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Aus Kundensicht ist es einfach überhaupt nicht nachvollziehbar, warum sich Wero zwar für Überweisungen, nicht aber beim Onlineshopping nutzen lässt. Und auch hier spielt die unzureichende Informationspolitik mit hinein.

Erst diese Woche haben Wero-Kunden erstmals erfahren, dass sie noch für Wochen oder Monate vom Onlineshopping mit dem System ausgeschlossen sind, wenn sie nicht bei einer der beiden genannten Banken ein Konto besitzen.

Wero-Kunden werden allein gelassen

Und wer in der glücklichen Lage ist, bei der richtigen Bank ein Konto zu haben und gerne online mit Wero bezahlen möchte, stößt auf das nächste Problem: Kunden bekommen vom Betreiber keine Informationen. Es gibt keine Übersicht darüber, in welchen Onlineshops damit bereits bezahlt werden kann(öffnet im neuen Fenster) .

Stattdessen wird alles den Nutzern überlassen – Dienstleistung sieht anders aus. Und selbst der Presse gegenüber behält sich die EPI ausgesprochen bedeckt: Angeblich sollen in den verbleibenden sechs Wochen des Jahres Wero-Zahlungen bei mehr als 150 Onlineshops starten .

Das Potenzial der Wero-Onlinebezahlungen bleibt vage

Davon werden allerdings lediglich zwölf genannt. Welches die übrigen mehr als 140 Shops sein werden, bleibt unklar. Es stellt sich die Frage: Warum wird die Onlinebezahlung von Wero mit einer Verspätung von zwei Wochen angekündigt? Und dann können nicht einmal genaue Starttermine für weitere Shops genannt werden? Warum ist der Start so schlecht koordiniert?

Zum Vergleich dazu, wie Konkurrent Paypal vorgeht, wenn es darum geht, neue Wege zu beschreiten: Seit Mai 2025 kann mit Paypal auch im Geschäft bezahlt werden , und da machen mit einem Schlag alle Shops mit, die kontaktloses Bezahlen mit einer Mastercard erlauben. Es ist also nicht ein einziger Anbieter, sondern es sind rund eine halbe Million Geschäfte dabei – Kunden konnten die neue Funktion damit von Anfang an breit im Alltag nutzen.

Es spielt dabei weiterhin keine Rolle, bei welcher Bank Kunden ein Bankkonto haben, sie können die Paypal-Bezahlung einfach nutzen. Genau das erwarten Kunden auch, wenn ein Bezahldienst einen so wichtigen Bezahlweg wie Onlineshopping erstmals einführt.

Paypal zeigt der EPI, wie man einen neuen Bezahlweg erfolgreich etabliert

Das bisherige Verhalten der EPI hinterlässt den Eindruck, dass bisher einfach zu viel falsch gemacht wurde, und es ist wenig überraschend, dass Nutzer nicht bereitwillig Paypal den Rücken kehren. Denn eigentlich ist es aus Kundensicht schon fast eine Beleidigung, den Start einer Zahlungsoption in Onlineshops damit zu starten, dass sich ausschließlich Konzertkarten online bezahlen lassen – nichts anderes.

Die deutlich bessere Unterstützung der Kunden zahlt sich für Paypal aus. Innerhalb von nur einem halben Jahr haben in Deutschland 5 Millionen Paypal-Kunden das Bezahlen im Laden freigeschaltet . Zum Vergleich: In der dreifachen Zeit konnte Wero gerade mal 1,3 Millionen Kunden gewinnen – zum Teil eben auch deswegen, weil viele große Banken noch immer fehlen. Dadurch werden Interessenten ausgeschlossen, die eigentlich gerne Wero nutzen wollen.

IMHO ist der Kommentar von Golem. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)

Nachtrag vom 18. November 2025, 19:15 Uhr

Nach Schilderungen von Lesern wurden wir darauf hingewiesen, dass die Wero-Zahlung bei der Deutschen Bank doch noch nicht vorhanden ist. In einer Mitteilung der Bank vom 29. Juli 2025 wird der Eindruck erweckt, dass Wero-Zahlungen seitdem möglich seien(öffnet im neuen Fenster) . Etliche(öffnet im neuen Fenster) Medien(öffnet im neuen Fenster) hatten das seinerzeit so berichtet. Wir haben die Passage im Artikel entsprechend angepasst.

Nachtrag vom 21. November 2025, 9:23 Uhr

Wir haben den Hinweis erhalten, dass Wero-Interessenten doch erfahren können, welche Banken in Deutschland den Zahlungsdienst unterstützen. Wir haben die Textpassage dazu entsprechend angepasst.

Nachtrag vom 26. November 2025

Ein Leser von Golem wies uns darauf hin, dass es neben Eventim einen weiteren Onlineshop gibt, der eine Bezahlung über Wero anbietet: der Onlineshop des Fußballvereins 1. FC Kaiserslautern(öffnet im neuen Fenster) . Wie auch bei Eventim fehlt allerdings unter dem Wero-Logo jeder Hinweis darauf, dass die Wero-Bezahlung derzeit nur für ausgewählte Kunden möglich ist. Nur Bankkunden einer Sparkasse oder der Volks- und Raiffeisenbanken können diese Bezahlart nutzen.


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