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Weltrekord: Studentische Höhenforschungsrakete erreicht den Weltraum

Niemals zuvor ist eine Rakete von Amateuren so hoch und so schnell geflogen wie die von Studenten aus Südkalifornien.
/ Patrick Klapetz
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Weltraumfoto: Die Spitze der USCRPL-Rakete zeigt über den Erdhorizont hinweg auf den Mond. (Bild: USCRPL)
Weltraumfoto: Die Spitze der USCRPL-Rakete zeigt über den Erdhorizont hinweg auf den Mond. Bild: USCRPL

Studenten der University of Southern California haben mit einer selbstgebauten Rakete die Grenze zum Weltall überschritten, das ab einer Höhe von 100 Kilometern und der fiktiven Kármán-Linie beginnt. Am 10. Oktober 2024 erreichte die Amateurrakete Aftershock II des USC Rocket Propulsion Labs (USCRPL) eine Flughöhe von 143 Kilometern, wie aus dem Bericht vom 14. November 2024(öffnet im neuen Fenster) hervorgeht.

Es war nicht das erste Mal, dass das USCRPL-Team die Grenze zum Weltraum überschritt. Bereits im Jahr 2019 erreichte die Gruppe mit ihrer Traveller-IV-Rakete eine Flughöhe von 103,571 Kilometern – mit einer Unsicherheit von fünf Kilometern. Damals war das Team die erste und einzige Studentenorganisation, die eine selbst entworfene und gebaute Rakete an die Kármán-Linie schoss.

Dieses Jahr brachen sie zudem den 20-Jahres-Rekord von 116 Kilometern, der 2004 vom Civilian Space Exploration Team (CSXT), einer Gruppe von Amateuren, aufgestellt wurde.

Die studentische Höhenforschungsrakete Aftershock II

"Aftershock II zeichnet sich durch den leistungsstärksten Festtreibstoffmotor aus, der jemals von Studenten gezündet wurde, und den leistungsstärksten von Amateuren hergestellten Motor mit Verbundstoffgehäuse" , teilte der leitende USCRPL-Ingenieur Ryan Kraemer am 15. November 2024 mit(öffnet im neuen Fenster) . Die Höhenforschungsrakete ist knapp vier Meter hoch, hat einen Durchmesser von 0,2 Metern und ein Gewicht von etwa 150 Kilogramm.

Neben der Flughöhe stellte das Team einen weiteren Rekord auf: Die Aftershock II erreichte eine Geschwindigkeit von knapp 5.797 Kilometern pro Stunde (entspricht einer Geschwindigkeit von etwa Mach 5,5). Dafür war der Wärmeschutz der Rakete entscheidend.

"Der Wärmeschutz bei Überschallgeschwindigkeit ist eine große Herausforderung auf Branchenebene" , erklärte Kraemer. "Das von uns entwickelte Schutzlacksystem hat perfekt funktioniert, sodass die Rakete weitgehend intakt zurückkehren konnte. Wir haben auch die Flossen verbessert, indem wir die blanken Carbonkanten früherer Iterationen durch Titankanten ersetzt haben."

Dadurch wurde das Ausfransen der Rakete verhindert. Die Hülle der Rakete verfärbte sich durch die extreme Hitze des Fluges durch Anodisierung(öffnet im neuen Fenster) jedoch blau.

Das Team entwickelte ebenfalls ein maßgeschneidertes Computersystem, mit dem die Position der Rakete während des Fluges verfolgt und diese beim Abstieg geborgen werden konnte. Dabei wurden auch Daten gesammelt.


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