Wero: Europa will raus aus US-Zahlungsnetzwerken
Fast alle Karten- und Mobilzahlungen in Europa laufen derzeit über Systeme von Unternehmen außerhalb Europas. Das soll sich ändern, erklärte EZB-Präsidentin Christine Lagarde in einem Radiointerview. Die European Payments Initiative (EPI) und die Europa Alliance besiegelten einen Zusammenschluss(öffnet im neuen Fenster) , der die digitale Zahlungsplattform Wero mit rund 130 Millionen Nutzern in 13 Ländern etablieren soll.
Lagarde sagte, dass Transaktionsdaten regelmäßig ins Ausland fließen. "Ob Sie eine Karte oder ein Telefon verwenden – typischerweise läuft es über Visa, Mastercard, Paypal oder Alipay" , sagte sie in der Pat Kenny Show.(öffnet im neuen Fenster) Visa und Mastercard wickeln derzeit Transaktionen im Wert von geschätzt 24 Billionen US-Dollar jährlich ab, Kartenzahlungen machen 56 Prozent der bargeldlosen Zahlungen in EU-Mitgliedstaaten aus.
Wero verbindet nationale Systeme
Die European Payments Initiative wurde von 16 Banken und Zahlungsdienstleistern gegründet, darunter BNP Paribas und Deutsche Bank. Die Plattform Wero startete im Juli 2024 und nutzt Sepa-Instant-Überweisungen sowie Geldtransfers per Telefonnummer. Rund 47 Millionen Nutzer in Belgien, Frankreich und Deutschland sind bereits registriert, mehr als 7,5 Milliarden Euro wurden über 1.100 Mitgliedsinstitutionen transferiert.
Ende 2025 startete in Deutschland die Einzelhandelszahlungsfunktion. Der Zusammenschluss mit der Europa Alliance verbindet Wero nun mit nationalen Zahlungssystemen wie Italiens Bancomat, Spaniens Bizum, Portugals MB WAY und dem nordischen Vipps Mobilepay. Das kombinierte Netzwerk deckt etwa 72 Prozent der Bevölkerung der EU und Norwegens ab.
Grenzüberschreitende Peer-to-Peer-Zahlungen sollen noch in diesem Jahr starten, E-Commerce- und Point-of-Sale-Funktionen sind für 2027 geplant.
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