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Werbung in Prime Video: Verbraucherschützer verklagen Amazon auf 1,8 Milliarden Euro

In der Sammelklage gegen Amazon wegen der Werbung in Prime Video drohen dem Unternehmen Millardenstrafen.
/ Ingo Pakalski
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Amazon drohen Strafzahlungen von mindestens 1,8 Milliarden Euro. (Bild: Subaas Shrestha via Reuters Connect)
Amazon drohen Strafzahlungen von mindestens 1,8 Milliarden Euro. Bild: Subaas Shrestha via Reuters Connect
Inhalt
  1. Werbung in Prime Video: Verbraucherschützer verklagen Amazon auf 1,8 Milliarden Euro
  2. Falls Amazon vor Gericht verliert

Die Verbraucherzentrale Sachsen führt gegen Amazon eine prozessfinanzierte Gewinnabschöpfungsklage nach neuem Recht – nach Angaben des Verbands ist es bisher die erste solcher Klagen. Mit diesem Schritt soll die laufende Sammelklage gegen Amazon rund um das Abo Prime Video ergänzt werden.

Amazon führte Anfang Februar 2024 zusätzliche Werbeclips in seinem Videostreaming-Abo Prime Video ein, das Bestandteil des Prime-Abos ist. Bis dahin gab es bereits überspringbare Werbeclips für Filme und Serien im Abo von Prime Video. Zudem wurden Funktionen gestrichen und die Bild- und Tonqualität hat sich verschlechtert .

Seit fast zwei Jahren gibt es stattdessen Werbung mitten in Filmen und Serien, die sich nicht überspringen lässt. Wer das Streamingabo weiterhin ohne Werbung in Filmen und Serienfolgen und mit dem alten Funktionsumfang nutzen wollte, musste monatlich 2,99 Euro mehr zahlen . Für keine der Änderungen hat Amazon Abonnenten um Zustimmung gebeten – über das Entfernen von Funktionen wurden Abonnenten nicht informiert.

Sammelklage gegen Amazon

Die Verbraucherzentrale Sachsen hält das für rechtswidrig und hat im April 2024 Sammelklage gegen das Onlinekaufhaus eingereicht .

An der Sammelklage haben sich bisher nach Angaben der Verbraucherschützer mehr als 123.000 Personen beteiligt. "Wir freuen uns sehr über die große Beteiligung. Doch bei deutschlandweit geschätzt 17 Millionen Kundinnen und Kunden sind das noch nicht einmal ein Prozent der Betroffenen" , sagt Michael Hummel, Rechtsexperte der Verbraucherzentrale Sachsen.

Verbraucherschützer verlangen mindestens 1,8 Milliarden Euro von Amazon

"Deshalb fordern wir mit unserer zusätzlichen Gewinnabschöpfungsklage nun auch die restlichen Gewinne von Amazon. Auf drei Jahre gerechnet, sprechen wir von schätzungsweise mindestens 1,8 Milliarden Euro" , erklärt Hummel das Ziel der Verbraucherschützer.

Er räumt ein, dass es möglich sei, dass Amazon mit der neuen Werbung deutlich höhere Einnahmen erzielte. Falls Amazon vor Gericht verliert, würde die Bundesrepublik Deutschland einen Großteil der Summe erhalten. Zunächst haben Personen Vorrang, die sich an der Sammelklage beteiligen.


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