Wenig Risikokapital, viel Pleite: Deutschen Start-ups fehlt das Geld
Deutschen Tech-Start-ups droht die Pleite, weil auf dem Markt kaum noch Risikokapital zur Verfügung steht. Laut Berechnungen von Startupdetector im Auftrag des Handelsblatts(öffnet im neuen Fenster) hätten allein im ersten Quartal 2023 bereits 67 Start-ups Insolvenz angemeldet. Für die erste Jahreshälfte rechnen die Analysten mit einem Rekordstand.
Auch der Lobbyverband Bitkom hatte rund 200 Tech-Start-ups(öffnet im neuen Fenster) zu ihrer wirtschaftlichen Situation befragt. Gut zwei Drittel der befragten Unternehmer sind demnach nicht der Ansicht, dass in Deutschland ausreichend Risikokapital zur Verfügung steht. Gerade einmal 17 Prozent der befragten Start-ups hätten die Finanzierung für die kommenden zwei Jahre gesichert.
Die "Zurückhaltung der Investoren" dürfe aber "nicht Wachstum und internationale Expansion deutscher Start-ups ausbremsen" , sagte Niklas Veltkamp aus der Bitkom-Geschäftsleitung. Er appellierte auch an die Politik. "Viele Start-ups mussten zuletzt auf die Kostenbremse treten und ihre Profitabilität erhöhen, dadurch ist der durchschnittliche Kapitalbedarf zurückgegangen" , so Veltkamp.
Diese Kostenbremse bedeutete bei vielen Unternehmen zuletzt einen massiven Stellenabbau. So entließ zuletzt der Steuererklärungs-Dienstleister Taxfix 20 Prozent seiner Belegschaft und führte das "makroökonomische Finanzierungsumfeld" in der Begründung an.
Die 2022 verkündete Start-up-Strategie der Bundesregierung scheint noch keine Wirkung zu zeigen. Laut der Umfrage von Bitkom erwägt rund ein Drittel der Unternehmen eine Abwanderung ins Ausland.
Anfang Juni 2023 kündigte beispielsweise Rocket Internet an, seinen Risikofonds einzustellen und damit aus der Start-up-Finanzierung auszusteigen .
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