Werbefrei: Youtube prüft kostenpflichtigen Zugang
Youtube prüft die Einführung eines kostenpflichtigen Zugangs. Das sagte Youtube-Chefin Susan Wojcicki auf der Code/Mobile Conference(öffnet im neuen Fenster) des Onlinemagazins Recode. Youtube sei werbefinanziert, was eine Milliarde Nutzer ermögliche. Es gebe aber einen Punkt, an dem Nutzer keine Werbung sehen wollten.
Nutzer würden sich Werbeclips ansehen oder sich für eine Monatsgebühr entscheiden. "Wir denken darüber nach, wie wir Nutzern die Wahl bieten können."
Google macht keine Angaben zu den Werbeeinnahmen von Youtube. Auch Wojcicki reagierte nur mit humorigen Bemerkungen auf Nachfragen zum Umsatz. Nach Schätzungen des Marktforschungsunternehmens eMarketer lag der Umsatz bei Youtube im vergangenen Jahr bei 5,6 Milliarden US-Dollar. Viele Medien böten einen freien werbefinanzierten Zugang und ein werbefreies Abomodell an, sagte Wojcicki. Bei Youtube stünden die Überlegungen dazu aber noch am Anfang.
Youtube hatte unabhängigen Musikunternehmen und Künstlern in diesem Jahr ein Ultimatum gesetzt, neue Verträge für abobasiertes Musikstreaming zu unterschreiben. Wenn die Labels sich weigerten, würden ihre Inhalte bei Youtube gesperrt, hieß es. Der Verband Worldwide Independent Network (WIN), hatte das Vorgehen Youtubes kritisiert. Im Juni 2014 erklärte WIN, Youtube verschicke weiterhin Drohungen an Mitglieder, die sich weigerten, die "äußerst ungünstigen und nicht verhandelbaren Vertragsbedingungen zu unterschreiben".
Auf die Frage, ob der kostenpflichtige Musikdienst noch dieses Jahr käme, sagte Wojcicki im Gespräch mit Recode: "Wir arbeiten daran. Ihr seid die ersten, die es erfahren, wenn es los geht."