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Wendelstein: Deutschlands höchster Glasfaseranschluss auf 1.838 Metern

Fiber to the Mountain: Das Observatorium auf dem Wendelstein in den bayerischen Alpen ist seit Kurzem über M-net mit einem 1-GBit/s-Glasfaseranschluss am Netz. Der Datentransfer gestaltete sich zuvor über eine Richtfunkanbindung recht schwierig.

Artikel veröffentlicht am , Stefan Krempl
Das Observatorium Wendelstein
Das Observatorium Wendelstein (Bild: Daniel Coral/CC-BY 3.0)

Deutschlands höchster Glasfaseranschluss hat nach rund siebenmonatiger Bauzeit Anfang des Jahres seinen operativen Betrieb aufgenommen, wie die beteiligten Partner jetzt bekannt gaben. Er liegt auf dem Wendelstein in den bayerischen Alpen auf 1.838 Meter Höhe und führt zum dortigen Observatorium des Instituts für Astronomie und Astrophysik der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Die Sternwarte kann damit nun mit einer Geschwindigkeit von 1 GBit/s auch umfangreichere Bilddaten rasch übertragen. Es handelt sich um einen symmetrischen Anschluss, die Bandbreite steht also für Up- und Downloads zur Verfügung.

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Bisher nutzten die Forscher eine instabile und wetteranfällige Richtfunkanbindung mit einer Nutzbandbreite von rund 70 MBit/s, die für ihre Zwecke nicht mehr ausreichte. Die Verbindung fiel teils für längere Zeit aus, was die Zwischenspeichermöglichkeiten am Observatorium an ihre Grenzen brachte. Die 1939 für militärische Zwecke errichtete Anlage diente lange dazu, die Sonnenaktivität zu beobachten und den Funkverkehr zu optimieren. Seit 1988 werden von dort aus nur noch die Sterne beobachtet, wofür die LMU 2012 auch das leistungsstarke Fraunhofer-Teleskop in Betrieb nahm, das eine Öffnung von zwei Metern hat und über eine Weitwinkelkamera verfügt.

Fernzugriff möglich

Studenten haben die Möglichkeit, die vorhandenen Geräte an Ort und Stelle oder ferngesteuert zu benutzen. Sie können dabei auch Langzeitbelichtungen und Mehrfachaufnahmen über Stunden oder gar mehrere Nächte hinweg durchführen. Dabei werden Bilddateien unterschiedlichster Größe produziert,­ in einer klaren Nacht kommen durchschnittlich 80 Gigabyte zusammen.

Um auf Himmelsphänomene zeitnah reagieren zu können, gehört es auch zur Aufgabe der Beobachter, astronomische Vergleichsdaten zu recherchieren. Um den gesamten Anforderungen gerecht zu werden, wollten die LMU und die Forschergemeinde nicht länger auf eine stabile und schnelle Verbindung bis zum Gipfel des Bergs verzichten und gaben 2016 den Auftrag für das Projekt. Mit dem neuen Hochgeschwindigkeitsanschluss konnte nun nach der entsprechenden Planungs- und Bauperiode die Übertragungszeit der Daten während eines nächtlichen Zyklus im Vergleich zur vorherigen Verbindung von oftmals mehreren Stunden auf zehn Minuten verkürzt werden.

M-net legt Leitung

Gelegt hat die Leitung der Münchner Provider M-net, hinter dem unter anderem die Stadtwerke München und Augsburg stehen, in Kooperation mit dem regionalen Datennetzbetreiber LEW TelNet, einer Tochter der Lechwerke. Auftraggeber ist das Deutsche Forschungsnetz (DFN), das sich hierzulande um die Internetstruktur wissenschaftlicher Einrichtungen kümmert.

Auf dem Weg vom Tal bis zur Bergstation haben die Techniker das Datenkabel entlang der Gleise der Wendelsteinbahn verlegt. Von dort aus galt es, weitere 150 Meter nach oben zum Observatorium zu überbrücken. Auf diesem letzten Stück verläuft die Leitung durch einen Fußgängertunnel, durch den Mitarbeiter und Besucher die Sternwarte erreichen. Zu den Investitionskosten für das Projekt wollte sich ein M-net-Sprecher zunächst nicht ohne Rücksprache mit dem DFN äußern.



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