Weltweite Folgen: China verbietet verdeckte Türgriffe

China macht Ernst mit der Fahrzeugsicherheit: Das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie hat am 2. Februar 2026 den verbindlichen Standard GB48001-2026(öffnet im neuen Fenster) verabschiedet, der versteckte Türgriffe verbietet.
Ab dem 1. Januar 2027 dürfen in China keine Neuwagen mehr mit Press-to-Release-Griffen oder elektrisch ausfahrenden Türgriffen verkauft werden. Sie erhalten keine Typ-Genehmigung. Fahrzeuge, die noch gebaut und verkauft werden, und bereits eine Typ-Genehmigung hatten, müssen ab 1. Januar 2029 entsprechend den Vorschriften neue Türgriffe bekommen. Bereits verkaufte Autos müssen nicht umgerüstet werden.
Betroffen sind Türgriffe, die in der Karosserie verschwinden und vor der Benutzung ausgefahren oder ausgeklappt werden müssen. Das chinesische Staatsfernsehen CCTV(öffnet im neuen Fenster) berichtete bereits im Dezember 2025 über die bevorstehende Regulierung. Die Kofferraumklappe ist vom Verbot ausgenommen. Hersteller, die solche Türgriffe verwenden, argumentieren häufig mit einer verbesserten Aerodynamik und einer optisch klaren Linie.
Tragische Todesfälle als Auslöser
Die Regulierung kommt nicht aus heiterem Himmel. Ein Bloomberg-Bericht dokumentierte mindestens 15 Todesfälle(öffnet im neuen Fenster) in Tesla-Fahrzeugen, bei denen die elektronischen Türen nicht geöffnet werden konnten.
Die Probleme gibt es auch andernorts: Im August 2022 verbrannten zwei Jugendliche in Brandenburg, weil sich die Hintertüren ihres Tesla weder von innen noch von außen öffnen ließen. Ein Gutachten bestätigte, dass die Türgriffe wegen des Stromausfalls nicht ausgefahren waren(öffnet im neuen Fenster) . Es gibt eine mechanische Entriegelung, doch die war bei dem betroffenen Fahrzeug unter einer Bodenmatte versteckt.