Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Wero-Bezahlung im Onlinehandel: So wird das nichts mit der Paypal-Alternative

Wenn die Banken bei Wero weiterhin so ein erbärmliches Bild abgeben, ist es kaum überraschend, dass viele lieber weiterhin Paypal nutzen.
Aktualisiert am , veröffentlicht am / Ingo Pakalski
228 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Noch lässt sich mit Wero kaum online shoppen. (Bild: EPI)
Noch lässt sich mit Wero kaum online shoppen. Bild: EPI
Inhalt
  1. Wero-Bezahlung im Onlinehandel: So wird das nichts mit der Paypal-Alternative
  2. Onlineshopping mit Wero kaum nutzbar

Diese Woche erfolgte der offizielle Startschuss für die Aktivierung von Wero-Zahlungen bei Onlineshops . Mit dem Zahlungsdienst will ein europäischer Bankenverbund eigentlich eine Alternative zu Anbietern wie Paypal anbieten. Wir fragen uns: Warum wird das alles so dilettantisch umgesetzt? Zumal Wero schon jetzt Jahre zu spät ist und erst mal viel aufzuholen hätte – das Gegenteil ist bisher passiert.

Damit Kunden von Paypal zu Wero wechseln, müsste der neue Dienst viel besser sein als der etablierte Anbieter. Bisher fällt Wero seit dem Start vor knapp 1,5 Jahren allerdings vor allem mit einer Besonderheit auf: vielen Einschränkungen und davon immer wieder neue, mit denen sich Interessenten herumplagen müssen.

Hinter Wero steht die European Payments Initiative (EPI), ein Zusammenschluss von 16 Bankhäusern Europas. Sie wollen sich dagegen stemmen, dass für viele Zahlungen in Geschäften und im Onlinehandel vor allem US-Anbieter zur Verfügung stehen. Das sind neben Visa und Mastercard auch Anbieter wie Paypal, Google Pay oder Apple Pay.

Kundeninformationen zu Wero mindestens lückenhaft

Noch immer fehlen viele große Banken in Deutschland unter den Anbietern von Wero. Und genau hier zeigt sich ein Grundproblem dieses Ansatzes: Wero setzt auf eine starke Integration der beteiligten Banken und das Ergebnis frustriert Kunden, wenn sie das Angebot eigentlich nutzen wollen, aber ihre Bank nicht mitmacht.

Ein ganz anderes Bild zeichnet Paypal: Hier ist es problemlos möglich, den Dienst mit beliebigen Bankkonten oder Kreditkarten zu verwenden. Es gibt also keine Abhängigkeit davon, ob Kunden zufällig bei der richtigen Bank sind.

Dabei verdient die Informationspolitik von Wero eine besonders schlechte Note: Auf der Wero-Homepage(öffnet im neuen Fenster) werden seit Monaten nur zehn der fünfzehn Wero-fähigen Banken aufgelistet; dabei wurde die gesamte Homepage erst diese Woche überarbeitet.

Komplette Bankenliste auf Wero-Homepage

Wir haben den Hinweis erhalten, dass die Wero-Webseite etwas versteckt doch noch alle unterstützten Banken nennt. Es erscheint eine Liste aller Wero-fähigen Banken in Europa, nachdem der Button "Jetzt Wero aktivieren" betätigt wurde. So mancher Interessent wird den Button nicht drücken, wenn er auf der Homepage sieht, dass die gewünschte Bank nicht erwähnt ist.

Unpraktisch dabei: Wir erhalten eine lange Liste aller Wero-fähigen Banken in Europa; es gibt keine Unterteilung nur nach Geldinstituten in Deutschland. Immerhin gibt es eine Suchfunktion, um nach der Bank suchen zu können, bei der man Kunde ist.

Zu den zehn auf der Wero-Webseite genannten Banken kommen noch fünf Banken dazu: Das sind die Geldhäuser Edeka Bank, Ethik Bank, Evangelische Bank, DKM Darlehnskasse Münster, KD Bank sowie die Pax-Bank für Kirche und Caritas.

Obwohl die Deutsche Bank zu den 16 Geldhäusern hinter der EPI zählt, fehlt eine Wero-Zahlung 1,5 Jahre nach dem Start weiterhin. Das alles gilt allerdings nur, wenn es darum geht, Geld von einer Person zu einer anderen zu überweisen. Damit sollen bisherige Banküberweisungen vereinfacht werden, was aber nur gilt, wenn ein Smartphone mit im Spiel ist.

Die Lage bei der Nutzung von Wero in Onlineshops ist eine ganz andere – auch das gibt es so bei Paypal nicht.


Relevante Themen