Werne: Adventsstreik bei Amazon brachte Verkehrsstau
In Rheinberg und Werne haben Amazon-Beschäftigte am Samstag wieder gestreikt. Das gab die Gewerkschaft Verdi bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Beim Streik vor zwei Wochen sei in Werne der Verkehr auf der Straße zum Firmengelände zusammengebrochen, weil über Stunden keine Anlieferung mehr möglich war. Die LKW hätten sich über mehrere hundert Meter gestaut. "Durch so ein Chaos wird auch dem Letzten deutlich, dass Amazon die Streiks eben nicht kompensieren kann" , sagte Silke Zimmer, Fachbereichsleiterin für den Handel bei Verdi Nordrhein-Westfalen.
Bei den Streiks bei Amazon geht es den Beschäftigten um eine etwas höhere Bezahlung, Urlaubsgeld und tarifliches Weihnachtsgeld durch einen Tarifvertrag. Nach Tarifvertrag für den Einzel- und Versandhandel etwa in Sachsen bekämen die Amazon-Mitarbeiter 30 Arbeitstage Urlaub und ein Urlaubsgeld von 1.075 Euro. Weihnachtsgeld in Höhe von 1.013 Euro, eine 38-Stunden-Woche und sechs Wochen Urlaub seien in der Branche üblich. Amazon zahlt kein Urlaubsgeld und gewährt seit dem Jahr 2016 nur noch 28 Arbeitstage Urlaub. Laut Konzerndarstellung werden an allen Standorten in Deutschland mindestens 10 Euro brutto pro Stunde gezahlt, im Durchschnitt in Deutschland 10,40 Euro brutto pro Stunde bei 38,75 Stunden pro Woche. Hinzu kommen Bonus, Weihnachtsgeld, Mitarbeiteraktien, Gratisversicherungen, ein Pensionsfonds und Mitarbeiterrabatte.
Die schottische Zeitung The Courier berichtet(öffnet im neuen Fenster) , dass einige Lagerarbeiter in der Nähe des Standortes Dunfermline trotz der Kälte in Zelten im Wald schlafen, um die Kosten für den Nahverkehr zu sparen. Die Zeitung beruft sich auf einen Beschäftigten und zählte drei Zelte. Amazon beschäftigt 1.500 Festangestellte und 4.000 Zeitarbeiter an dem Standort.