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Weniger Tote bei Autounfällen: Eine neuartige Lkw-Front könnte Leben retten

Eine neuartige Lkw-Front aus Aluminiumwaben hat sich bereits in Crashtests bewährt. Damit wären Unfälle zwischen schweren Lastern und Autos weniger verheerend.
/ Ingo Pakalski , dpa
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Lkw-Unfälle können für andere Verkehrsteilnehmer verheerend sein. (Bild: Sean Gallup/Getty Images)
Lkw-Unfälle können für andere Verkehrsteilnehmer verheerend sein. Bild: Sean Gallup/Getty Images

Kollisionen zwischen tonnenschweren Lkw und Pkw können für die Autoinsassen verheerende Folgen haben. Um die Zahl der tödlichen Zusammenstöße zu verringern, hat ein Team der schwedischen Chalmers tekniska högskola(öffnet im neuen Fenster) eine neuartige Lkw-Front entwickelt. Damit konnten in Crashtests Verformungen des Pkw-Innenraums um 30 bis 60 Prozent reduziert werden.

Je intakter der Innenraum bleibt, umso geringer ist das Verletzungs- und damit auch das Todesrisiko für die Fahrzeuginsassen. Wie die Forschungsgruppe in einer Mitteilung(öffnet im neuen Fenster) erläutert, machten Zusammenstöße zwischen Lkw und Pkw sowohl in der EU als auch in den USA zwischen 14 und 16 Prozent aller tödlichen Unfälle mit Pkw-Insassen aus. Bei über 90 Prozent der Verkehrsunfälle mit Lkw-Beteiligung sterbe der Unfallgegner, in der Regel ein Pkw-Insasse.

Auch das Statistische Bundesamt schreibt in seinem Bericht mit dem Titel Unfälle von Güterkraftfahrzeugen im Straßenverkehr 2020(öffnet im neuen Fenster) , dass die Unfallfolgen aufgrund der Größe und Masse der sogenannten Güterkraftfahrzeuge für die Unfallgegner meist deutlich schwerer als für die Güterkraftfahrzeug-Benutzer selbst seien. Von den 2020 bei Lkw-Unfällen Verunglückten seien 7.117 Insassen von Güterkraftfahrzeugen und 22.765 andere Verkehrsteilnehmer gewesen.

Hohes Verletzungsrisiko bei Lkw-Unfällen

Von den dabei Getöteten seien 124 Insassen von Güterkraftfahrzeugen und 492 wiederum andere Verkehrsteilnehmer gewesen. "Das Risiko, bei einem Lkw-Unfall getötet zu werden, ist damit für die anderen Unfallbeteiligten (einschließlich Mitfahrer) fast viermal so hoch wie für die Insassen eines Güterkraftfahrzeuges" , heißt es in dem Bericht.

Zu den häufigsten Unfallarten zählen dabei den schwedischen Forschern zufolge Frontalzusammenstöße auf Landstraßen und Auffahrunfälle auf Autobahnen, bei denen der Lkw ins Heck des vorausfahrenden Pkw rast. Damit die Autoinsassen überleben, müsse die Pkw-Kabine möglichst unversehrt bleiben. Das könnten bei Kollisionen mit schweren Lastwagen aber selbst moderne Autos nicht leisten.

Aluminium-Struktur, die Energie absorbiert

Deswegen entwarf das schwedische Forschungsteam eine neue Lkw-Front, die den Aufprallprozess gefahrloser für die Pkw-Insassen gestalten soll. Auf Fotos der Universität sieht die Front wie eine herausstehende, lamellenbewehrte Box aus. "Das Innendesign der neuen Lkw-Front besteht aus Aluminiumwaben. Dabei handelt es sich um eine Struktur, die aus sich wiederholenden sechseckigen Rohren aus Aluminiumfolie besteht" , erklärt Robert Thomson von der Abteilung für Fahrzeugsicherheit der Universität.

Dieser Aufbau sei ideal für eine leichte, energieabsorbierende Struktur, da etwa 97 Prozent des Volumens aus Luft bestünden. "Aluminiumwaben werden in vielen Crashtest-Barrieren verwendet, um eine verteilte Kraft zu erzeugen und Energie zu absorbieren. Durch Änderung der Foliendicke können wir die Kraft- und Verformungseigenschaften verändern" , so Thomson. Außerdem biete das Design die nötige Flexibilität bei der Herstellung, um Prototypen zu erstellen und die Möglichkeit der Umsetzung zu demonstrieren.

Die Ergebnisse des Crashtests

Die Forschungsgruppe berücksichtigte bei der Entwicklung die Vorschriften für Lkw-Abmessungen, die seit 2019 in Europa gelten und längere Lkw-Führerhäuser zulässt. In Crashtests war die neue Lkw-Front bereits erfolgreich: Dabei ließen die Forscher einen schwer beladenen Lastwagen mit der neuen Front bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h mit einem Auto zusammenprallen: In den Tests wurde eine ursprüngliche Fahrgeschwindigkeit von 80 km/h simuliert, die durch automatische Notbremssysteme reduziert wurde, da diese in neueren Pkw und Lkw vorgeschrieben sind.

Die Versuche zeigten der Forschungsgruppe zufolge, dass die Struktur die Verformung des Auto-Innenraums um 30 bis 60 Prozent reduzieren kann, womit sich das Verletzungsrisiko für die Fahrzeuginsassen entsprechend verringert. Darüber hinaus verringere die neue Front auch die Verformung des Lastwagens, womit die Sicherheit der Lkw-Fahrer und der Ladung erhöht werde.


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