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Wet Dreams Don't Dry im Test: Leisure Suit Larry im Land der Hipster

Der Möchtegernfrauenheld Larry Laffer kommt zurück aus der Gruft: In einem neuen Adventure namens Wet Dreams Don't Dry reist er direkt aus den 80ern ins Jahr 2018 - und landet in der Welt von Smartphone und Tinder.

Ein Test von veröffentlicht am
Artwork von Leisure Suit Larry - Wet Dreams Don't Dry
Artwork von Leisure Suit Larry - Wet Dreams Don't Dry (Bild: Assemble Entertainment)

Wer in den 80er Jahren des vergangenen Jahrtausends mit Computerspielen aufgewachsen ist, kennt fast sicher die besondere Bedeutung der Codewörter "Ken sent me". Die musste man nämlich in dem 1987 veröffentlichten Adventure Leisure Suit Larry in the Land of the Lounge Lizards eintippen, um in das Hinterzimmer einer Kneipe namens Lefty's zu gelangen und dort unerhört aufregende schweinische Szenen zu sehen.

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Jetzt sind Lefty's, Larry und das Hinterzimmer wieder da, und zwar gleich in den ersten Szenen von Leisure Suit Larry - Wet Dreams Don't Dry. In dem Adventure, produziert vom Hamburger Entwicklerstudio Crazy Bunch, taucht Larry nach über 20 Jahren einfach wieder auf. Das Programm spielt direkt nach dem tatsächlich kultigen Original. Die vielen teils halbwegs gelungenen und teils unterirdisch miesen Serienteile dazwischen gelten einfach nicht.

Die Zeitreise hat unter anderem zur Folge, dass Larry keinerlei Ahnung von aktueller Technologie hat. Er staunt über die leuchtenden Rechtecke (Smartphones) in den Händen anderer und muss sich von Hipstern erklären lassen, wie Tinder und Facebook funktionieren - die hier allerdings Timber und Farcebook heißen. Eine größere Rolle spielt ein Konzern namens Prune mit dessen Chef Bill Jobs, was eine Anspielung auf Apple und eine Mischung aus Steve Jobs und Bill Gates sein soll.

Die Handlung dreht sich wie alle Adventures mit Larry darum, den Schwerenöter endlich bei einer Traumfrau landen zu lassen. Viel wichtiger ist allerdings der Humor, und da spielen die moderne Technik samt Hipstertum und Influencern zum Glück eine größere Rolle als die eigentlich serientypischen, nicht immer politisch korrekten Anspielungen auf Sex. Allzu viel witziges Kapital kann schließlich kein Entwickler aus der Idee herausschlagen, dass Larry im Jahr 2018 ankommt.

Ein Großteil des je nach Spielweise bis zu rund acht Stunden langen Abenteuers besteht aus gut geschriebenen Dialogen zwischen Larry und den anderen Figuren. Dazu kommen meist eher einfache Kombinationsaufgaben, bei denen Larry die Gegenstände in seinem Inventar sinnvoll einsetzen muss. Dann muss er etwa herausfinden, mit welchem Objekt er Klopapier zu kombinieren hat, damit ein empfindlicher Nerd-Hintern künftig nicht mehr zerkratzt wird.

  • Die Kneipe Lefty's kennen Larry-Fans schon aus den 80er Jahren. (Bild: Assemble Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Im "Gespräch" mit einer Influencerin lernt Larry viel über die Sprache unserer Zeit. (Bild: Assemble Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Die pinken Markierungen zeigen an, mit welchen Gegenständen oder Personen der Spieler interagieren kann. (Bild: Assemble Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Auch von Larry gibt es peinliche Bilder für die sozialen Medien im Spiel. (Bild: Assemble Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • In der Kneipe Lefty's plaudert Larry mit dem Wirt. (Bild: Assemble Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Am oberen Rand wird das Inventar eingeblendet. (Bild: Assemble Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Im Gespräch mit einem berühmten IT-Firmenchef (Bild: Assemble Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Das Ingame-Gegenstück zu Tinder entzückt Larry! (Bild: Assemble Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Auf der Übersichtskarte genügt ein Klick, um an den Ort zu gelangen - sobald er freigeschaltet ist. (Bild: Assemble Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Das Grafikmenü kann fast nicht rudimentärer sein. (Bild: Assemble Entertainment/Screenshot: Golem.de)
Die Kneipe Lefty's kennen Larry-Fans schon aus den 80er Jahren. (Bild: Assemble Entertainment/Screenshot: Golem.de)

Auf Druck der Leertaste werden die nutzbaren Gegenstände innerhalb der handgezeichneten Hintergrundgrafiken markiert. Um von Ort zu Ort zu gelangen, reist Larry mit Unter - natürlich eine Anspielung auf Uber. Speichern und Laden ist jederzeit möglich. Eine Schnell-Gehen-Funktion ist nicht implementiert. Es gibt keine Situationen, die das Spiel unlösbar enden lassen, ebenso wenig wie echte Lebensgefahr für den Helden.

Leisure Suit Larry - Wet Dreams Don't Dry ist ab dem 7. November 2018 für Windows 10 und MacOS unter anderem über Steam erhältlich. Der Preis liegt bei rund 30 Euro.

Fazit

Schön, dass Larry nach all den Jahren nichts von seinem zweifelhaften Charme verloren hat. Wet Dreams Don't Dry ist ein gelungenes Adventure, mit dem nicht nur alte Fans des Möchtegernhelden viel Spaß haben. Gut finden wir vor allem die vielen hübschen Anspielungen auf die Welt der Hipster und Influencer. Natürlich ist nicht jeder Scherz ein Treffer, aber wer sich ein bisschen mit der Szene beschäftigt und Sinn für Humor hat, kommt mehr als ausreichend ins Kichern.

Die Rätsel sind zwar eher einfach gehalten, aber dafür gibt es auch kaum Frustmomente. Die Grafik wirkt simpel, aber liebevoll gestaltet und animiert. Einzig die Sprachausgabe ist fast schon zu professionell, weil bei einigen Charakteren etwas zu steif - zum Glück wurde Larry selbst prima vertont. Wet Dreams ist kein Abenteuer für schlaflose Nächte, aber gelungene Unterhaltung für Genrefans.



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MickeyKay 16. Nov 2018 / Themenstart

Nein, natürlich nicht zwangsläufig. Aber im Großtei der Fälle dürfte dies die Ausrede...

SchreibenderLeser 13. Nov 2018 / Themenstart

Mein erster Gedanke war: "Was wird die Generation Millennial wohl dazu sagen? Der...

Bibbl 12. Nov 2018 / Themenstart

Das hat auch kein Mensch behauptet.

MadDoc 12. Nov 2018 / Themenstart

Ich spiele auf der Arbeit. Und ich würde auch Larry spielen ... aber ich brauch auch...

Some0NE 08. Nov 2018 / Themenstart

Offiziell (u.a. Steam Store) steht da: Windows Vista / 7 / 8 / 10 Mac OS X v10.6, v10.7...

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