Werbegeschäft: EU könnte nächste Strafe für Google verhängen
Die EU-Kommission soll eine weitere Untersuchung gegen Google gestartet haben. Das berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf ein Schreiben, das potentiell betroffene Unternehmen von der EU-Behörde bekamen.
Demnach steht Google unter dem Verdacht, die Preise für Werbeanzeigen in der Google-Suche illegal erhöht zu haben. Das Unternehmen soll den Clearing-Preis höher angesetzt haben, wie die EU-Kommission in dem Brief erklärte.
Sollte sich der Vorwurf belegen lassen, würde das der Behörde zufolge eine Strafe in Höhe von bis zu zehn Prozent des Google-Jahresumsatzes nach sich ziehen. Ob die EU-Kommission im Zweifel tatsächlich eine Strafe in der Höhe verhängen würde, ist fraglich. In der Vergangenheit nutzte die EU solche Strafrahmen nicht aus.
Dominanz im Werbeanzeigenmarkt interessiert die EU auch
In dem Schreiben bat die EU-Kommission die Unternehmen, zu einer möglichen Marktdominanz Googles im Werbeanzeigenbereich Stellung zu nehmen. Den Informationen zufolge soll die Untersuchung sich noch in einem frühen Stadium befinden.
Die EU verhängte bereits einige Strafen gegen Google. 2024 wurde ein früheres Urteil in Höhe von 2,42 Milliarden Euro bestätigt . Diese Strafe wurde verhängt, weil Google bei der Shoppingsuche seine dominierende Marktposition missbraucht hatte.
2025 drohte die EU eine mögliche Strafzahlung aufgrund von Verstößen im Play Store an, sollten keine Verbesserungen umgesetzt werden. Die EU kritisiert wie zuvor bei Apple, dass Entwickler in Googles App-Marktplatz keine ausreichenden Möglichkeiten hätten, Nutzer in andere Zahlungskanäle mit günstigeren Konditionen für die Programmierer zu führen.
Strafzahlungen gegen Google und andere US-Tech-Unternehmen haben aktuell immer auch eine politische Dimension. Die aktuelle US-Regierung unter Donald Trump wirft der EU immer wieder vor, US-Unternehmen unfair zu behandeln und droht mit Gegenmaßnahmen.