenschutz

Mit dem Datenschutz sei das etwas komplizierter und noch nicht so, wie sie sich das eigentlich wünschen, betont Spribille. Man achte darauf, dass die Bestandsdaten, also die Namen und Adressen der Kunden, nur bei Wetell und dem Dienstleister Newsim verschlüsselt gespeichert werden - die Telekom habe keinen Zugriff auf die Bestandsdaten. Allerdings können staatliche Stellen eine Bestandsdatenauskunft verlangen - wie bei jedem anderen Telekommunikationsanbieter auch. Die Bestandsdaten können sogar automatisiert abgefragt werden, ohne dass die betroffene Person oder der Telekommunikationsanbieter davon wissen.

Metadaten fallen bei allen drei beteiligten Firmen an. Wetell setze sich in Verhandlungen mit der Telekom dafür ein, dass die Minimalspeicherdauer und der -umfang bei der Telekom bereits vorausgewählt sei, erklärt Spribille. Wetell selbst speichere die Daten nur so lange, wie es der Gesetzgeber oder die Kunden vorgeben. Wetell möchte ähnlich wie die E-Mail-Anbieter Posteo und Mailbox.org einen jährlichen Transparenzbericht veröffentlichen.

Bitter aufstoßen dürfte Datenschützern die von Wetell durchgeführte Überprüfung der Zahlungsfähigkeit. "Wir würden das gerne perspektivisch ohne Bonitätsprüfung realisieren können, dafür müssten wir aber erst mal das Risiko genauer abschätzen können," sagt Spribille. Wenn Wetell daran scheitern würde, sei ja auch niemandem geholfen.

Hier supporten die Gründer selbst

Wetell-Kunden können zwischen drei Tarifen wählen: Der Tarif Ultrakurz kostet 15 Euro im Monat und enthält 300 Freiminuten und 100 FreiSMS sowie 1 GByte Datenvolumen im 3G-Netz. Mittelwelle und Superfunk kosten 30 respektive 40 Euro und umfassen eine Allnet Flat mit 3 beziehungsweise 8 GByte Datenvolumen im LTE-Netz.

Mit Problemen sollen sich die Kunden direkt an Wetell wenden können. Zu Beginn wollen die drei Gründer den Support noch selbst in die Hand nehmen, später wolle man eine Stelle dafür schaffen. Auch in der Vertragsgestaltung wolle man nicht gegen die Kunden arbeiten, heißt es auf der Webseite. Die Verträge seien nach einer Mindestlaufzeit von vier Monaten monatlich kündbar. Sollte Wetell nicht am Markt bestehen können, übernehme Newsim die Kunden. Ein finanzielles Risiko bestehe für die Kunden nicht, meint Spribille.

Neben Newsim und den Elektrizitätswerken Schönau kooperiert Wetell auch mit Alnatura und Shiftphones. "Perspektivisch könnte man vielleicht einen Wetell-Vertrag zu einem Shiftphone buchen oder umgekehrt", sagt Spribille. Vielleicht könne man auch Pappkarten für Wetell bei Alnatura kaufen. Vieles sei möglich, doch noch stehe man ganz am Anfang. Erst mal brauche man 1.000 Unterstützer.

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Anonymer Nutzer 09. Mär 2019

das witzige ist, nichts *neues* zu machen, kaufen, verbrauchen, also konsumverzicht zu...

qq1 08. Mär 2019

das mit dem Spenden ist in der Tat ein guter Vorschlag.

Arsenal 08. Mär 2019

Wäre ein passenderer Name weil man möglichst viele Buzzwords verwenden möchte. Buzzing...


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