Vier Standorte: Durchgehender Weihnachtsstreik bei Amazon

An vier Amazon-Standorten wollen Lagerarbeiter den Streik diesmal bis Weihnachten durchziehen. Der Streik sei für den Onlinehändler teuer.

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Keine Wirkung? Amazon-Arbeiter im Streik
Keine Wirkung? Amazon-Arbeiter im Streik (Bild: Verdi)

Beschäftigte bei Amazon sind an den Standorten Rheinberg, Werne und Graben erneut in den Streik getreten. Das gab die Gewerkschaft Verdi am 21. Dezember 2016 bekannt. Die Arbeitsniederlegungen haben am Morgen begonnen und dauern vorläufig bis einschließlich 24. Dezember 2016 an. Das gilt auch für Koblenz, wo die Beschäftigten bereits seit dem 19. Dezember im Ausstand sind. Bei Amazon existiert kein Tarifvertrag.

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"Amazons Behauptung, die Streiks hätten keine Auswirkung, gehört klar ins Reich der Legenden. Der Streik ist teuer für das Unternehmen", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Amazon habe Beschäftigte als Streikbrecher in Reserve. Allein in Leipzig seien so im Monat November 2016 rund 7.000 unproduktive Stundenlöhne gezahlt worden, wenn diese Beschäftigten nicht zum Einsatz kamen.

"Die Streiks bedeuten für das Unternehmen ein konkretes Verlustgeschäft und verursachen chaotische Verhältnisse bei der Warenzustellung, auch wenn der Onlinehändler nach außen das Gegenteil behaupten lässt", erklärte Silke Zimmer, Verdi-Fachbereichsleiterin für den Handel in Nordrhein-Westfalen.

Onlinehändler mit 800 Neueinstellungen

Bei den Streiks bei Amazon geht es den Beschäftigten um eine etwas höhere Bezahlung, Urlaubsgeld und tarifliches Weihnachtsgeld durch einen Tarifvertrag. Nach Tarifvertrag für den Einzel- und Versandhandel etwa in Sachsen bekämen die Amazon-Mitarbeiter 30 Arbeitstage Urlaub und ein Urlaubsgeld von 1.075 Euro. Weihnachtsgeld in Höhe von 1.013 Euro, eine 38-Stunden-Woche und sechs Wochen Urlaub seien in der Branche üblich. Amazon zahlt kein Urlaubsgeld und gewährt seit dem Jahr 2016 nur noch 28 Arbeitstage Urlaub. Laut Konzerndarstellung werden an allen Standorten in Deutschland mindestens 10 Euro brutto pro Stunde gezahlt, im Durchschnitt in Deutschland 10,40 Euro brutto pro Stunde bei 38,75 Stunden pro Woche. Hinzu kommen Bonus, Weihnachtsgeld, Mitarbeiteraktien, Gratisversicherungen, ein Pensionsfonds und Mitarbeiterrabatte.

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Amazon hat nach eigenen Angaben im Jahr 2016 insgesamt 800 unbefristete Arbeitsplätze in seinen deutschen Niederlassungen geschaffen. Steven Harman, Direktor EU Operations bei Amazon: "Viele unserer unbefristeten Arbeitskräfte haben als Saisonarbeitskräfte angefangen." Mit den bereits angekündigten drei neuen Zentren in Deutschland werde die Stammbelegschaft weiter vergrößert.

Nachtrag vom 21. Dezember 2016, 16:45 Uhr

Verdi zieht eine positive Bilanz des ersten Streiktages bei Amazon in der Weihnachtswoche: "Am heutigen Streik haben sich rund 1.200 Beschäftigte beteiligt", sagte Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Amazon-Sprecherin Anette Nachbar betonte: "Das ist weit übertrieben. Weniger als 1.100 Mitarbeiter der Früh- und Spätschicht an insgesamt vier Standorten haben sich beteiligt. Es gibt keinerlei Auswirkungen."

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Max19 10. Okt 2019

Du hast Recht, Verdi hilft im großem Maße da, wo der Geld herkommt. Bei der großen Masse...

Dilopho 23. Dez 2016

Die Aushilfen haben damit nichts zu tun. "Labeln" tut eine Maschine und wenn ein Paket...

Anonymer Nutzer 23. Dez 2016

A) Ich habe das Wort "Prime" nicht ein Mal erwähnt. B) Ist das auch völlig irrelevant...

AllDayPiano 23. Dez 2016

Ja damit hast Du sicherlich recht. Alleine wegen der Signalwirkung sollte Ver.di...



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