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Werbeversprechen: Verbraucherschützer verklagen Kabelnetzfirma wegen "0 Euro"

Ein 0-Euro-Sonderangebot von Primacom enthalte versteckte Kosten, sagen Verbraucherschützer. Sie klagen jetzt gegen den Kabelnetzbetreiber.
/ Achim Sawall
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Primacom-Gebäude (Bild: Primacom)
Primacom-Gebäude Bild: Primacom

Eine Verbraucherzentrale verklagt den TV-Kabelnetzbetreiber Primacom wegen verbraucherschutzwidriger Praktiken und irreführender Werbung. Das gab die Verbraucherzentrale Sachsen am 4. November 2014 bekannt(öffnet im neuen Fenster). Primacom warb in dem Bundesland mit einem Preis von 0 Euro für seine Anschlüsse. Auch "6 Monate gratis für Neukunden" wurden versprochen.

Wer den beworbenen Zweijahresvertrag abschloss, wurde laut Verbraucherschützern jedoch nur in den ersten zwei Monaten nicht mit regelmäßigen Kosten belastet. Es wurden aber eine einmalige Versandkostenpauschale von 12 Euro sowie ein einmaliger Einrichtungspreis von 29,90 Euro berechnet, falls der Vertrag nicht über das Internet abgeschlossen wurde.

"Bei einer Bestellung im Internet bekamen Verbraucher kostenpflichtige Nebenleistungen wie das Programmpaket 'Familie HD' und eine 'Sicherheitspaket' genannte Software untergeschoben", sagte Michael Hummel von der Verbraucherzentrale Sachsen. Diese Nebenleistungen seien in den ersten zwei Monaten kostenlos, wurden dann aber mit insgesamt 18,99 Euro monatlich berechnet, falls sie nicht innerhalb eines Monats gekündigt wurden. Hummel: "Das ist aus Sicht der Verbraucherzentrale Sachsen ein Verstoß gegen das seit 13. Juni 2014 geltende neue Verbraucherrecht, welches solche Voreinstellungen verbietet."

Das beworbene 2er-Paket 100 kostete zudem ab dem sechsten Monat 19,99 Euro und ab dem 13. Monat 34,99 Euro. Verbraucher müssten statt der beworbenen 0 Euro ab dem 13. Monat somit 53,98 Euro zahlen.

Die Verbraucherzentrale Sachsen hat deshalb nach erfolgloser Abmahnung Klage erhoben. Sollte Primacom das Verfahren verlieren, so dürfte das Unternehmen keine Gebühren für die Nebenleistungen Familie HD und das Sicherheitspaket fordern, wenn der Vertrag nach dem 13. Juni 2014 im Internet abgeschlossen wurde. Das Unternehmen hat sich auf Anfrage von Golem.de bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.


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