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Werbewirtschaft: Werbung auf illegalen Websites soll eingedämmt werden

Die Hintermänner des Internetportals Kino.to konnten Werbeeinnahmen in Millionenhöhe erzielen, indem sie illegal Filme veröffentlichten. Der Zentralverband der Deutschen Werbewirtschaft will die "Finanzierung illegaler Geschäftspraktiken durch Werbung" spürbar eindämmen, erklärt ZAW-Geschäftsführer Bernd Nauen im Interview.

Artikel veröffentlicht am , Alexander Wragge/iRights
Dr. Bernd Nauen, Geschäftsführer Zentralverband der Deutschen Werbewirtschaft, ZAW
Dr. Bernd Nauen, Geschäftsführer Zentralverband der Deutschen Werbewirtschaft, ZAW (Bild: ZAW)

iRights.info: Die Rechteindustrie geht seit Jahren gegen Internetportale vor, die urheberrechtlich geschützte Werke illegal veröffentlichen. Die Portale finanzieren sich teilweise über Abomodelle, aber auch über Werbung. Trägt die Werbewirtschaft indirekt eine Mitverantwortung für die Urheberrechtsverletzungen?

Inhalt:
  1. Werbewirtschaft: Werbung auf illegalen Websites soll eingedämmt werden
  2. Keine Automatismen, Werbungen auf Piraterie-Angeboten auszuschließen

Bernd Nauen: Es ist bekannt, dass sich Webseiten wie Kino.to auch durch Werbung finanzieren. Auch wenn es valide Zahlen über die Werbeeinnahmen solcher illegalen Portale nicht gibt, unsere Haltung ist eindeutig: Der ZAW und seine Mitglieder distanzieren sich von Online-Piraterie-Aktivitäten. Dabei messen wir dem Schutz des geistigen Eigentums auch deshalb eine hohe Bedeutung zu, weil kein geringer Anteil unserer Mitglieder von und mit diesem rechtlich geschützten Gut lebt. Werbungtreibende, Agenturen, technische Dienstleister und Medien bekennen sich also zu dem Ziel, unter Wahrung der Freiheit kommerzieller Kommunikation, die Finanzierung illegaler Geschäftspraktiken durch Werbung spürbar einzudämmen. Und schließlich darf auch bei den Nutzern nicht der Eindruck entstehen, bestimmte Portale seien legal, weil dort geworben wird.

Dies vorausgeschickt ist es schon heute so: Wenn Rechteinhaber werbende Unternehmen oder die für die Verteilung von Werbung beauftragten Dienstleister darauf aufmerksam machen, dass ihre Werbung auf illegalen Plattformen läuft, wird diese unverzüglich zurückgezogen. Die entsprechenden Seiten werden dann gemieden. Allerdings besteht wohl noch Raum, die Schaltungsroutinen in bestimmten Bereichen der digitalen Wertschöpfungskette zu optimieren, um solche Fehlschaltungen von vornherein zu vermeiden.

Werbung rückt auf die Agenda

iRights.info: Ist es verboten, auf einem Portal zu werben, das Inhalte offensichtlich unrechtmäßig veröffentlicht?

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Nauen: Das ist eine sehr schwierige - von den Umständen des Einzelfalls abhängige - Frage. Es gibt hierzu meines Wissens keine obergerichtliche Rechtsprechung, die klare Orientierung gibt. Deshalb prüfen wir, losgelöst von den straf- oder zivilrechtlichen Fragen tätig zu werden, um Fehlschaltungen strukturell einzudämmen.

iRights.info: Rückt das Thema "Werbefinanzierte Urheberrechtsverstöße" auf der Agenda nach oben?

Nauen: Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) hat 2008 den "Wirtschaftsdialog für mehr Kooperation bei der Bekämpfung der Internetpiraterie" eingerichtet. Zunächst wurde vor allem die Strafverfolgung gegen illegale Anbieter diskutiert. Sie gestaltet sich bekanntlich schwierig, oftmals entziehen sich die Betreiber den Behörden, etwa weil ihre Server im Ausland stehen. Maßnahmen unter Einbeziehung der Nutzer solcher Portale, beispielsweise Warnhinweise, sind zugleich äußerst umstritten. Relativ neu in der Debatte ist die Frage, welche Rolle die Werbung im Kampf gegen illegale Portale spielt. Der ZAW hat diese Thematik bereits aufgegriffen und hierzu ein erstes Branchentreffen mit Agenturen, technischen Dienstleistern, Werbungtreibenden und Rechteinhabern organisiert.

iRights.info: Was hat das erste Treffen gebracht?

Nauen: Wir haben uns hauptsächlich mit den Bedingungen beschäftigt, unter denen die Werbeschaltung in den betroffenen Bereichen der Onlinewerbung abläuft und die bereits erwähnte Thematik von Fehlschaltungen analysiert. Der Auftakt ist vielversprechend verlaufen: Das Problembewusstsein ist vorhanden, der Sachverstand auch. Sicherlich wird es für den weiteren Verlauf darauf ankommen, dass nicht nur Lippenbekenntnisse abgegeben werden.

Keine Automatismen, Werbungen auf Piraterie-Angeboten auszuschließen 
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lalelu 03. Jul 2012

Es geht ja nicht um dürfen, sondern um wollen. Sie _wollen_ dann dort nciht mehr...

BerlinerMaxe 03. Jul 2012

Bring mal nen paar Beipielkeywords wo man unter den Erstplatzierten (Top10) Cookie...

lala1 03. Jul 2012

... wenn man mit den Werbeleuten sprechen würde, könnte ich mir vorstellen bekommt man...

onkel hotte 03. Jul 2012

das ist doch schwachfug. wer "sixth sense" und konsorten einmal gesehen hat, dem nützt...


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